Keep the Balance – Ein Soziokratie-Spiel

 

welches das Finden von gemeinschaftsorientierten Entscheidungen trainiert und zudem nicht nur die Kreativität, sondern auch das fröhliche Miteinander anregt. 

 

Mehr als nur ein Zeitvertreib? Was spielst du und warum?

lautet die Frage von Ilka Kind, die Teil der Sommer-Blogparade in der The Content Socienty, ausgerufen von Judith Peters, ist.

Im folgenden Blogartikel findest du Antworten und noch mehr …

 


 

Was ist Soziokratie?

 

Soziokratie ist laut Wikipedia:

eine Organisationsform, mit der Organisationen verschiedener Größe – von der Familie über Unternehmen und NGOs bis zum Staat – konsequent Selbstorganisation umsetzen können. In ihrer modernen Fassung basiert sie auf Erkenntnissen der Systemtheorie. Durch ihre Prinzipien wird sichergestellt, dass ein Ignorieren von Spannungen strukturell vermieden wird und im Sinne von gemeinsamen Zielen nachgesteuert wird. Die Mitglieder einer Organisation entwickeln Mitverantwortung kollektiver Intelligenz sowohl für den Erfolg der Organisation als Ganzes als auch für jeden Einzelnen.

 

Soziokratie ist also ein perfektes Tool, um in gemeinschaftlicher Form für Themen oder Probleme Lösungen zu finden, für die in der jeweiligen Gruppe ein Konsens = ein gemeinschaftliches JA besteht.

 

Mehr Informationen über die Organisationsform Soziokratie oder Angebote zum soziokratische Prozesse erlernen und sich vernetzen findest du hier

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Keep the Balance – Wie ist der Spielablauf?

Entweder gewinnen alle oder keiner.

 

Wie schon der Name verrät, geht es bei diesem Spiel um die Balance. Nur, wenn alle Mitspieler sich einig sind, kommen sie ans Ziel.

Zu Beginn wird das Spiel aufgebaut. Es besteht aus einer runden Unterplatte, auf der die Platzhalter für die Spielkarten aus den möglichen Spielthemenbereichen, wie Dorf, Hausgemeinschaft, Schule, Familie etc markiert sind.

In die Mitte dieser Unterplatte wird von den Spielteilnehmern eine Flasche ihrer Wahl gestellt. An ihrem oberem Flaschenhalsende wird dann das runde Spielfeld mit so vielen Spielsteinen wie Teilnehmern platziert.

Eine Regel des Spieles ist es, dass dieses Spielfeld die gesamte Spielzeit nicht aus der Balance oder vom Flaschenhals kippen darf.

Um sich zu Beginn gegenseitig ein wenig besser kennenzulernen, gibt es als Erstes eine Runde mit Lebensfragen.

Jeder zieht eine Karte und beantwortet seine gezogene Frage so ehrlich wie möglich. Eine Frage könnte zum Beispiel sein:

Wenn du ein Tier sein dürftest, welches wärst du und warum?  oder  Welche Person aus dem öffentlichen Leben würdest du gerne einmal privat treffen?

Aus den Reihen der Teilnehmenden wird ein Spielführer und Protokollant gewählt, der oder die alle Vorschläge und Ideen während der Fragerunden stichwortartig aufschreibt. Das ist für den später zu findenden Lösungsvorschlag wichtig.

Aus den auf der unteren Spielplatte möglichen Bereichen wird von allen einstimmig das Thema des Spieles gewählt. Geübte Spielgruppen nutzen die Form des Spieles gerne auch für Themen aus dem eigenen Leben oder Umfeld, zu denen sie gerne eine Konsens-Lösung finden möchten.

Das Spiel beginnt. Es findet die erste Informationsrunde statt, in der jeder Spielteilnehmer die ihm wichtigen Eckdaten zum Thema benennt. Nur derjenige, der dran ist, darf reden. Alle anderen hören nur zu.

Danach erst folgt die erste Fragerunde, in der jeder Teilnehmer, wenn er an der Reihe ist, seine offenen Fragen in die Runde stellen kann.

Nach jeder Runde fragt der Spielführer alle Teilnehmenden, ob sie noch weitere offene Fragen gibt. Sollte auch nur bei einem etwas offen sein, gehen alle Mitspieler eine Runde zurück und die Runde geht von vorne los.

Nach der Fragerunde findet die nächste Informationsrunde statt, in der neu hinzugekommene Informationen oder weggefallene Informationen zusammengetragen werden. Jede Runde findet immer im selben Kreisrundlauf statt.

Daraufhin folgt eine Ideenrunde, in der jeder Mitspieler seine Vorschläge für eine Lösung allen anderen kund tut.

Zusammen mit dem Protokollanten fasst der Spielführer am Ende der Ideenrunde alle Lösungsvorschläge zu einem Lösungsvorschlag zusammen und trägt diesen allen Mitspielern vor.

Alle Mitspielenden haben das Recht, dafür oder dagegen zustimmen. Lässt sich kein einstimmiger Konsens zum Vorschlag finden, gehen alle auf dem Spielbrett wieder einen Schritt zurück. Dieser Prozess wird so lange fortgesetzt, bis ein für alle stimmiger Konsens gefunden wurde.

Am Ende des Spieles stehen alle Spielsteine in der Mitte zusammen, direkt über dem Flaschenhals – alles ist in Balance.

Der Spirit des Spiels lautet: 

Mit jeder Runde kommt man gemeinsam näher zum Ziel!

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Was sind die Vorteile von Keep the Balance?

 

Das Spiel ist sehr gut geeignet:

  • für Gemeinschaften, in denen soziokratische Entscheidungen getroffen werden sollen
  • in schulischen Abstimmungsprozessen
  • in kollegialen Abstimmungsprozessen
  • um neue Lösungsansätze bei Herausforderungen oder Problemen zu bekommen
  • um sich in Toleranz und einem WIR-Gefühl zu üben
  • um gewaltfreies Kommunizieren zu praktizieren
  • um spielerisch Kinder oder Erwachsene an ein selbstverantwortliches Handeln heranzuführen
  • um Projekte selbst erfolgreich im Sinne eines größeren Ganzen zu organisieren

 

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Warum ich regelmäßig mit anderen zusammen Keep the Balance spiele?

 

Als ich das erste Mal von Keep the Balance gehört habe, war ich vor allem davon begeistert, dass in diesem Spiel das Ziel darin besteht, dass alle gewinnen.

Neugierig ging ich zum verabredeten Termin. Mir war mulmig, denn ich kannte in dieser Runde niemanden. Der erste Eisbrecher war auch bei mir die Beantwortung der Lebensfrage. Sie nahm mir die Scheu und es war erstaunlich, wie schnell mein sonstiges Fremdeln verschwunden war.

Nach diesem ersten Abend wusste ich, davon will ich mehr. Mittlerweile habe ich schon mehrfach an tollen Prozessentwicklungsthemen teilgenommen und bin immer wieder begeistert, auf welch coole Lösungen wir immer wieder gemeinsam kommen. Vor allem, wenn Mitspieler ihre eigenen persönlichen Themen zum Spiel mitbringen, hat nicht nur er oder sie, sondern alle Beteiligte einen großen Gewinn.

In den heutigen Zeiten des kollektiven Wandels wünsche ich mir viele Orte, an dem Keep the Balance als spielerisches Werkzeug Einzug in Chefetagen, in Schulen und in Gemeinschaften findet.

 

Wer Interesse an einem Keep the Balance-Spieleabend in Berlin hat, kann mich gerne anschreiben. 

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Ich danke nochmals der LRS-Trainerin und Lerncoach Ilka Kind für die wundervolle Gelegenheit, im Rahmen der Sommer-Blogparade über meine derzeit liebstes Spiel KEEP THE BALANCE berichten zu dürfen.

Falls dir der Artikel gefallen hat oder du Gedanken und Hinweise dazu hast, hinterlasse mir gerne einen Kommentar …