Dafür oder dagegen? – Die ewige Qual der Wahl

Dafür oder dagegen? – Die ewige Qual der Wahl

»Eines solltest du wissen: Du brauchst immer ein Ziel. Und einen Plan, wie du es erreichst! Das hilft dir, dich zu orientieren und gibt dir Halt, dann fühlst du dich sicher. Du musst dich entscheiden.«

»Halt! Stopp!« Ich sitze im Halbdunkel, blinzle, um mich herum ist jetzt alles wieder still. Wer hat das gerade gesagt?

Ich habe gerade oft keinen Plan, habe kein Ziel, habe ganz oft schlichtweg keine Ahnung. Mit diesem Gefühl bin ich derzeit nicht alleine unterwegs. Es ist weit verbreitet.

 

Dafür oder dagegen?

 

Ich kann mich nicht entscheiden!

Oft will ich mich auch gar nicht entscheiden müssen. Denn ich kann doch nicht einfach einen Teil von mir abschneiden, so tun, als ob er nicht da wäre, so tun, als ob er mir nicht lieb wäre. All meine Freude, meine Angst, meine Wut, meine Ohnmacht, meine Verwirrung … das gehört doch alles zu mir. Und doch stehe ich mir dann irgendwann selbst im Weg.

Mittlerweile entscheide ich viel aus meinem Bauch heraus, mit dem Wissen, dass ich jederzeit Fehler machen darf und vor allem, weil ich mich auch neu (um-)entscheiden darf.

Oft beantworte ich meine Qual-der-Wahl-Fragen mit: Ich will alles! Und am liebsten sofort. Denn Beschränkungen sind mir ein Dorn im Auge – in diesen Zeiten ist das wohl für viele ein großes Übungsfeld.

Ich liebe die Weite, den breiten Tellerrand, auf dem alles geschehen darf, auf dem groß gedacht, groß gelacht, groß geweint, groß diskutiert, groß geplant, groß gesponnen, groß visioniert und so weiter werden darf. Auf dem gestolpert, experimentiert, hingefallen und wieder aufgestanden wird. Mit und im großen Gedanken an ein allumfassendes Miteinander. Mit allen Seelen, allen Kräften, allen Welten des Universums zusammen. Nicht GEGEN etwas, sondern FÜR etwas.

Am Wochenende bekam ich per E-Mail einen Aufruf: » Lichterkette für Solidarität in der Pandemie – gegen Leugnen – gegen Hetze – gegen Rechts «
Morgen 18 Uhr am Breslauer Platz. Anlässlich der Querdenker:innendemos und Montags”spaziergänge” gibt es jetzt eine Berliner Erklärung “Solidarisch denken”, initiiert von Aufstehen gegen Rassismus, an der viele Berliner Initiativen, Vereine und Parteien (SPD, Linke und Grüne) mitgewirkt haben.

Ich bin ein ganzheitlich denkender Mensch. Mir fehlt in vielem das FÜR. Warum gibt es keinen Aufruf im Sinne von: Lichterkette für ein wohlwollendes Miteinander, egal ob mit oder ohne Piecks, egal ob schwarz oder weiß, egal ob arm oder reich? Wo ist die Lichterkette für Gerechtigkeit, für Wahrheit, für Schul- und Alternativmedizin?

Im Entweder-oder entsteht Ausgrenzung, Bewertung, Schublade auf und zu. Stillstand. Das Sowohl-als-auch macht Wege frei. Umdenken ist angesagt.

 

Das noch Unbekannte ist das Feld aller Möglichkeiten.

 

Wer hat den Mut? Wer ist bereit? Bin ich nur zu blauäugig, naiv? In einer kindlichen Illusion gefangen? Darf ich an das Gute im Menschen glauben? Wenigstens hoffen?

Für mich fühlt es sich gerade so an wie vor 33 Jahren. Alles im Umbruch. Damals, Ende der 80-er Jahre war klar, dass es so in der DDR nicht weitergehen konnte. Keiner hatte eine Ahnung, was als Nächstes passieren würde. Die einen wollten nur noch so schnell wie möglich weg, hinein in all die schönen Versprechen des schillernden Westens. Die anderen harrten der Dinge, hofften, bangten, manche wollten bis zuletzt die rote Fahne aufrecht halten.

Das sich eingestehen, gescheitert zu sein, fällt nicht leicht, tut schmerzlich weh. Über 40 Jahre hatten unsere Eltern an etwas geglaubt, sie haben es mit eigenen Händen aufgebaut, mit nicht weniger Mut und Willen, wie auf der anderen Seite der Mauer. Ich bin damit groß geworden, das war meine Muttermilch. Und dann zu erleben, wie es stirbt, wie alles zerfällt, nichts mehr von Wert ist. Ein herber Schlag. Eine kollektive Abwertung auf ganzer Linie. Der Westen hat das
Regime übernommen, alles zum Wohle des nun endlich gesamtdeutschen Volkes. Diese Wunde bleibt, blutet bis heute. Ein großes Schamgefühl folgte, immer wieder mit der nagenden Frage: Habe ich auf der falschen Seite gestanden, eine falsche Entscheidung getroffen?

So wie damals diese Frage immer wieder still den Raum füllte, fühlt sich für mich gerade die ganze „Tante C“-Diskussion an.

War es richtig, dass ich mich hab impfen lassen? War es richtig, dass ich mich nicht impfen lasse? Wieder gibt es eine Spaltung.

Was, wenn wir uns eingestehen müssten, dass weder die eine noch die andere Seite der Position recht hat? Was, wenn alle Beweggründe, die dafür und die dagegen, ihre Berechtigung hätten? Lähmt uns die große Angst vor dem Gesichtsverlust? Vor dem Eingeständnis?

Das Leben besteht aus Versuchen. Jeden Tag machen wir neue Erfahrungen. Das System von richtig oder falsch, gut oder böse ist von Menschenhand gemacht. Das gibt es in der Natur nicht.

Bin ich bereit, mich jeden Tag neu vom Leben berühren zu lassen? Bin ich wirklich bereit, aus meiner kleinen Denkbox auszusteigen und mich aufs Leben in all seiner Schönheit und Vielfalt einzulassen?

Worauf lege ich meinen Fokus? Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Ich kann mich jederzeit neu entscheiden. Ich habe die freie Wahl.

 

Impfpflicht: Nein, danke!

 

Mir fehlt die Selbstbestimmung, die Selbstverantwortung, vor allem fehlt mir die allumfassende neutrale Informationsvermittlung. 

Mir ist es egal, ob jemand geimpft oder ungeimpft ist. Ich möchte meinem Gegenüber menschlich begegnen, respektiere seine Wahl, seine Beweggründe.

Denn keiner werfe den ersten Stein. Wir sind alle betroffen. Wir überleben auf dieser Welt alle nur im Miteinander. Wann begreifen wir das endlich. Wir sterben entweder alle oder retten die Welt.

Wir sind die größten Schmarotzer auf dieser Erde. Mich wundert es, dass Großmutter Erde noch so wohlwollend mit uns ist. Wir beschließen die Abschaffung von Plastik-Trinkröhrchen und sind stolz darauf, dass es diese nun nur noch in Papierform gibt. Und im Gegenzug bauen wir einen Plastik-Teststäbchen-Verpackungsmüllberg schier unglaublicher Größe. Aus Angst. Kapitalistischer Luxus pur. Kann mir das bitte einmal jemand erklären? Ein sinnloses Unterfangen. Für mich ein paradoxer, aus dem Runder laufender Wahnsinn.

Die in der viralen Medienflut versprochene vermeintliche Sicherheit vs. Angst wird als Machtinstrument missbraucht. Normaler Menschenverstand ist nicht gefragt, denn der bringt kein Geld. Erleben wir gerade den Gipfel des manipulierenden Kapitalismus?

Ich habe schon einmal den Zusammenbruch eines Systems erlebt. Ich bin vorbereitet, chaos-erprobt, habe den Übergang von 0 auf 100 in ein anderes System erfolgreich gemeistert. Ist das eine besondere Resilienz-Erfahrung des Ostens?

Was kann denn schlimmstenfalls passieren?
Strom weg, Geld weg, materielles Chaos, das selbstverständlich gewohnte Überangebot an Waren aufs vielleicht notwendigste reduziert.
Schlimmstenfalls schüttelt sich Großmutter Erde und schmeißt uns raus, weil ihr von all unserer selbst überschätzenden Borniertheit der Kragen geplatzt ist. Man könnte diesen Rausschmiss auch einfach Klimawandel nennen – Großmutter Erde wird gewinnen. Das sollte uns klar sein. Sie hat auch schon die großen Dinosaurier überlebt.

Hilfreich beim Wandel und Neubeginn wäre angemessene Demut vor den Naturkräften und Kräften des Universums. Und Herzensbildung. Sich von Mensch zu Mensch, von Herz zu Herz zu begegnen. Ohne Vorurteile und Beschimpfungen. Auf Augenhöhe.

Das schöne ist, dass damit jeder bei sich selbst anfangen kann.

 

Die Lehren der indigenen Völker

 

Jahrelang habe ich die Lehren der Naturvölker dieser Welt studiert. Ein Reichtum an Wissen, wie wir in Einklang mit der Natur, mit den Pflanzen und Tieren leben können.

 

Wie schade, dass das alte Räder-Wissen dieser weisen Völker in unserem hoch entwickelten Schulsystem nicht gelehrt wird. Den Kindern werden hochkomplexe Wissenschaften gelehrt, doch meist ohne Bezug zum großen Ganzen. Werden sie damit wirklich für die Schule des Lebens vorbereitet? Mit auch ein Grund, warum ich mein Buch START INS LEBEN. Erfolgreich auf eigenen Füßen geschrieben habe.

Unser Schulsystem ist oftmals als Fehlersuchsystem aufgebaut. Das Streben nach Bestleistung steht im Vordergrund. Doch das hat seinen Preis. Glaubenssätze wie: da warst du noch nicht gut genug. Da hast du den Ansprüchen nicht gereicht … werden oft wie Konfetti in den Schulzimmern verteilt. Warum wird das Augenmerk nicht vor allem auf all die schönen Talente und Fähigkeiten, die entwickelt und gezeigt werden wollen, gerichtet? Der Same   Ich bin gut, genau so wie ich bin   wird dort gerne aus der Sammelpackung der vielen Möglichkeiten aussortiert.

 

Doch egal ob in der Familie, im Arbeitsumfeld, in der Schule oder wo auch immer … es geht nicht ums irgendwo mit Bestleistung ankommen.

Es geht ums DA-SEIN. Und es geht vor allem um ein respektvolles und wertschätzendes MITEINANDER.

 


 

Ab jetzt erscheinen hier immer wieder meine persönlichen Sicht-weise(n) zu Impulsen oder Themen der Zeit. Als Inspiration und Denkanstoß, denn ich finde, dass die Zeit reif ist, um gemeinsam neue Wege zu finden und zu gehen.

Das fehlende Schulfach „Praktische Lebenskunde“ – Warum ich einen Ratgeber für junge Menschen geschrieben habe

Das fehlende Schulfach „Praktische Lebenskunde“ – Warum ich einen Ratgeber für junge Menschen geschrieben habe

Wie kommt man dazu, einen Ratgeber bzw. einen Sachbuch-Leitfaden für junge Menschen zu schreiben?
Diese Frage wird mir, seit im November mein Buch START INS LEBEN. Erfolgreich auf eigenen Füßen erschienen ist, immer wieder gestellt.

Buch Start ins Leben von Umani Wendler

Eine Antwort von mir darauf ist: Weil das Bildungspolitiksystem in meinen Augen in Deutschland beim Thema Vorbereitung fürs Leben fast komplett versagt.

Beim Haupt- oder Realschulabschluss, und auch nur bedingt beim Abitur pauken unsere Kinder und Jugendlichen zwar alle möglichen hochkomplexen Fächer wie Mathematik, Physik, Informatik oder Deutsch, Fremdsprachen, Geschichte, Erdkunde, Biologie … und vieles andere mehr, doch für die praktischen Dinge des Lebens, zum Beispiel, was sollte ich beachten, wenn ich einen Miet- oder Arbeitsvertrag abschließe oder wie haushalte ich mit meinem Geld, ohne in eine Schuldenfalle zu tappen? – damit werden sie weitestgehend allein gelassen. Für dieses Wissen haben die meisten Lehrkräfte keinen Bildungsauftrag. Dafür ist das Elternhaus zuständig.

Einzige Ausnahme sind Sekundarschulen oder Oberstufenzentren, an denen im Bereich Berufsbildung das Fach Wirtschafts- und Sozialkunde angeboten wird. Dort sind die Schüler eindeutig im Vorteil, vom einen oder anderen Aspekt ihres zukünftigen Alltags schon etwas gehört zu haben. In den meisten Gymnasien werden nur Projektwochen für die Berufsorientierung oder ein Bewerbungstraining angeboten. Das war lange Zeit mein Arbeitsumfeld. Die Nachhaltigkeit dieser Vorbereitung aufs Leben musste ich damals schon öfter infrage stellen.

Immer wieder wurden mir in diesen Trainings von den Jugendlichen Löcher in den Bauch gefragt. Ich stellte dabei meistens fest: die Themen erste Wohnung, erstes Geldverdienen oder erster Arbeitsvertrag, mit all den unterschiedlichen Aspekten, die dabei beachtet werden sollten, kamen im Lehrplan als Bildungsaufgabe nicht vor. Viel mehr waren die Jugendlichen mit dem geforderten Prüfungsstoff und dem Druck von „höher, schneller, weiter … wer ist der Beste, um …“ beschäftigt und den wenigsten war überhaupt schon klar, wo die Reise ihres Lebens nach der Schule hingeht.

Gehen die Bildungspolitikexperten davon aus, dass Kindern und Jugendlichen praktische Lebenskunde hautnah zu Hause beigebracht wird?

Doch was ist, wenn die Eltern damit, neben Vollzeitarbeit und Familienzeit – und seit zwei Jahren auch noch mit dem schwierigen Balanceakt von Homeoffice und Homeschooling zugleich – überfordert sind oder schlicht und einfach selbst über keine gute Grundlage für praktische Lebenskunde verfügen? Was passiert, wenn die Eltern selbst das System gar nicht richtig kennen, weil sie aus ihrer Heimat flüchten mussten und sich selbst erst einmal mit dem komplexen deutschen Ämter- und Antragssystem vertraut machen müssen?

Die Zeiten haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Die viel zitierte Schere geht in vielen Bereich immer weiter auseinander. Von wohl- oder gar überbehütet bis alleingelassen – unsere Jugend, die Basis unserer Zukunft, bleibt auf der Strecke. Ich beobachte seit Jahren in meinem Umfeld die gefühlte Orientierungslosigkeit von jungen, intelligenten, kreativen und interessierten Menschen, die unter der Fülle der Herausforderungen an ihren Alltag – mittlerweile oft auch noch ohne Peergroup und Austausch mit Gleichaltrigen – leiden und nach Halt und neuen Wegen suchen. Manche von ihnen ziehen sich zurück, bleiben lieber im Nest zu Hause und warten dort auf bessere Zeiten. Andere ziehen los und suchen sich Nischen oder tauchen in Süchte oder die virtuelle Welt ab. Der Druck steigt … Die Corona-Lage hat die Entwicklung in den letzten zwei Jahren noch verschärft. Die Jugend sucht nach einem Ausgleich.

Ein weiterer Aspekt zeigt sich mir in der Folge der „Helikopter-Überbehütung“ vieler Kinder. „Ich will doch nur das Beste für mein Kind. Es soll es mal besser haben als ich.“ Diese Eltern wollen ihren Kindern alles abnehmen, wollen es ihnen so leicht wie möglich machen. Doch Resilienz und Durchhaltevermögen, ein Gemeinschaftsauge und eine gesunde Anstrengungsbereitschaft werden dadurch eher verhindert. Im schlimmsten Fall wird dadurch ein natürlich wachsender Selbstwert subtil untergraben. Das Kind entwickelt eine unangemessene Erwartungshaltung, weil es irrtümlicherweise denkt, auch ohne angemessene Anstrengung stünde ihm alles zu.

Sind das die Folgen unseres gesättigten Wohlstands in Deutschland? Läuft da etwas aus dem Ruder? Haben wir den Kontakt zum Ursprünglichen verloren?

Wenn ich miterlebe, wie Kinder mit Spielzeug, technischem Equipment, Reisen, Events überflutet werden, frage ich mich manchmal, was es braucht, damit die Kreativität und das sich selbst Spüren in uns und unseren Kindern wieder angeregt wird. Früher sind wir als Kinder einfach nur in die Natur gegangen, haben beobachtet, waren noch mit der Tier- und Pflanzenwelt verbunden. Mittlerweile fangen die Kinder schon im Buggy an, auf Tablets oder Handys mit einem Wish ihre Welt zu manövrieren.

In Deutschland klaffen viele Bereiche immer weiter auseinander. Auf der einen Seite gibt es die Wohlstands-Behüteten und auf der anderen Seite gibt es unzählige Kinder, ob Migrant:in, People of Color oder einfach nur aus ärmeren Verhältnissen. Ich wünsche mir sehr, dass die entstandenen Lücken geschlossen werden, dass sich das Verhältnis der Menschen wieder mehr zu einem sich gegenseitig unterstützendem Miteinander entwickelt.

Wir leben in unruhigen Zeiten. Derzeit ist so vieles in einem rasanten Prozess der Veränderungen. Klimawandel, Pandemie, Globalisierung. Bisher ganz selbstverständlich Gewohntes wird wahrscheinlich nie wieder so sein wie früher. Es braucht viel Geduld und Flexibilität. Doch vor allem braucht es eine Jugend, die sich frei entwickeln und mit Kraft und Lebensfreude  diese neue Welt mit erschaffen will. Doch wenn ich keine Orientierung und keine Basis für mein Alltagsleben habe, nicht weiß, wie es läuft, tritt möglicherweise tiefe Verunsicherung und Resignation an die Stelle, wo jugendliche Erfinderkraft und innovatives Denken neue Brücken zwischen Alt und Neu bauen könnten.

Eines meiner Ziehkinder stand mit Anfang 20 einmal vor mir und sagte ganz ernüchtert: „Auf all das haben mich meine Eltern nicht vorbereitet. Ich weiß überhaupt nicht, wie das mit dem selbständig Leben geht.“ Das war der Moment, in dem die Idee zu diesem Buch geboren wurde. Ich wollte ein leicht verständliches und doch komplex informatives Nachschlagewerk für die wichtigsten Grundtools für den eigenständigen Start ins eigene Leben herausbringen. Die drei Themen Wohnen, Geld und Arbeit – alle übersichtlich und kompakt in einem Buch zusammengefasst. Zur Orientierung und als Sicherheitsanker für die Schule des Lebens. Ein Buch mit fundiertem Basiswissen und vielen hilfreichen Tipps aus gewachsener Lebenserfahrung.

Für die Jugendlichen mag es im ersten Moment ein uncooles Buch sein. Doch spätestens, wenn das erste Mal kein Geld mehr im Portemonnaie ist, eine Absage nach der anderen kommt und der Vermieter an der Tür klingelt und seine Miete will, steckt in diesem Buch der Wissens-Notfall-Anker, um nicht gleich wieder bei den Eltern vor der Tür stehen zu müssen. Denn das wäre noch uncooler.

Und auch Eltern tut dieses Buch gut. Die meisten, denen ich es bisher zum Lesen gegeben habe, haben ausgerufen: „Genau so ein Buch hätte ich mir damals beim Auszug nach der Schule gewünscht.“ Genau, deshalb ist es ein tolles Geschenk zum Schulabschluss, Berufsbeginn oder 18. Geburtstag. Das Loslassen der eigenen Kinder fällt nicht leicht. Doch genau deshalb tut das Buch auch den Eltern gut. Sie können beruhigter loslassen, weil sie diesen Leitfaden als Starthilfe im Gepäck ihrer gerade flügge gewordenen Kinder wissen. Manche haben es sich auch gleich noch ein zweites Mal für sich selbst gekauft.

Ich habe viele Jahre die Stammeskultur indigener Völker studiert. Dort wird oft gesagt: um ein Kind groß zu ziehen, braucht es ein ganzes Dorf. Ich möchte mit diesem Buch meinen Teil dazu beitragen, dass die Kinder der nächsten 7 Generationen auf dieser Erde ein gutes sicheres Zuhause finden.

Eine meiner Visionen ist, dass in jeder Schule mindestens ein Klassensatz dieses Leitfadens zur Verfügung steht – als Grundlage für die Vermittlung von praktischer Lebenskunde oder anderenfalls bei jeder Schulabschlusszeugnisfeier an jeden Absolventen feierlich als Geschenk überreicht wird. 

Leseprobe des Buches

Aktuelle Rezension des Buches im TipBerlin Magazin

Das Buch ist in meinem kleinen Selbstverlag manitu-books Verlag erschienen. Das Buch ist direkt über mich sowie über den Buchhandel oder auf Amazon erhältlich. Wer es lieber elektronisch mag: Die drei Themen Erste Wohnung, Finanzen und Arbeit inkl. Bewerbung gibt es auch als separates E-Books.

 

Cover des eBooks Start ins Leben, Band 1, erste Wohnung Cover des eBooks Start ins Leben, Band 2, Finanzen Cover des eBooks Start ins Leben, Band 3, Arbeiten

 


 

Sicht-weise(n) – Ab jetzt werden hier immer wieder meine persönlichen Sicht-weise(n) zu Impulsen oder Themen der Zeit erscheinen. Als Inspiration und Denkanstoß, denn ich finde, die Zeit reif ist, um neue Wege zu finden und zu gehen.

Rad der vier neuronalen Schaltkreise unseres Gehirns nach Richard Davidson

Rad der vier neuronalen Schaltkreise unseres Gehirns nach Richard Davidson

Anfang Januar nahm ich bei Heike Sansoni am Visionstag zum Start ins neue Jahr teil – ein Tag, um sich entspannt mit Karten, einer geführten Innenweltreise und einer kleinen Aufstellung auf die eigene innere Spurensuche zu begeben. Gleich zu Beginn lauerte die erste Herausforderung: Wir sollten aus ca. 30 Postkarten, die in der Mitte auf dem Boden verstreut lagen, intuitiv 1-2 Karten aussuchen, die uns ansprachen, aus welchem Grund auch immer. Das war so eine klassische Kopf-aus-Bauch-an-Übung. Ziemlich schnell landeten wir alle in demselben Dilemma: für welche sollte ich mich entscheiden? Auf welche will ich meinen Fokus richten? Wenn ich mich für die eine entscheide, dann entscheide ich mich gegen all die anderen (Möglichkeiten). Die Qual der Wahl. Das ist wohl in meiner kleinen Welt genauso, wie in all den vielen großen Arenen aller Menschen der Welt.

Im nächsten Schritt der Übung sollten wir kurz berichten, warum wir uns schlussendlich für diese Karte entschieden hätten. Wir kamen alle ins Gespräch, von Mensch zu Mensch und schlussendlich bündelte sich alles am Ende in ein Wort: Mitgefühl = mit Gefühl. Wenn ich mit Gefühl mitfühlend Mitgefühl mit mir und meiner Umgebung habe, ist alles möglich, auch Frieden.

Einen Tag danach bekam ich den Schreibimpuls für die Woche und dort tauchten mit einem Mal die vier neuronalen Schaltkreise unseres Gehirns nach Richard Davidson auf. Hast du schon einmal etwas davon gehört?

Das sind vier neuronale Schaltkreise, die weitgehend unabhängig voneinander in unserem Gehirn unser Wohlbefinden steuern. Schon das Lesen der vier Fähigkeiten löst in mir Funken blitzende Gedanken aus. Mein Kreisdenken setzt sofort ein, ich setze alles auf ein Rad: in der Mitte erscheint die zutiefst menschliche Sehnsucht nach Wohlbefinden und innerem Frieden und drum herum nehmen die 4 erwähnten Fähigkeiten Platz. Das Schöne am im Kreisdenken ist für mich, dass alles, ohne Bewertung, gleichberechtigt da sein darf. Das eine nicht ohne das andere, denn sonst läuft ein Rad nicht rund. Wir leben in dualen Systemen.

Sofort taucht bei mir auch das 4 Ohren-Münder-Modell von Schultz von Thun auf. Ich liebe dieses Modell, denn es weitet den Raum an mitfühlendem Miteinander und Toleranz. Obwohl wir alle als Baby mit zwei Augen, zwei Ohren und einem Mund nackt und weitestgehend noch ungeprägt auf die Welt kommen, ist da viel mehr in uns angelegt. Doch je nachdem in welches Milieu wir hineingeboren werden, welchen Herausforderungen wir uns im Leben stellen müssen, verkümmert oder wächst das eine oder andere in uns. Unsere innere Festplatte wird programmiert, von der Ursprungsfamilie bis hin zum kollektiven sozialen Umfeld – wir richten uns im Leben ein und kommen bestenfalls weitestgehend gut durch.

Doch warum gibt es überall so viel Unfrieden, so viel Jammern und Gemecker, so viel Unzufriedenheit? Wo ist das Leck oder der Knackpunkt im Getriebe des großen Ganzen, dass Frieden zwar eins der höchsten Werte für uns ist, doch wir meist schon im kleinsten Kreis damit scheitern? Liegt es am unbewussten antrainierten selbstverständlichen Tun? Liegt es an unseren neuronalen Schaltkreisen im Gehirn? Können wir diese bewusst ansteuern?

In der positiven Psychologie ist erforscht und nachgewiesen, dass wir negative Erlebnisse schneller abrufen und abspeichern als positive. Das liegt an unserem evolutionären Jahrtausend Jahre alten Angstreflex. Ich brauche 4x so oft eine positive Erfahrung, damit sie auf meiner Festplatte gespeichert wird, eine negative Erfahrung wird sofort tief eingraviert. Das ist doch irre und paradox.

Was lässt unsere neuronalen Schaltkreise des Wohlbefindens aufleuchten und wachsen? Und welcher Fluch liegt auf dem verkümmerten Zustand bei so vielen? Worauf lenke ich meinen Fokus? Die Übung am Visionstag war ein perfektes Beispiel dafür, wie schnell die Fähigkeit des neuronalen Schaltkreises, sich auf etwas zu konzentrieren und wirre Gedanken zu vermeiden, untergraben wird.

In meinen Augen liegt es immer wieder am Schüren von Angst, einer unserer ureigensten Überlebensstrategien. Vor Millionen von Jahren war sie der wichtigste Wegweiser um zu Überleben. Dieses instinktive Wissen ist in uns angelegt. Es ist unsere ursächliche Blaupause, auf die wir uns aus dem Bauch heraus verlassen können. Doch heute wird Angst im Kopf erzeugt. Nicht als Wegweiser zu sich selbst, sondern als ganz legitimes Machtmittel zum Manipulieren und Führen? Unser Bauchgefühl ist wenig(er) wert, verkümmert immer mehr. Die in uns angelegte wundervolle Fähigkeit des instinktiven Handels aus dem Bauch heraus wird immer mehr ausgelöscht.

Die Medienflut überschwemmt tsunamiartig alles. Umso mehr Daten, umso mehr Verwirrung. Ich entziehe mich diesem ganz bewusst. Das ist meine persönliche Wahl. Ich lasse los, bleibe wach und vertraue (auf meinen Bauch) … und mir geht es damit immer besser …, auch wenn es für
mich eine tägliche Übung bleibt und nicht der leichteste Weg ist …doch damit halte ich den Trainingsmuskel meines neuronalen Schaltkreissystems in Bewegung … denn über allem schwebt ein Fokus, für den ich mich ganz klar entschieden habe: Ich gehe meinen Weg mit Gefühl, vertrauend, ohne Angst, ins Licht … Schritt für Schritt.

 


 

Seit dem Anfang der Pandemie halte ich jede Woche meine Erlebnisse in Form eines persönlichen Journalbeitrages fest. Damals hat der SchreibCoach Stefan Strehler einen Online-Kurs dazu angeboten. Seitdem schreibe ich nach seinen wöchentlichen Schreibimpulsen. Meist gibt es ein Zitat mit einem dazu passenden Motto. Manches Mal lasse ich mich davon inspirieren, doch auch hier gilt immer die „Muss-Diät“: Nichts muss, alles kann!   Ab jetzt werden hier immer wieder meine persönlichen Sicht-weise(n) zu Impulsen oder Themen erscheinen. Als Inspiration und Denkanstoß, denn ich finde, dass die Zeit reif ist, um neue Wege zu finden und zu gehen.