Nach meiner Rückkehr aus der Reha Anfang September wollte ich endlich so richtig durchstarten. Doch mein Rücken hatte anderes mit mir vor: 1 Woche später sprang eine Bandscheibe aus meinem unteren Wirbelkorsett und dann ging erst einmal fast gar nichts mehr. Liegen, liegen, liegen und Wärme, Wärme, Wärme … Der Arzt drückte mir 2 Gehhilfen in die Hand, überwies mich zum MRT und wünschte mir gute Besserung …im September durfte ich somit erst einmal das Innehalten üben … daher gab es im September auch keinen MoRübli. Nun, Ende Oktober bin ich die Gehhilfen vorerst erst mal wieder los …

 

Daher bestand in diesem Monat meine größte Herausforderung in der demütigen Annahme meines Schneckentempodaseins. Als Ungeduldige und mich gerne viel Bewegende war das eine dicke Herausforderung. Doch wie so oft im Leben, hat alles seine zwei Seiten. Das auf mich zurückgeworfen sein, ließ innere Prozesse schneller gedeien und das langsame Laufen brachte meine Achtsamkeit auf ein nächst höheres Niveau. Zwar zwickte es im Rücken und meine Ungeduld zippelte an mir herum. Doch ich hab die aufgezwungende AUSZEIT auch genossen und stehe heute mit mir an einer neuen Stelle. Mein Vertrauen ins Leben ist wieder ein Stück weiter gewachsen … alles geschieht zur richtigen Zeit … Ommmhhhh….

 

ABC meiner Gehhilfen-Zeit

A – Angst, dass ich mit meinem rechten Bein nie wieder richtig laufen kann
B – berührt von den vielen hilfsbereiten Menschen auf der Straße
C – clevere Technik mit Gehhilfen Treppen zu steigen gelernt
D – dankbar für die Unterstützung meiner Freunde, die mich nicht nur mit Essen versorgten
E – Eis ohne Ende – jeden Tag ein kleiner Gang vor die Tür bis zum Café Adele – 2 Kugeln im Becher: Amadeus + Pistazie
F – Freude über schmerzfreie Nächte
G – Gymnastikübungen zum Dehnen der verdrehten Sehnen
H – Heilsingen zur Aufmunterung
I – Infragestellen alter Glaubenssätze
J – Jammerfasten – 16 Tage mit dem Peter Beer Coaching
K – Krankengeld – meinem Angestelltenstatus sei Dank
L – Licht tanken auf dem Balkon
M – Meditieren hilft
N – Nein sagen üben zu meinem Antreiber-Gen
O – ohne Menschen drumherum macht das Leben nur halb so viel Spaß
P – Physiotherapeutin drückt meine Triggerpunkte – Autsch! doch ist notwendig
Q – Quelle neuer Denkrichtung: meine Human Design Analyse – MG 2/5 – mit vielen Aha-Momenten
R – Resignationswellen – es geht mir einfach alles zu langsam. grrrrr.
S – Schreibbloggade hält an – das Imposter-Syndrom hält mich immer noch im Schwitzkasten
T – Trauertränen
U – Umschaltmethode hilft: „Wie kann ich sicherstellen, dass ich … (z.B. glücklich) bin ?“
V – Veilchentopf und Blumen als überraschende Aufmunterungen von Freunden
W – Wechselbad der Gefühle: 1 Monat lang gratis

 

Schreiben in Sassnitz

Ich lege mich ungern auf weit im Voraus liegende Termine fest. Doch einer steht seit Jahren unumstößlich im Oktober fest in meinem Kalender: die Schreibreise nach Sassnitz, von meinem SchreibCoach Stefan Stehler organisiert. Nach dem Bandscheibenvorfall dachte ich zwar, dass ich dieses Jahr darauf verzichten müsse, doch dank Claudia, einer Mitschreiberin, die mich vor meiner Tür mit dem Auto abholte und auch wieder zurückfuhr, und dem grünen Licht vom Arzt, konnte ich doch mit nach Sassnitz reisen. Denn diese Reise ist für mich wie ein Schreibfamilientreffen. Ein Mix aus inspirierenden Schreibtechnikimpulsen, Textbesprechungen, freier Schreibzeit und gemeinsamen Ausflügen mit Gesprächen über Bücher, das Schreibprojekt oder einfach übers Leben. Und das alles an einem Ort, der nicht besser fürs Schreiben sein könnte: Das Grundtvigthaus – einem sozialen Projekt- und Mehrgenerationshaus mit Blick aufs Wasser.

Eine nächste Haiku Wochen – Challenge 

Nachdem ich im Sommer das erste Mal bei einer Haiku-Wochen-Challenge auf Instagram teilgenommen habe, habe ich schon sehnsüchtig auf die nächste Auflage dieser Challenge gewartet. Mitte Oktober war es dann so weit und ich war von jetzt auf gleich erneut wieder vom Haiku-Fieber angesteckt. Wieder gab es 5 vorgegebene Bilder, zu denen man innerhalb einer Woche mindestens ein Haiku schreiben konnte.

Den Schwung dieser Fabulierfreude werde ich auf jeden Fall in die Gestaltung meines diesjährigen Adventskalenders mitnehmen … davon werde ich dann im nächsten MoRübli mehr erzählen.

       

 

 

Ein Buch schreiben: das Buchheldinnen-Programm 

Im letzten Jahr habe im Ratgeber-Hero-Programm damit begonnen, ein Buch zu schreiben. Jetzt ist es überreif und will endlich vollendet und veröffentlicht werden. Um mich besser zu disziplinieren und in einer sich gegenseitig unterstützenden Community von Gleichgesinnten dranzubleiben, habe ich mich im Buchheldinnen-Programm von Yvonne Kraus angemeldet. Jetzt gibt es kein Entrinnen mehr: Ich werde mein Imposter-Syndrom besiegen.

Dank meiner Gehunfähigkeit hatte ich genügend freie Zeit, um sie in die Überarbeitung und Fertigstellung des Manuskriptes zu stecken. Mittlerweile nimmt das Buch immer mehr Form an, die ersten zwei Drittel sind zum Korrekturlesen abgegeben. Der dritte Teil fordert zwar noch seine Aufmerksamkeit, doch Schritt für Schritt geht es vorwärts und ich bin gerade ganz zuversichtlich, dass das Buch noch in diesem Jahr das Licht der Welt erblicken wird.

Ein Leitfaden mit umfangreichem Grundwissen für die Bereiche Wohnen, Geld und Arbeit, welches jungen Menschen nach dem Verlassen des Elternhauses nützt. Eine Wissenssammlung für das Fach „Lebenskunde“, welches in den meisten Schulen bis heute nicht gelehrt wird.
Das erste Feedback meiner Testleser:innen: Das ist ein Buch, das nicht nur junge Menschen brauchen … auch Erwachsene lernen beim Lesen noch etwas dazu …

Vorbestellungen sind ab sofort möglich 😉

 

 

 

Reise in die Heimat: ins Zittauer Gebirge 

Lange war ich auf der Suche nach meinen Wurzeln, nach einem Gefühl von Heimat. Obwohl ich nunmehr 50 Jahren in Berlin lebe, hat sich dieses Gefühl dort nie eingestellt. Als ich dann vor 6 Jahren mit meinem Freund ans Grab meiner Mutter ins Zittauer Gebirge fuhr, saß ich auf einmal dort im Wald und wusste: hier komm ich her, das ist meine Heimat. Mittlerweile versuche ich es, mindestens 1 Mal im Jahr – meist im Oktober nach Zittau, in die Heimat meiner Mutter und Großeltern zu reisen. Hier habe ich die schönsten Ferienkindheitserlebnisse erlebt.

Ein Cousin und eine Cousine wohnen hier immer noch mit ihren Familien und ich freue mich immer sehr, wenn ich sie wiedersehe, denn über viele lange Jahre hatten wir keinen Kontakt. Dieses Mal war es wieder ganz besonders, denn wir wanderten zusammen mit ihren Familien auf den Hochwald. Es ist der höchste Berg im Zittauer Gebirge und der Lieblingsberg meiner Mutter. Bei schönstem Sonnenschein stiegen wir zu zehnt auf den Berg. Mein Rücken und mein rechtes Bein ächzte zwar noch sehr, doch zu Ehren meiner Mutter kraxelte ich bis ganz nach oben. Es gab heißen Tee, selbstgebackenen Kuchen und eine weite Sicht in alle Richtungen zur Belohnung. Die Sonne ging schon unter, als wir mit dem Abstieg begannen. Am Fuß des Berges angekommen war es dann schon total dunkel. Beglückt fuhren wir wieder nach Hause. Nächstes Jahr werde ich wiederkommen.

 

Was sonst noch im Oktober 2021 passierte

 

„Darf ich Ihnen das Tschüss anbieten?“

Jedes Jahr im Oktober jährt sich der Todestag meiner Mutter. Für mich immer wieder ein Klippen-Tag. Dieses Jahr fiel er zeitgleich auf meinen letzten Arbeitstag, denn ich habe mich von meinem alten Job getrennt. Nicht leichten Herzens und auch mit ambivalenten Gefühlen, denn einerseits gab es Aspekte, zum Beispiel meine Lieblingskolleg:innen, mit denen ich wirklich gerne weitergearbeitet hätte. Doch es gab auch zahlreiche Aspekte, die mir ein Weiterarbeiten an diesem Ort, unmöglich gemacht haben. Der Bandscheibenvorfall im September war für mich dabei ein richtungsweisendes Zeichen meines Körpers. Nun muss erst einmal wieder mein Rücken heilen und dann wird sich zeigen, in welche Richtung sich mein beruflicher Weg weiter entwickeln wird. Meine Antennen sind wach und ich bin bereit.

 

Überraschungsbesuch aus Freiburg!

Ich liebe Überraschungen. Diesen Monat haben mich so einige erreicht. Doch die coolste Überraschung kam ganz am Ende des Monats.

Als ich mich gerade ins Bett legen will, lese ich eine whatsapp: „Sitze im Nachtzug, komme spontan nach Berlin. Lust auf ein gemeinsames Frühstück morgen früh?“ In der Anlage das Bild ihrer Zugverbindung. Ihr Zug kommt um 8 Uhr in Berlin an. Mein innerer Kalender springt auf: okay, um 10 habe ich meinen ersten Termin, um 13 Uhr geht mein Zug. Ich antworte ihr: „Yes!!! wir gehen ins Lehmbrucks. Ich hole dich vom Bahnhof ab.“
Die Absenderin dieser coolen Idee war meine Clan-Nichte, die ich während meiner Reha-Zeit in Freiburg besucht hatte. So springe ich wieder aus dem Bett, packe nun doch noch meinen Koffer und stelle mir meinen Wecker auf halb 7.
Es war ein wundervoller Vormittag mit viel Wiedersehensfreude, entspanntes Frühstücken, sonnenspazieren im Park und herzlichen Gesprächen. Was machte es da, dass sonst zwischen uns 800 km Entfernung liegen? Gar nichts. Wo ein Wunsch und Wille sind, finden sich immer wieder Lösungen und Wege.

 

 

Mit meinem Fotografenauge unterwegs …

Eines meiner Lieblingshobbies ist die Handyfotografie. Die Entschleunigung durch die Gehhilfen hatte den Nebeneffekt, dass ich noch achtsamer auf meinen Wegen unterwegs war und so in diesem Monat schöne neue Foto-Fundstücke sammeln konnte. Hier eine kleine Auswahl meiner Lieblingsmotive:

 

 

Hierüber habe ich im Oktober 2021 gebloggt

• in der Rubrik: Daily Inspiration
Jeden Morgen ein inspirierender Gedanke für den Tag

• In der Rubrik: Monatsrückblick
12von12

• In der Rubrik: Satzzeichenfreie Zone
die Haiku-Wochen-Callenge im Oktober 2021

• In der Rubrik: 4-Wort-Story
mit den Wörtern: Hochzeit, Schlagersänger, Sitzplan, Butterblume
mit den Wörtern: Einheit, Mole, Frisierkommode, Textkritik