Im Januar eilt nichts. Die Natur macht Pause, die meisten Tiere halten Winterschlaf, die Pflanzen sammeln Kräfte für den Neubeginn. Als Stadtschamanin versuche ich mich in diesen natürlichen Kreislauf der Zeit einzuschwingen. Bis zum Ende der Raunächte hatte ich mir eine Auszeit verordnet, doch einige chaotische Nachrichten von der Familienfront gleich zu Beginn des Monats forderten mich heraus. Ab der zweiten Januar-Woche ging es wieder besser und ich kehrte nur sehr leise und langsam in meinen normalen Alltag zurück. Das tat mir richtig gut und ich bin gerade sehr glücklich darüber, mir diesen Freiraum nehmen zu können.

Startschuss für das Experiment: Jetzt! – Labor 2022

Ab Mai letzten Jahres hatte ich die inspirierenden, jedoch auch sehr zeitaufwendigen, Daily Inspiration in die Welt gebracht. In den Raunächten zeichnete sich ab,  dass ich im neuen Jahr etwas Neues kreieren möchte. Etwas, was noch mehr mit mir und meinem Leben verbunden ist. So entstand die Idee zum Jetzt!-Labor 2022. Ich wollte mein zweitliebstes Hobby, die Fotografie, mit meinem kreativen Schreiben (meinem liebsten Hobby) und meinem Wunsch, andere damit zu inspirieren, mehr verbinden. Auch wollte ich wieder in meiner Zeiteinteilung freier werden. Das war ein klarer Fall von neuer Prioritätensetzung. Daher gibt es seit Januar das Jetzt!-Labor in zwei Formaten. Nicht mehr täglich, doch dafür immer genau dann, wenn es aus meinem Bauch heraus passt.

 

 

Ein Jahr weiter … Happy Birthday  

Ich verlängere meine Raunächte-Zeit seit ein paar Jahren inoffiziell gerne noch um eine Woche. Denn dann fängt bei mir ein neues Lebensjahr an. Das davor in Ruhe reflektieren und innehalten, zum Hinfühlen, was ich mir denn so für mein nächstes Lebensjahr wünsche, tut mir einfach gut.

Früher war dieser 13. Tag im ersten Monat ein bisschen verhext. Er war mit unschönen Erlebnissen blockiert, es war ein bisschen wie mit der 13. Fee im Märchen. Doch seit ein paar Jahren kann ich diesen Tag genießen. Eine gute Strategie auf meinem Weg dahin war, dass ich meinen Wintergeburtstag zusätzlich in den Sommer verlegt habe. Erfinderisch wie ich bin, habe ich einfach irgendwann begonnen, meinen Halbjahresgeburtstag zu feiern … mitten im Sommer … ohne die blöden Altlasten meiner Kindheit.

 

Dieses Jahr hab ich es mir richtig gut gehen lassen. Meinen Geburtstagstisch hatte ich mir schon am Vorabend gedeckt. Eine Freundin hatte mir schon am Vortag Blumen gebracht, der Postbote hinterließ mir einen vollen Briefkasten. Kurz nach null Uhr kam sogar schon der erste Glückwunsch per Telegram. Meine Cousine hatte Nachtschicht und ließ es sich nicht nehmen, mir mitten in der Nacht zu gratulieren. Sie wollte dieses Jahr unbedingt die Erste sein. Das ist ihr gelungen.

 

Am Morgen packte ich dann die Briefe und Geschenke aus und freute mich über all die vielen neuen Bücher, die mein Leseherz erobern wollen. Vormittags ging ich meiner Lieblingsarbeit, dem Kreieren von Präsentationen und Collagen nach, keine Hetze, keine Eile, alles ganz gemütlich. Nachmittags hatte ich ein online-Vorstellungsgespräch. Ich wusste zwar schon sofort danach, dass das nicht mein Job ist, doch als Bewerbungscoach liebe ich es, meinen eigenen Bewerbungsmuskel zu trainieren und oftmals nehme ich aus jedem Gespräch eine Erfahrung als Beispiel für meine Arbeit mit meinen Klienten mit.

Leckeres Mittagessen, Licht-Tank-Spazieren über den Friedhof mit Cafe und Kuchen und als ich auf dem Rückweg an meinem Kiez-Programmkino vorbeilief, stand an der Tafel:  20:30   Lieber Thomas. Das war die Gelegenheit, noch diesen Film zu sehen, der mir in meinem Buchveröffentlichungsherbsttrubel im letzten Jahr durchgerutscht war.

In einem fast leeren Saal tauche ich in meine Vergangenheit ein. Ost West Kunst Kultur … gelebte Geschichte … eines sich selbst immer wieder treu bleibenden
Gegendenstromschwimmers … Thomas Brasch … seine Texte haben schon immer meinen Pulsschlag erhöht … er kommt in der Liste meiner mir vertrauten Seelenverwandten (wenn es so etwas geben sollte) kurz hinter Gundermann … wir kommen alle nicht aus unserer Haut. Darum geht es wohl im Leben: sich seiner Selbst bewusst zu werden … und seinen eigenen Weg zu gehen.

Nach dem Film lief ich noch mit 3 Studenten, die auch in dem Film waren, die Straße entlang und wir kamen ins Gespräch. Sie hatten den Inhalt des Filmes gar nicht einordnen können. Typischer Generationsdimensionssprung. Ich erklärte ihnen kurz ein bisschen den geschichtlichen Hintergrund und sie zogen zufrieden vondannen. Dieser Film ist für mich eine sehr gute Dokumentation in kultureller Ost-Westdeutscher Kunst-Zeitgeschichte. Prädikat: sehr zu empfehlen.

 

Wiedersehen mit Papa 

Nachdem ich meinen Papa im Dezember nur im Krankenhaus besuchen konnte, habe ich ihn nun wieder im Pflegeheim in Schwerin besuchen können. Es ist und bleibt jedes Mal ein Experiment. Im fortgeschrittenen Stadium seiner Demenz freue ich mich immer wieder über den Moment, sobald er realisiert, wer ich bin und sein Freudeleuchten in den Augen aufglimmt. Sein Zustand verschlechtert sich rapide schnell. Im letzten Sommer konnten wir noch mit dem Rollator eine Runde ums Haus gehen, mittlerweile geht es nur noch mit dem Rollstuhl. Doch ich genieße jede Minute, halte seine Hände, streichle ihm den Rücken, höre seinen Wortfetzen zu. Ganze klare Sätze sind nur noch selten. Zur Überraschung stand dann sogar kurz meine Schwester noch mit im Raum. Keine leichte Situation, dazu ist die Familiengeschichte zu verfilzt. Zur Erinnerung gab es ein noch Bild zu dritt (was hier – ich hab es ihr versprochen – nicht veröffentlicht wird) und als sie wieder weg war, blätterten er und ich noch in alten Fotoalben. Für mich sind diese Besuche mittlerweile heilige Tage – denn vor 10 Jahren, als ich damals zum Schutz den Kontakt mit ihm abgebrochen hatte, hätte ich mir nie vorstellen können, dass wir je einmal so eine liebevolle Verbindung miteinander haben können. Da ist ganz viel geheilt und ich bin dankbar für jede Minute, die wir noch miteinander verbringen. Und ich bin auch meiner Schwester dankbar, die sich regelmäßig um ihn kümmert, einfach weil er bei ihr um die Ecke wohnt.

 

Fortsetzung Fortbildung in Jin Shin Jyutsu 

Nach einer kurzen Winterpause ging Anfang Januar meine Fortbildung in japanischem Heilströmen weiter … Ich bin sehr froh, dass die praktischen Wochenenden in Kleinstgruppe in Präsenz stattfinden dürfen. So lernte ich wieder neues über die Lage der Meridiane am Körper, das Pulse lesen und die Organströme. An den Nachmittagen war dann viel Zeit zum sich gegenseitig strömen.

 

Meine über 20 Jahre langen Erfahrungen im Forschungsfeld des energetischen Heilens sind mir bei dieser Heilmethode eine gute Basis. Jin Shin Jyutsu ist wie das i-Tüpfelchen, nach dem ich noch gesucht habe. Mittlerweile kristallisiert sich auch immer mehr heraus, dass ich diese Heilmethode mehr als nur zur eigenen Selbsthilfe nutzen will. Meine Massageliege ist wieder in meine Wohnung eingezogen. Die ersten Behandlungstermine stehen in meinem Kalender. So fügt sich gerade alles neu und die Wirkung am eigenen Körper spüre ich jeden Morgen, wenn ich beim Meditieren meine Finger ströme – das ist schon mal die erste Heilström-Selbstliebeeinheit, die ich mir jeden Morgen als Immunbooster gönne.

 

 

 

Was sonst noch im Januar 2022 passierte

 

Deutsches Theater – Corinna Harfouch

Vor Corona war ich fast jede Woche Gast in meinem Lieblings-Haus-und-Hof-Theater. Als Kind von Schauspielern hab ich das Kunstgenuss-Gen wohl mit in die Wiege gelegt bekommen. Wenn ich im Zuschauerraum vom Deutschen Theater sitze, regt sich bei sofort das Gefühl von alles-ist-gut und nach-Hause-kommen. In den letzten zwei Jahren konnte ich meine Besuche an einer Hand abzählen. Da durstete mein Künstlerherz. Umso mehr war ich erfreut, als ich 1 Tag vor meinem Geburtstag in einer E-Mail vom DT las, dass es für das Gastspiel mit Corinna Harfouch „Du klingst so komisch – Corinna Harfouch auf der Suche nach dem Spaß“ zwei Tage später noch Karten gäbe. Ich zögerte nicht lange, klickte auf kaufen und schenkte mir die Karte zum Geburtstag.

Als ich dann am Freitag Abend auf den Theatervorplatz kam, streckten sich mir zwei lange Schlangen zum 2G-Check-In-Parcour entgegen. Die Menschen warten geduldig und gut gelaunt. Als ich das Jahresthema des Theaters auf der Plane lese, weiß ich sofort, warum ich dieses Theater so liebe: „Mit Wundern rechnen“ Genau das ist es. Egal was ist, sich dem Schönen, Unbekannten, Neuem hinwenden …

 

 

Es ist voll Haus. Wie gut, dass ich ansteckungsangstfrei lebe – ich fühle mich sicher und genieße entspannt den Abend mit all den anderen im großen Saal. Als Corinna Harfouch mit ihrer Moderatorin auf die Bühne tritt wird es emotional. Sie ist so berührt, den Tränen nahe – von diesem Moment, endlich wieder vor Publikum auf dieser Bühne zu stehen. Für mich zeigt sich hier eine krasse Wunde, die das generelle Schließen aller kulturellen Einrichtungen gerissen hat.

Ich verstehe es einfach nicht: Lebensmittel dürfen wir alle kaufen, dort gehts. Doch für mich ist Kunst auch eine wichtige Form von Nahrung – da ging jetzt fast zwei Jahre gar nichts, obwohl es Einrichtungen, wie auch das DT gab, die super tolle Hygienekonzepte hatten. Da merke ich in mir einen Konflikt mit den politischen Entscheidungen. Umso mehr freue ich mich an diesem Abend, mit all den anderen, diesen berühenden Moment mit Corinna Harfouch zu erleben.
Sie liest ganz wundervoll aus Werken von J.Thurber, E.Menasse, L.Berlin (großartig!), R.Gernhardt, L.Voigt, D.F.Wassace, S.Regener. Die Moderatorin erklärt zwischendrin wissenschaftlich validierte Fakten zum Thema Humor und Lachforschung und erzählt die Lieblingswitze von S.Freud oder anderen Gelehrte. Es ist ein großartiger Abend! Humor und Lachen sind so gute Immunbooster … ich finde sogar: fast besser als jede Spritze.

 

Mein erstes Ghee  – Das Ayurveda tritt in mein Leben

Seit dem letzten Jahr drängt sich immer mehr (wieder) das Ayurveda in mein Leben. Angefixt durch die Begeisterung meiner TheContentSociety-Blog-Sister Bernadette, die mich immer wieder mit ihren Blogartikeln inspiriert, gab mir nun eine Heilström-Fortbildungsteilnehmerin den letzten zündenden Impuls. Und obwohl Küche und Garten für mich nicht meine bevorzugten Arbeitsgebiete sind, hab ich das Experiment gewagt und mir mein erstes eigenes Ghee herstellt. Meine Begeisterung war so groß, dass ich zwei Wochen darauf sofort die nächste Charge produziert habe.

Ich folge bei meinem Essen schon lange meinem Bauchgefühl und essen nur noch das, wozu ich ein eindeutiges Ja empfinde. Und mein Bauch sagt seit ein paar Wochen: JA ich will mehr davon … seitdem gibt es bei mir Ghee in allen Variationen. Da hat mein Körper wohl gerade einen Nachholbedarf. Ich liebe es vor allem, wenn Gesundheitsvorsorge mit leckerem Genuss Hand in Hand gehen. Dieses flüssige Gold kann ich mir gerade gar nicht mehr wegdenken. Und es ist auch ein schönes Geschenk für andere.

 

 

 

Erlebnisse des Monats kurz als Fotografen-Blitzlicht-Moment festgehalten

mein tägliches Cafe-Spazieren über den Friedhof … manchmal mit Freundin

 

 

in den Raunächten habe ich für jeden Monat aus meinen Karten-Sets eine Karte gezogen – als Begleitung und möglicher Impuls zur Orientierung

 

 

und immer wieder Co-Bloggen … das Bild steht als Stellvertreter für all die Termine im Monat, wo ich mit anderen immer wieder gemeinsam in unterschiedlichen Projekten zusammen schreibe

 

 

Nach der Veröffentlichung meines Buches sind nun auch die E-Books im neuen Gewand lieferbar … mehr Informationen dazu findest du hier

 

 

 

Darauf freue ich mich im Februar 2022

 

Die nächste Haiku-Challenge

Ein verlängertes Wochenende in Amsterdam

Auf das Schreiben meines nächsten Buches – mehr dazu im nächsten MoRüBli

 

 

Hierüber habe ich im Januar 2022 gebloggt

• in der Rubrik: Jetzt! – Labor 2022
Ein Jahres-Experiment, in dem in unterschiedlichen Abständen kleine kreative Inspirationen – mal ein Zitat, mal ein Bild, ein Haiku oder andere lichtvolle Samen erscheinen – ohne Wenn und Aber. Denn wenn nicht JETZT, wann dann?

• In der Rubrik: Blog

Mein Motto des Jahres 2022

12von12

Rad der vier neuronalen Schaltkreise im Gehirn nach Richard Davidson

• In der Rubrik: 4-Wort-Story

Geschichte mit den Wörtern: Konfetti, Netzwerk, Regenbogen, Overall