Sicht weise(n): Mein geteiltes Leben – mein Resilienzvorteil

Sicht weise(n): Mein geteiltes Leben – mein Resilienzvorteil

Mein geteiltes Leben 

besteht mittlerweile aus 23 Jahre im Osten zu 35 Jahre im Westen.

 

Wie viel DDR steckt noch in dir? Eine sehr spannende Frage, die die Trauma- und Familientherapeutin Sylvia Tornau, im Rahmen der Sommer-Blogparade 2024 stellt.

Seit vielen Jahren beschäftigt mich das Thema der Aufarbeitung der Ost-West-„Wende“geschichte und deren Folgen in Biografien. Nicht nur aus eigener familiärer Betroffenheit, sondern um auf beiden Seiten der früheren Mauer mehr Verständnis für die unterschiedlichen Befindlichkeiten und (neu) gewachsenen Strukturen zu wecken.

Denn die Mauern oder falschen Vorstellungen in den Köpfen in Ost und West sind bis heute zum Teil nicht weg und lassen sich auch nicht so leicht abbauen, wie die physische Mauer Anfang der 90er Jahre.

 


 

Meine familiäre Herkunft

 

Mein Familiensystem ist grenzenlos in vielen Linien in Ost und West verstrickt.

 

Meine väterliche Ahnenlinie

 

Mein Vater ist als uneheliches Kind vor dem Zweiten Weltkrieg in Magdeburg zur Welt gekommen.

Seine Mutter hat ihn in Magdeburg zu Pflegemüttern gegeben, weil ihre Eltern sie im Westen am Nord-Ostsee-Kanal sonst enterbt hätten, wenn sie das Kind mit nach Hause gebracht hätte.

So blieb mein Vater nach dem Krieg weiterhin im Osten und sie ging mit ihrem neuen Mann in den Westen.

Ich erinnere mich, dass ab Ende der 70er Jahre jedes Weihnachten ein Päckchen mit Schokolade von „Oma Ruth“ bei uns ankam.

Meine Schwester und ich schrieben brav jedes Jahr eine Dankeskarte, auch wenn wir weder ein Bild von ihr noch eine Vorstellung davon hatten, wo oder wie diese fremde Frau, unsere Großmutter, lebte.

In den Jahren nach der Wende versuchte ich zweimal meine Großmutter an der Nord-Ostsee-Grenze zu besuchen, um ihr ihre Ur-Enkeltochter vorzustellen.

Jedes Mal sagte sie einen Tag vor meiner Reise zu ihr ab, weil ihr Mann es nicht wollte. So habe ich meine Großmutter väterlicherseits nie kennengelernt.

 

Meine mütterliche Ahnenlinie

 

Die Eltern meiner Mutter zogen 1972, nachdem sie in der DDR offiziell Rentner geworden waren, wieder zurück in den Westen, in die Nähe, wo meine Großmutter aufgewachsen war.

Sie wurden dadurch für mich zu Ferienkurzbesuch-Großeltern. Vor allem für meine Mutter war der Wegzug ihrer Eltern in den Westen ein großer Verlust, der ab dem Moment auch unser Alltagsleben prägte.

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Das Leben in einer Künstlerfamilie

 

Als Kind einer Künstlerfamilie in einem Arbeiter-und-Bauern-Staat hatten wir einen anderen Status als die meisten Kinder, mit denen ich aufgewachsen bin.

Meine Eltern waren nicht in der Partei, lebten ihre Kunst frei aus und wurden von der Stasi nicht nur observiert, sondern auch dazu gezwungen „mitzuspielen“, sonst würden Sanktionen folgen. 1990 wurde mein Vater in der Gauck-Behörde als IM enttarnt. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass er mit der Stasi kooperiert hatte, um seine Arbeit als Kameramann bei der DEFA nicht zu verlieren. Zu Hause wurde darüber nie gesprochen.

Meine Mutter hatte sich zwar erfolgreich gegen die Anwerbung der Stasi gewehrt, bekam jedoch zwei Jahre lang keine Aufträge mehr als freiberufliche Schauspielerin. Ein unausgesprochenes Berufsverbot. 

Für mich war all dies normal. Ich kannte es nicht anders. Aufgrund der vielen Gastspielaufträge – sogenannter Mucken – meiner Mutter in anderen Städten war die Schule und das geregelte Gefüge in der Pionierorganisation oder in der FDJ für mich das stabile Grundgerüst, in dem ich sehr früh lernte, selbständig für mich zu sorgen. Vor allem das Gemeinschaftliche dort hat mich sehr geprägt.

 

Kein Abitur

 

Einzig beim Abitur wurde mir als nicht-Arbeiter-und-Bauern-Kind ein Stein in den Weg gelegt. Nicht nur die Berufe meiner Eltern hatten daran ihren Anteil, sondern auch die gestellten Ausreiseanträge der Geschwister meiner Mutter, die nach und nach in den Westen zogen.

So blieb mir nach der 10. Klasse nur die Möglichkeit, erst einmal eine Ausbildung zu absolvieren, um dann auf der Abendschule mein Abitur nachzuholen.

 

Fehlendes Reisefieber-Gen

 

Aus den Erzählungen meiner Großeltern und ausgereisten Verwandten wusste ich, dass im Westen auch nur mit Wasser gekocht wird und dort vieles auch nicht nur einfach sei.

Von daher hatte ich nie das Gefühl, dass es mir an etwas fehlte. In der DDR fühlte ich mich sicher. Wahrscheinlich lag es jedoch auch daran, dass ich damals, wie auch heute kein ausgeprägtes Reisefieber-Gen hatte und habe. Meine kleine Welt um mich herum reichte mir.

Hier fühlte ich mich gut umsorgt: Ich heiratete früh, bekam dadurch eine Wohnung und einen Ehekredit, bekam mein Kind, blieb ein Jahr zu Hause, bekam danach sofort einen Kinderkrippenplatz und einen monatlichen Haushaltstag, brauchte die ganze Zeit über keine Angst um meinen Arbeitsplatz zu haben.

In der DDR gab es viele familien-fördernde Bedingungen. Das waren alles Dinge, wovon junge Familien in der BRD nur träumen konnten.

Doch das war nur eine Seite der Medaille. Umso älter ich wurde, umso mehr stellte ich in Frage. Wenn die Wende nicht gekommen wäre, wäre es auch mir irgendwann zu eng geworden. Von daher trauere auch ich der DDR nicht hinterher.

Jedoch hätte es für die Zusammenführung zweier so unterschiedlichen Staaten mehr Zeit gebraucht. Die Folge war, dass die guten familien-fördernden Bedingungen der DDR erst einmal abgeschafft und die marode Wirtschaft komplett platt gemacht wurde. Die kapitalistische D-Mark überall war das Ziel.

Die Menschen, die in der DDR lebten, wurden zur Nebensache. Viele junge Leute aus der DDR ergriffen ihre Chance, doch für die Alten, die nach dem Krieg alles aufgebaut hatten und fast ihr ganzes Leben in der DDR gelebt hatten, brach eine Welt zusammen. Viele von ihnen, die im Alter von 45+ fielen im neuen Staatssystem durchs Raster. Meine Eltern gehörten auch dazu. Auch das hat mich geprägt.   

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Identitätsverlust

 

Als am 09.11.1989 die Mauer fiel, hatte ich gerade meine zweite Ausbildung zur Buchhändlerin abgeschlossen und eine schwere Lungenentzündung überstanden.

Ich wohnte direkt an der Mauer am Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße, war schon wieder geschieden und arbeitete im Vertrieb des Akademie-Verlages der Akademie der Wissenschaften.

Innerhalb kürzester Zeit änderten sich alle Gegebenheiten. Der Verlag wurde verkauft, von den 60 Mitarbeitern in Vertrieb und Werbung blieben für die neue Marketingabteilung noch sechs Mitarbeiter übrig. Alle anderen wurden entlassen.

Meine Berufsabschlüsse waren von jetzt auf gleich nichts mehr wert und als alleinerziehende Mutter war ich erst einmal froh, eine der sechs verbliebenden Mitarbeiter zu sein.

Mein bisheriger Chef wurde durch einen Marketingleiter aus dem Westen ausgetauscht.

In meinem Umfeld gab es viel Unruhe. Ich versuchte mich schnellstmöglich in das neue System hineinzufinden.

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

10 Jahre Scham

 

Wenn ich nach der Wende gefragt wurde, was ich beruflich mache, rutschte mir anfangs schnell: „Ich bin Buchhändler“ heraus. Damit hatte ich mich sofort als Ossi geoutet. In der DDR stand auf den Abschlusszeugnissen nur die männliche Berufsbezeichnung. Gleichfalls war es bei typisch ostdeutschen Begriffen, wie „ich wohne in einer 3-Raum-Wohnung“ oder „mein Haus wird rekonstruiert“.

Lange Zeit habe ich mich für meine Ost-Identität geschämt. Doch nicht nur dafür. Auch für die Ossi-Trauben, die sich bildeten, wenn es irgendwo Bananen, Kaffeepackungen oder andere bunte Werbe-Produkte für umsonst gab. Als ob wir in der DDR verhungert wären, nur weil bei uns nicht alles in x-facher Ausführung oder in bunt gab. Das fand ich so erniedrigend. Damals habe ich Fremdschämen gelernt.

Der Westen überrannte uns mit seinen manipulativen Tricks. Vor allem große Versicherungsfirmen versprachen das Blaue vom Himmel. Wenn wir jetzt alle unsere Freunde anwerben, könnten wir den großen Reibach machen. Nicht wenige fielen darauf herein und bisher stabile Freundeskreise zerbrachen.

 

Ein schaler Beigeschmack

 

Mein Selbstwert war aufgrund von subtilen Abwertungserlebnisse Jahre gestört und es brauchte lange, dass ich wieder zu mir und meinen Werten von Ehrlichkeit und gemeinschaftlichem Zusammenhalt stehen konnte.

Lange fühlte sich die Aussage: „Ach du kommst aus dem Osten“ sehr unangenehm an. Es schwang darin eine (unbewusste) Wertung mit und ich fühlte mich in eine Schublade gepresst, aus der ich nicht mehr herauskam. Immer mehr verstellte ich mich, um mich nicht als Ossi zu outen. Das war anstrengend.

 

Mein Resilienzvorteil

 

Glücklicherweise drehte sich das innere Gefühl irgendwann wieder.

Heute sehe ich meine Anstrengungsleistung, mich fast über Nacht von Null auf Hundert in ein neues Regel- und Staatssystem erfolgreich integriert zu haben als großen Resilienzvorteil und bin stolz darauf.

Mit meinen in der DDR entwickelten Fähigkeiten aus Nichts etwas zu kreieren, dieses flexible Improvisationstalent oder mein Gemeinschaftssinn und noch vieles mehr, zusammen mit meiner vielfältigen Erfahrung der letzten 35 Jahre im Westen geben mir heute eine innere Sicherheit.

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Die Ossi-Prägung der nächsten Generation

 

Meine Tochter war drei Jahre alt, als die Mauer fiel. Seit fast 20 Jahren lebt sie nun schon in Süddeutschland. Doch sie wird auf ewig ein Ossi-Bärchen bleiben. So leicht lassen sich die Prägungen nicht aus den Ahnenlinien tilgen.

Wir Eltern sind beide im Osten aufgewachsen. Auch ihre Kinder werden noch ostdeutsche Großeltern erleben, die sie unbewusst prägen werden.

Viele junge Menschen in Deutschland kennen die DDR nur noch aus Erzählungen. Ein Phantom-Land, dass es nicht mehr gibt. Umso wichtiger finde ich es, dass die Geschichten dieser 40 Jahre gelebten Lebens nicht vergessen werden dürfen, denn das Erbe dieser Zeit wird auf vielen Ebenen noch länger weiterwirken.

 

Geschichtliche Aufarbeitung

 

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die zur Wendezeit gerissene kollektive Wunde der ostdeutschen Entwertung und die gefühlt koloniale Übernahme des Ostens durch den Westen offen und ehrlich auf den Tisch kommen. Wir sollten darüber reden.

Vielleicht kann so die derzeitige immer größer werdende politische Parteienschere wieder mehr in eine balancierte Mittelposition gerückt werden.

Vielleicht verbessert sich dadurch das im Osten weit verbreitete Gefühl von nicht-gesehen und nicht-verstanden werden wieder.

Es braucht in meinen Augen beidseitiges Mitgefühl, offene Ohren und ein neues miteinander kommunizieren, um das Band zwischen Ost- und Westdeutschland zu vereinen.

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster


 

Resümee

 

  • So wie nicht alles in der DDR schlecht war, ist im Westen auch nicht durchweg alles gut. Es braucht neue Wege der Begegnung auf beiden Seiten in der Zukunft.

 

  • Ich werde bis zu meinem Lebensende ein Ossi bleiben, auch wenn ich schon weit über die Hälfte meines Lebens nunmehr im vereinigten Deutschland lebe.

 

  • Der Ressourcenschatz all der Erfahrungen meines geteilten Lebens ist das Fundament, auf dem ich heute stehe. Eine Entwicklungsleistung, auf die ich stolz bin.

 

  • Die zwei Seelen meines geteilten Lebens sind mittlerweile glücklich verheiratet.

 

Wer noch mehr über das Leben von Frauen in Ostdeutschland erfahren will, dem empfehle ich den wunderbaren Film Die Unbeugsamen 2 von Torsten Körner

 

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Ich danke nochmals Sylvia Tornau für die wundervolle Gelegenheit, im Rahmen der Sommer-Blogparade 2024 über mein geteiltes Leben und meine Ossi-Seele zu schreiben.

Ich freue mich sehr, wenn du mir bei diesem Blogartikel einen Kommentar hinterlässt.

Das hilft mir sehr. So finden mehr Menschen den Blog und können von den Themen profitieren.

(Hab keine Scheu zu kommentieren. Denn nur dann nimmt Google und Co diesen Artikel in seinen Algorithmus auf und bietet ihn auch anderen an.)

Wie immer freue ich mich über deine Rückmeldung. Ich wünsche ich dir eine wundervolle Zeit.

 

 

Sicht weise(n): Kontaktabbruch in der Familie

Sicht weise(n): Kontaktabbruch in der Familie

Kontaktabbruch in der Familie – ein Tabu-Thema oder Not-wendig

 

Mit dem Format TABU-Talk lädt die Persönlichkeitsentwicklerin und als Epigenetik-Coach arbeitende Generose Sehr aus Österreich im Rahmen der Blogparade in diesem Sommer andere Blogger:innen ein, über ein Tabu-Thema zu schreiben, dass dich selbst oder deine Umgebung bewegt.

Sie fragt: Über welches Tabu sollte endlich öffentlich geredet werden? Welches Tabu sollte endlich gebrochen werden?

Seit langem beschäftige ich mich aus eigener Betroffenheit in beide Richtungen mit dem Tabu-Thema: Der Kontaktabbruch in der Familie – zu den Eltern, Geschwistern oder Kindern.

Mit diesem Artikel möchte ich das Bewusstsein dafür öffnen, sich mit diesem Thema zu beschäftigen, denn Kontaktabbrüche in Familien kommt häufiger vor als gedacht, nur redet niemand gerne darüber.

 


 

Kontaktabbruch zu den Eltern oder Geschwistern

 

„Ich halte es einfach nicht mehr aus. Ständig kann ich dir es nicht recht machen.

Lass mich, ich bin erwachsen und leb jetzt mein eigenes Leben.“

 

So oder so ähnlich könnte es sich anhören, wenn erwachsene Kinder beim Zusammentreffen auf ihre Eltern oder einen Elternteil treffen. Der Elternteil meint es meistens zwar nur gut, denn Eltern wollen für ihre Kinder nur das Beste, doch fehlt ihnen vor allem anfangs im Ablöseprozess der respektvolle Abstand und sie erreichen damit oftmals nur das Gegenteil: den Rückzug des Kindes oder sogar den kompletten Kontaktabbruch.

 

Wenn die Kinder ausziehen

Vielen Eltern fällt das Loslassen ihrer flügge gewordenen Kinder schwer. Aus der jahrelangen fürsorglichen Rolle in die Rolle des beobachtenden, wohlwollenden Erwachsenen zu wechseln, ist herausfordernd. Die wenigsten sind darauf vorbereitet. Sie wollen ihre Kinder doch nur vor Fehlern oder Fehlentscheidungen warnen. Doch die jungen Erwachsenen müssen ab jetzt ihre eigenen Erfahrungen machen.

Mittlerweile unterschreibe ich die abgedroschene Phrase „Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen.“ sofort, denn wo man bei kleinen Kindern noch pusten und trösten kann, kann man bei seinen großen Kindern nur noch von außen zuschauen, wie sie ihre Fehler meistern. Dass das der normale Lauf der Dinge ist, kann jedoch für den einen oder anderen Elternteil schon eine Herausforderung sein.

 

Sie wollen ihren eigenen Weg finden

Erwachsene Kinder ertragen die gefühlten Bevormundungen oder Ratschläge ihrer Eltern zu Familienfesten oder Feiertagen manchmal nur des Friedens willens. Sie halten sich an die vorgegebenen gesellschaftlichen Konventionen. Doch nicht wenige ziehen irgendwann auch einen klaren Strich und brechen den Kontakt ab.

Aus Selbstschutz oder weil sie ihre eigene Beziehung oder Familie beschützen wollen. Manchmal nur für eine kurze Zeit, doch nicht wenige auch für länger oder für immer. Denn in nicht wenigen Familiensystemen wirken meist unbewusst weitergereichte toxische Muster.

Manchmal ist es ein Not-wendiger Schritt, um sich selbstbestimmt ein eigenes Leben aufzubauen und um sich die Zeit zu nehmen, die angelernten Konditionierungen der Kindheit zu überprüfen. Bestenfalls findet danach eine Wiederbegenung auf einer neuen Ebene statt.

 

Gesellschaftliche Muster

Aus der gesellschaftlichen Moral – Blut ist stärker als Wasser oder wir sind eine Familie und halten zusammen, egal was passiert – als jahrhundertelang gelebte Konditionierung auszusteigen, bedarf einer großen Portion Mut. Doch bei manchem ist die Not irgendwann so groß, dass als einziger Ausweg der Kontaktabbruch scheint, um sich nicht länger den oft eingefahrenen gängelnden Verhaltensmustern weiter auszusetzen.

 

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Kontaktabbruch der eigenen Kinder

 

Was habe ich bloß falsch gemacht? Warum redet mein Kind nicht mehr mit mir?

Diese Frage martert viele, die erleben müssen, dass sich das eigene Kind von ihnen abwendet oder sogar den Kontakt komplett abbricht.

Oft folgt darauf, vor allem bei Alleinerziehenden, eine lange Zeit von Selbstvorwürfen, zermürbendes Grübeln und immer wieder hoffnungsvollen Versuchen, den Kontakt zum Kind wiederherzustellen. Eine quälende Zeit, die oft mit psychischen Folgen für die Gesundheit einhergehen, denn das eigene Kind nicht mehr erreichen zu können, tut unendlich weh.

Keine Antwort auf seine Fragen zu erhalten, nur endloses Schweigen zu ernten, statt miteinander zu reden. Immer wieder nur hoffen zu können, dass diese Phase bald wieder vorbei sei. Für viele Eltern wäre ein Kontaktabbruch eines Kindes eine der schlimmsten Vorstellungen, dass ihnen so etwas passieren könnte.

 

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Meine eigene Kontaktabbruch-Geschichte

 

Kindheit

Als ich vier Jahre alt war, ließen sich meine Eltern scheiden. Meine Schwester und ich pendelten seitdem zwischen beiden hin und her. Meine Schwester hatte schon die Rolle der lieben Ruhige inne, so blieb mir nur die Rolle der Rebellin. Wenn mein Vater mir ansah, dass ich keine Lust auf seine Spielchen hatte, zündete mein Verhalten oft seinen cholerischen Anteil und er warf mich raus: „ich will dich nie wieder sehen, bei mir brauchst du nie wieder klingeln.“ Ich nahm ihn schon als 8jährige ernst. So begann meine Kontaktabbruch-Geschichte.

Oftmals war es dann meine Mutter in ihrer Not der Grundversorgung, dass sie mich wieder zu ihm schickte. Er ist doch dein Vater, hab dich nicht so, diesmal wird er dich bestimmt nicht wieder schlagen oder rausschmeißen.“ Immer wieder ließ ich mich als Kind darauf ein, immer wieder folgte das Gleiche: meine Schwester liebte er für ihr ruhiges Wesen und ihre Besonnenheit, ich flog fast jedes Mal wieder mit oder ohne Schläge raus. Von meiner Mutter bekam ich keinen Rückhalt, sie war mit sich und ihrer Welt beschäftigt.

 

Jugend

Mit 16 verließ ich mein Elternhaus und brach erstmals zu beiden den Kontakt ab. Doch die schon in der Kindheit installierten Co-Abhängigkeitsbedingungen ließen mich immer wieder rückfällig werden. Erst drohte meine Mutter mit ihrem Tod, oder mein Vater, der bei mir um die Ecke wohnte, wickelte mich mit charmanten Worten wieder ein, bis ihm erneut mit mir der Kragen platzte. So erlebte ich, bis ich Mitte 30 war, ein immerwährendes Ping-Pong-Spiel. Ich war der Spielball ihrer narzisstischen Launen, depressiven Tiefen oder Alkoholexzesse.

Als ich mit Ende 20 mit langandauernden Panikattacken zusammenbrach, holte ich mir erstmals therapeutische Hilfe und wurde mit jedem Jahr stärker, erkannte die toxischen Mechanismen, setzte immer besser meine Grenzen. Doch es dauerte weitere Jahre, bis ich den Mut fand, den Kontakt zu meinem Vater komplett abzubrechen. Immer wieder hoffte ich doch nur auf eine liebevolle Geste von ihm.

 

Mein Vater

Dank der Unterstützung meiner Linkshändertherapeutin ist mir es mit 45 Jahren endlich gelungen, aus dem toxischen Co-Abhängigkeitsverhältnis zu meinem Vater auszusteigen. Nachdem er mich mal wieder in einem cholerischem Anfall anschrie, was für ein Stück Scheiße ich sei, weil ich ihn nun auch noch bestehlen würde. Ich rief meine Schwester an und übergab von nun ihr die Verantwortung für ihn, an die, die er immer so sehr liebte.

Mit dieser Entscheidung drehte sich etwas in unserem Familiensystem, denn meine mittlerweile erwachsene Tochter übernahm meine Rolle. Obwohl sich mein Vater nie besonders als Großvater um sie gekümmert hatte, war er nun in ihren Augen das Opfer.

 

Meine Tochter

Vom ihrem Mann erhielt meine Tochter viel Unterstützung in Bezug auf ihre Rolle meinem Vater gegenüber. Gleichfalls sagte er mir ins Gesicht, dass er dafür sorgen würde, dass mein eng vertrautes Verhältnis zu meiner Tochter aufhören wird.

Er war fast gleich alt wie ich und damals konnte ich mir nicht vorstellen, dass er dazu in der Lage wäre. In den dann folgenden Jahren ignorierte mich meine Tochter immer mehr, bis der Kontakt komplett abbrach. Anfangs machte ich mir viele Vorwürfe. Selbstzweifel nagten an mir. Ich fiel in eine schwere Depression, suchte mir wieder therapeutische Hilfe.

Ich lernte Schritt für Schritt, mit meinem inneren Kind Frieden zu schließen, führte Vergebungszeremonien durch, begann mein eigenes Trauma aufzuarbeiten. Das waren keine leichten Zeiten, doch ich blieb dran, denn ich wollte meine Lebensfreude wiederfinden. Vor allem wollte ich auch die Familientraumaspirale unterbrechen.

 

Das erste Wiedersehen

Nach zehn Jahren, in der Zwischenzeit hatten auch mein Stiefvater und meine Schwester aus verschiedenen Gründen den Kontakt zu mir abgebrochen, fühlte ich mich mitten in der Corona-Zeit bereit, mich meinem Vater erneut zu stellen, um herauszufinden, ob ich mit ihm meinen Frieden hatte.

Er lebte mittlerweile mit einer leichten Demenz in einem Pflegeheim in einer anderen Stadt. Ich hatte keine Ahnung, wie er auf das Wiedersehen mit mir reagieren würde, ob er wieder nur einen cholerischen Anfall bekommen würde, weil ich mich so lange nicht bei ihm gemeldet habe oder sich über den neuen Kontakt freuen würde.

Mit einer Freundin zur Unterstützung fuhr in die andere Stadt und stellte mich dieser Konfrontation. Als er mit seinem Rollator mit der Schwester um die Ecke kam und mich erkannte, begannen seine Augen zu leuchten und er sagte nur: „Da is sie ja, meine Kleene“. Das war das Netteste und Schönste, was er jemals in meinem Leben zu mir gesagt hat.

All mein Groll, all meine Wut waren der lang verschütteten Liebe gewichen. Heute ist er einfach mein kleiner Papa, den ich liebe, ein Mensch mit einer sehr traumatischen Kriegskindheitsgeschichte.

Denn eines ist mir in den Jahren der Aufarbeitung klar geworden: So wie Eltern immer nur das Beste für ihre Kinder wollen, tragen Kinder aus Liebe für ihre Eltern deren leidvolle Päckchen, damit sie sie nicht verlieren.

 

Eine Liebeserklärung

Mit meinem Vater habe ich einen gutes Ende nach zehn Jahren Kontaktabbruch gefunden. Ob meine Tochter irgendwann den Kontakt zu mir wieder aufnehmen kann, steht in den Sternen. Doch auch damit habe ich in den letzten zehn Jahren meinen Frieden gefunden. Sie muss ihren ganz eigenen Weg gehen.

Auch wenn ich damals das Gefühl hatte, als würde man mir bei lebendigen Leibe ein Stück aus dem Herzen schneiden, hat mich mein ganzer Weg heute dahin gebracht, sie bedingungslos zu lieben. Keine Erwartungen, keine alten Anhaftungen. Es ist mittlerweile ein Gefühl von großer Freiheit in mir und an Weihnachten und anderen familiären Festen denke ich mir manchmal auch: wie ehrlich und konsequent wir im Umgang miteinander sind.

Es war ein intensiver Trauerprozess, den ich über Jahre durchlaufen bin, doch heute kann ich aus vollem Herzen sagen: ich liebe sie, so wie sie ist und bin mir auf tiefster Ebene sicher, dass auch sie mich liebt, auch wenn wir es uns in Echtzeit gerade nicht zeigen können. Das Leben wird zeigen, ob sich unsere Wege noch einmal kreuzen werden. Nichts muss, alles kann und ich bin mir sicher, dass es wenn, dann eine Begegnung auf einer neuen Ebene sein wird.

 

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Kontaktabbruch als Not-wendige Schutzreaktion

 

Es gibt viele mögliche Gründe, warum der Kontakt zu den Eltern oder Geschwistern abgebrochen wird:

 

  • Die neuen Partner von geschiedenen Eltern mischen sich ständig ein oder sind dem Kind unsympathisch
  • Unangemessenes Verhalten der Eltern gegenüber den Schwiegerkindern
  • Die Geschwister haben zwei völlig unterschiedliche Wahrnehmungen zu der erlebten Kindheit mit den Eltern
  • Vertrauensbrüche zwischen Eltern und Kindern und umgekehrt
  • Vertrauensbrüche und Vorwürfe zwischen Geschwistern
  • Erbstreitigkeiten zwischen Geschwistern
  • Toxische Beziehungsmuster, wie z.B. narzisstische Persönlichkeitsstrukturen oder Co-Abhängigkeiten
  • Ein- oder Austritte in oder aus einer Sekte oder sektenartigen Gemeinschaften (z.B. Zeugen Jehovas o.ä.)

 

Da diese Gründe oft verdeckt oder unbewusst ablaufen, dauert es manchmal Jahre bis Jahrzehnte, bis diese Mechanismen ins Bewusstsein gelangen oder aufgedeckt werden. Um sich erfolgreich aus den gewohnten Strukturen eines Familiensystems abzugrenzen, bedarf eines starken Standings oder Rückhalts in anderen Kreisen. Viele suchen sich therapeutische Unterstützung.

Jedoch ist für manche der Preis eines Kontaktabbruchs zu hoch, denn er bedeutet oft die Ausgrenzung oder das Gefühl des ausgestoßen Werdens aus dem Familienkreis. Viele versuchen daher lieber sich mit dem Zustand zu arrangieren.

 

Wege im Umgang mit dem Kontaktabbruch von Angehörigen

 

  • Gespräche mit Gleichbetroffenen
  • sich familientherapeutische Unterstützung holen
  • eine/mehrere Familienaufstellungen
  • eine Selbsthilfegruppe suchen/gründen, denn das Thema betrifft mehr, als man denkt
  • Aufarbeitung der eigenen Geschichte
  • eigene Persönlichkeitsentwicklung
  • Selbstreflektion und Vergebungsarbeit
    und so weiter …

 

Buchempfehlungen zum Thema, wenn du dich mehr damit beschäftigen willst

 

  • Tina Soliman: Funkstille. Wenn Menschen den Kontakt abbrechen.
  • Dorothee Döring: Das wars. Wenn Erwachsene Kinder den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen
  • Claudia Haarmann: Kontaktabbruch in Familien. Wenn ein gemeinsames Leben nicht mehr möglich scheint.

 

(Buchtitel sind Affinity-Links)

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster


 

Kontaktabbruch als Tabu in der Gesellschaft

 

Wann ist dir das Thema: Kontaktabbruch in der Familie in deinem Freundeskreis oder in deiner Umgebung das letzte Mal begegnet? Wie hast du darauf reagiert?

 

Die meisten würden auf diese Frage wahrscheinlich betroffen die Schultern zucken. Das ist ein Thema, über das nicht gerne gesprochen wird, mit dem man sich nur ungern auseinander setzt.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schnell Gespräche ins Stocken oder in eine andere Richtung geleitet werden, wenn ich von meinem Kontaktabbruch oder dem meiner Tochter zu mir beginne zu sprechen. Ein unangenehmes Gefühl entsteht in der Runde, manchmal auch betretendes Schweigen. Es folgen geäußerte Ausflüchte, Ablenkungen oder spontane Abwendungen.

Zu groß ist die Scham, die Angst, die Wut, sich mit diesem Thema zu beschäftigen oder sich öffentlich dazu zu bekennen. Darf ich das meinen Eltern antun? Die anderen bekommen das doch auch hin. Es ist viel leichter das Spiel mitzuspielen, als sich gegen den Strom des Familiensystems zu stellen. Die Familie wird auch in Deutschland als die kleinste gemeinsame Einheit verkauft, ist die heilige Kuh, an der nichts zu rütteln gibt.

Doch in diesen wandlungsreichen Zeiten sollten wir den Mut haben, offen und ehrlich darüber und miteinander zu reden, das Schweigen zu beenden, um toxische Beziehungsmuster zu verändern.

 

Denn wenn es uns noch nicht einmal gelingt, im kleinen Familiensystem Frieden zu schaffen, wie soll es dann für die ganze Welt gelingen.

 

Im Kleinen wie im Großen. Jeder kann damit beginnen. Aus eigener Erfahrung möchte ich dich zu einem ehrlichen Austausch ermutigen. Auch wenn es vielleicht nicht leicht erscheint, es lohnt sich in jedem Falle.

 

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Ich danke nochmals Generose Sehr für die wundervolle Gelegenheit, hier das erste Mal über mein persönlich erlebtes gesellschaftliches Tabuthema zu schreiben.

 

Ich freue mich sehr, wenn du mir bei diesem Blogartikel einen Kommentar hinterlässt.

Das hilft mir sehr. So finden mehr Menschen den Blog und können von den Themen profitieren.

(Hab keine Scheu zu kommentieren. Denn nur dann nimmt Google und Co diesen Artikel in seinen Algorithmus auf und bietet ihn auch anderen an.)

Wie immer freue ich mich über deine Rückmeldung. Ich wünsche ich dir eine wundervolle Zeit.

 

Sicht weise(n): 100 Dinge, auf die ich stolz bin

Sicht weise(n): 100 Dinge, auf die ich stolz bin

100 Dinge, auf die ich stolz bin!

Meine Bloggerkollegin Lorena Hoormann ist eine der 104 Blogger:innen, die es in diesem Sommer im Rahmen der Blogparade wissen wollen.

Ihr Thema hat mich besonders angezogen: 100 Dinge, auf die ich stolz bin

Da bin ich gerne mit dabei, auch wenn ich die Zahl 100 ganz schön sportlich fand. Doch hier sind sie. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen.


 

No. 1 bis No. 19

Ich bin stolz darauf, dass …

No. 1
meine Tochter ihren Weg selbstbestimmt und geradlinig geht.
No. 2
meine Tochter in kürzester Zeit ihr Studium und ihren Doktor in Biologie mit Summa cum Laude absolviert hat.
No. 3
ich, trotz nicht leichter Umstände und als alleinerziehende Mutter, meiner Tochter einige meiner Werte wie Mut, Zuversicht und Durchhaltevermögen mitgegeben habe.
No. 4
ich mittlerweile guten Gewissens und mit viel innerem Frieden sagen kann, dass ich als Mutter mein Bestmögliches gegeben habe, auch wenn es nicht immer perfekt war.
No. 5
ich mich getraut habe, mit 16 mein Elternhaus zu verlassen und alleine nach Berlin zurückzugehen.
No. 6
ich während meiner ersten Ausbildung zur Sekretärin in der DDR Berliner Meisterin im Schreibmaschine-schnell-schreiben ohne Fehler geworden bin.
No. 7
ich nach meiner ersten Ausbildung 2 1/2 Jahre lang dreimal in der Woche abends an der Abendvolkshochschule neben meiner Vollzeitarbeit mein Abitur nachgeholt habe.
No. 8
ich zwischen den schriftlichen und mündlichen Abiturprüfungen auch noch mein Kind zur Welt gebracht habe.
No. 9
ich nach dem Babyjahr berufsbegleitend noch einen zweiten Beruf – Verlagsbuchhändlerin – gelernt habe.
No. 10
ich mit 19, an einem Freitag, den 13. Januar, meinen Führerschein nach der Mindestanzahl von notwendigen Fahrstunden erfolgreich bestanden habe.
No. 11
ich mir als Kind meinen Traum vom Tanzen – trotz Ablehnung an der staatlichen Ballettschule – in einem Tanzensemble erfüllt habe.
No. 12
ich als junges Mädchen in kürzester Zeit ein 10.000 Teile-Puzzel ganz alleine zusammengepuzzelt habe.
No. 13
ich mit 18 Jahren den Mut hatte, ein besonderes Arbeitsangebot abzulehnen, weil ich wusste, dass ich als Sekretärin des Verlagsdirektors vom Verlag Volk und Gesundheit nicht meine Erfüllung finde.
No. 14
ich in der darauf folgenden Zwangsversetzung in die Medizinzeitungsredaktion „humanitas“ des Verlages meine ersten Schreiberfahrungen erleben durfte, weil der Chefredakteur erfolgreicher Schriftsteller von Science Fiction Romanen war.
No. 15
ich zu DDR-Zeiten trotz öffentlicher Teilung einer anderen Meinung, nur auf dem Abiturzeugnis eine 5 in Staatsbürgerkunde erhielt und nie bei der Stasi oder im Gefängnis gelandet bin.
No. 16
ich als 8-12-jähriges Kind in den Zeiten, in denen meine Eltern nicht für mich sorgen konnten, die täglichen Routinen wie Schulbesuch, Essen und Schlafen gut selbst organisiert habe, auch wenn ich dadurch zu schnell erwachsen wurde.
No. 17
ich mit 10, trotz vollständig eingegipsten rechten Arm, im Zeltferienlager alle Spiele beim Federball mit links gewonnen habe. Damals hab ich mir dabei nichts dabei gedacht, das ich Linkshänderin war, kam erst Jahrzehnte später ans Tageslicht.
No. 18
ich in der Schule an einem Vorlesewettbewerb teilgenommen habe und mich meine eigene Stimme beim Hören der Aufnahmen nicht erschreckt hat.
No. 19
ich mit 16 neben meiner Mutter, die Schauspielerin war, in der Schönen Helena als eine von drei Sängerinnen in einer Szene auf der Bühne stand.

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Nr. 20 bis No. 39

Ich bin stolz darauf, dass …

No. 20
ich mich nach der Wende von null auf Hundert komplett in ein neues Wirtschaft-, Vertrags- und Gesellschaftssystem eingefügt habe.
No. 21
ich mich mit 27 Jahren dank einer Freundin getraut habe, doch noch Fahrradfahren zu lernen und seitdem nur noch mit dem Fahrrad unterwegs bin.
No. 22
ich danach auch gleich noch schwimmen gelernt habe.
No. 23
ich mir für die Überwindung meiner sechs Monate anhaltenden Panikattacken fachliche Hilfe geholt habe und diese mithilfe eines 10-wöchigen Klinikaufenthaltes überwunden habe.
No. 24
ich mit Ende 20 trotz Flugangst das erste Mal geflogen bin, um mit meiner Tochter Urlaub auf Teneriffa zu machen. Danach war die Flugangst weg.
No. 25
ich nach vielen Elternbeschwerden hartnäckig daran geblieben bin und dafür gesorgt habe, dass im Kindergarten meiner Tochter eine neue Kindergärtnerin eingestellt wurde, die mehr im Geiste der neuen (Wende-)Zeit mit den Kindern umging.
No. 26
ich mir trotz Vollzeitjob jeden Abend Zeit fürs Vorlesen und fürs Spielen mit meiner Tochter genommen habe.
No. 27
dass ich mit Ende 20 neben meiner Vollzeitarbeit und Kind drei Jahre lang ein Fernstudium absolviert habe, auch wenn ich einen Monat vor Abschluss zu erschöpft war, um es noch abzuschließen.
No. 28
ich zehn Jahre lang im Akademie Verlag, bis zu seinem zweiten Verkauf nach der Wende an den Oldenbourg Verlag, die Pressearbeit für den Verlag leisten durfte.
No. 29
ich nach dem auf der Frankfurter Buchmesse verkündeten Ende des Akademie-Verlages mich schnell begann zu bewerben und ich von 44 Bewerbungen über 25 Einladungen zu Vorstellungsgesprächen bekam und so als erste den Verlag verlassen habe und einen neuen Job hatte.
No. 30
ich nach seiner Sendelizenzerteilung, den privaten Fernsehsender TV.Berlin als rechte Hand des Geschäftsführers von Anfang an mitgestalten durfte und ich während dieser Zeit eigenständig viele Entscheidungen bzgl. Personal, Umbauarbeiten, Anschaffungen treffen durfte, weil mir mein Chef zu 100 % vertraute.
No. 31
ich nach dem Geschäftsführerwechsel im Sender einen guten Ausstieg meinerseits mit dem neuen Geschäftsführer ausgehandelt habe.
No. 32
ich mein darauf folgendes Sabbacial-Jahr für eine umfangreiche Feng-Shui-Ausbildung bei Master Yu genutzt und diese mit Diplom abgeschlossen habe.
No. 33
sich daran meine Coaching-Ausbildung anschloss.
No. 34
mein Wissensdurst immer noch nicht gestillt war und ich meinen Heilpraktiker (Psy) vor dem Gesundheitsamt Berlin ablegte.
No. 35
mich meine Persönlichkeitsentwicklung nicht mehr losließ und ich u.a. meinen NLP-Practitioner absolvierte.
No. 36
ich in einen Kreis von Freunden geriet, die mir die Energiearbeit näherbrachten und ich fortlaufend an dieser Arbeit bis heute dranblieb.
No. 37
ich 1997 meine ersten Erfahrungen im Familienstellen erleben durfte und diese in mir die Sehnsucht nach mehr weckten.
No. 38
ich so mutig war, die Familiengeschichten meiner Eltern zu erforschen und so Licht in eine dunkle Zeit brachte.
No. 39
ich mich Anfang 2002 als Coach, Feng-Shui-Beraterin und Persönlichkeitstrainerin selbständig machte.

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

No. 40 bis No. 59

Ich bin stolz darauf, dass …

No. 40
ich mir im zum Erstaunen meiner Familie 2002 aus dem Instinkt heraus ein Atelier anmietete, um meiner Kreativität endlich Raum zu geben.
No. 41
ich im selben Jahr im Hair Oxyd meine erste kleine Bilderausstellung organisierte.
No. 42
ich mit einer Schweizer Freundin gemeinsam eine große Ausstellung im Ökowerk Berlin mit meinen Bildern und ihrem Schmuck veranstaltet habe.
No. 43
in den folgenden Jahren noch weitere Ausstellungen folgten und mich meine Mutter erstmals bei einer dieser Ausstellungen besuchen kam.
No. 44
meine Vornamen auch im Ausweis eine neue Reihenfolge fanden und mein früherer Vorname Urte meinem jetzigen Vornamen Umani wich.
No. 45
ich nach dem überraschenden Tod meiner Mutter im Oktober 2004 trotz Ausladung zu ihrer Beerdigung gefahren bin und so ein weiteres Familiengeheimnis verhindert habe.
No. 46
mir dieser Tod zeigte, wie schnell das Leben anders sein kann und ich mir meinen Traum einer Reise nach Mexiko zu den alten Mayapyramien auf Yucatan erfüllte.
No. 47
ich im darauffolgenden Jahr meinem inneren Ruf nach Australien gefolgt bin, um mit den Aborigines um den Uluru und über ihre heiligen Berge, die Kata Tjutas, zu wandern.
No. 48
nach dieser Reise meine Kreativität neue Bahnen gefunden hat und ich die ersten selbstgefertigten manitu-books-Bücher herstellte – aus alten Leinenbücher entstanden neu gebundene Bücher mit leeren Seiten und Teilen der alten Bücher.
No. 49
ich mich immer wieder neu erfinde und aus meinen alten Bildern mit einer neuen Technik und Symbolen Heilbilder entstehen.
No. 50
ich mir therapeutische Hilfe gesucht habe, um die toxischen Verstrickungen meiner Kindheit mit ihren unbewussten Co-Abhängigkeitsmustern aufzulösen.
No. 51
ich mit meinen Eltern und dem Rest meiner Familie meinen Frieden gefunden habe.
No. 52
ich trotz einer ungünstigen Landematte ins Leben eine starke Persönlichkeit geworden bin.
No. 53
ich mich meinen Schattenseiten gestellt habe und heute besser weiß, wer ich wirklich bin.
No. 54
ich nach 45 Jahren meine Linkshändigkeit erkannt habe und mich auf eine Rückschulung eingelassen habe.
No. 55
ich nach vielen Jahren der Abstinenz das Tanzen durch die Arbeit mit den Fünf Rhythmen von Gabriele Ross wieder in mein Leben geholt habe.
No. 56
ich mich wieder voll und ganz in meinem Körper spüre und ihn liebe, so wie er ist.
No. 57
ich mich immer wieder auf Beziehungen mit Männern eingelassen habe, um das Bindungstrauma meiner Kindheit positiv zu verändern.
No. 58
ich mich der Leere nach dem Verlust von mir am Herzen liegenden Menschen gestellt habe, was mich bedingungslos lieben gelehrt hat.
No. 59
ich mir nach einer Organ-OP eine Freundin den Weg zu meiner Schreibquelle geöffnet hat und seitdem das Schreiben zu der wichtigsten Ausdrucksformen in meinem Leben geworden ist.

 

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No. 60 bis No. 79

Ich bin stolz darauf, dass …

No. 60
ich ein Jahr den Kreis der Frauen in Berlin veranstaltet habe, ein monatliches Treffen im Sinne einer Schwesternschaft zum Austausch über schamanisches Wissen.
No. 61
ich während meiner Zeremonialmedizin-Ausbildungszeit zu den anderen Welten von Großmutter Erde – den Steinen, den Pflanzen und Tieren – wieder eine starke Verbindung gefunden habe.
No. 62
ich sechs Jahre lang jeden Sommer eine Woche im Sommercamp im Schwarzwald mein Wissen über die Natur in Übergangszeremonien an Teens weitergeben und anleiten durfte.
No. 63
ich die magische Kraft von Schwitzhütten kennenlernen durfte und diese viele Male für meine persönliche Weiterentwicklung nutzen konnte.
No. 64
ich die Kraft meiner Medizinpfeife in vielen Zeremonien für die Heilung von Großmutter Erde und heilige Gebete nutzen konnte.
No. 65
ich mich dem Thema Tod in einer Grabzeremonie, bei der man eine Nacht in seinem selbstgebuddelten Grab verbringt, gestellt habe. Es war so intensiv und bekräftigend, dass seitdem für mich im Leben nichts mehr selbstverständlich ist.
No. 66
ich in meinem Leben gelernt habe, demütig dankbar und dem Leben vertrauend unterwegs zu sein.
No. 67
ich mir immer wieder neue Arbeitgeber gesucht habe, wenn ich merkte, dass mir die Menschen oder die Arbeit nicht gut taten.
No. 68
ich einen vielseitigen Erfahrungsschatz aufgrund dieser vielen ganz unterschiedlichen Arbeitgeber erlangt habe.
No. 69
ich vor Jahren meinen Halbjahresgeburtstag eingeführt habe, um ihn unbeschwert und frei von alten Konditionen im Sommer zu feiern.
No. 70
meine Selbstliebe so angewachsen ist, dass ich mir heute treu bleibe, egal was im Außen passiert.
No. 71
meine Selbstfürsorge mittlerweile so ausgeprägt ist, dass ich es mir richtig gut gehen lassen kann.
No. 72
ich jeden Cent des Schuldenberges, der aufgrund einer langen Unfall-Auszeit während meiner Selbstständigkeit angelaufen war, komplett abbezahlt habe, ohne in die Privatinsolvenz gehen zu müssen.
No. 73
ich mich viel mit gewaltfreier Kommunikation beschäftigt habe und in meinem Leben überwiegend in lichtvoller Sprache kommuniziere.
No. 74
ich mittlerweile fast täglich meditiere.
No. 75
ich die Freude an die erste Stelle meiner Entscheidungskriterien gestellt habe.
No. 76
ich seit ein paar Jahren meinen energetischen Fingerabdruck – mein Human Design Chart – erforsche und ich dadurch so viele Aha-Momente erlebe, meine Verhaltensmuster besser verstehe und weiß, mit welcher Lebensaufgabe ich hier auf der Welt bin.
No. 77
sich dank des Studiums des Human Design Modells meine Toleranz gegenüber anderen in der Welt sehr erweitert hat.
No. 78
ich mein umfangreiches Wissen immer wieder an andere Menschen in Gesprächen oder Gruppen weitergeben kann.
No. 79
ich eine mitfühlende, hilfsbereite, kommunikative, kreative und selbstbestimmt lebende Frau bin.

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster


 

No. 80 bis No. 100 !

Ich bin stolz darauf, …

No. 80
ich mir meinen Traum vom eigenen Verlag erfüllt habe.
No. 81
ich 2021 mein erstes Ratgeber-Buch: START INS LEBEN. Erfolgreich auf eigenen Füßen veröffentlich habe
No. 82
in den letzten Jahren weitere Bücher mit Esssys und Geschichten von mir erschienen sind und noch weitere folgen werden.
No. 83
ich das UMANIVERSUM als Ort all meiner Fähigkeiten und Talente gefunden habe.
No. 84
ich schon vielen Menschen mit meinen Ideen und Hinweisen bei der Lösung ihrer Probleme oder Herausforderungen helfen konnte.
No. 85
mir die Ideen zu neuen Projekten und Bücher nicht ausgehen und meine Kreativität immer wieder neue Blüten trägt.
No. 86
ich auch mit fast 60 meiner Neugier nach neuen Herausforderungen folge.
No. 87
ich regelmäßig jede Woche Pilates praktiziere, um meinen Körper fit zu halten.
No. 88
im letzten Jahr, 2023, aus meiner Liebe zur Fotographie das wunderbare Buch 1 von 365. Jeden Tag ein Bild entstanden ist
No. 89
ich mittlerweile so oft es geht an meinen Lieblingsschreibort nach Sassnitz fahre.
No. 90
ich jede Woche mindestens einmal meinen inneren Künstler mit einen Besuch im Theater oder Kino verwöhne.
No. 91
ich auf meinen Körper höre und auf meine Ernährung achte, d.h., dass ich Alkohol, Weizen, Industriezucker und Kuhmilchprodukte meide, weil ich weiß, dass er das nicht mag.
No. 92
ich der Alternativmedizin vertraue und genügend homöopatische und andere Heilmittel kenne, um meinen Körper präventiv vor Krankheiten zu schützen.
No. 93
ich die Heilkunst des Jin Shin Jyutsu gelernt habe, um mich selbst und andere strömend im Körpersystem zu balancieren.
No. 94
ich mich dem lebenslangen Lernen verbunden fühle und somit mein Geist immer wieder mit neuem Wissen versorgt wird.
No. 95
ich gelernt habe, im Hier und Jetzt mein Leben zu leben.
No. 96
ich die Möglichkeit habe, anderen Autoren in meinem Verlag eine Plattform für die Veröffentlichung ihrer (Herzen-)Bücher bieten zu können.
No. 97
ich mit meinen graphischen Fertigkeiten schon weitere Bücher gestaltet habe und die Autoren mit meinen Gestaltungsentwürfen und Covervorschlägen mehr als zufrieden waren.
No. 98
ich immer wieder in irgendeiner Form ehrenamtlich tätig bin.
No. 99
ich an meiner Vision eines gelebten WIR in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten, an einem schönen Ort mit viel Kontakt und in Einklang mit der Natur, mit allen Generationen zusammen, dranbleibe und die Hoffnung, diesen Ort zu finden, um dort mit anderen zusammen zu leben, nicht aufgebe.
No. 100 !
egal wie oft ich am Boden lag – nach emotionalen Verlusten, gesundheitlichen Schicksalsschlägen oder Karriereknicks – ich wie ein Stehaufmännchen mich jedes Mal wieder aufgerappelt habe, neue Lösungen fand und bis heute weitergemacht habe. Denn mein Lebensmotto lautet: Geht nicht, gibts nicht!

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Ich danke nochmals Lorena Hoormann für die wundervolle Gelegenheit, hier über meine 100 Dinge, auf die ich stolz bin, zu schreiben.

Ich freue mich sehr, wenn du mir bei diesem Blogartikel einen Kommentar hinterlässt.

Das hilft mir sehr. So finden mehr Menschen den Blog und können von den Themen profitieren.

(Hab keine Scheu zu kommentieren. Denn nur dann nimmt Google und Co diesen Artikel in seinen Algorithmus auf und bietet ihn auch anderen an.)

Wie immer freue ich mich über deine Rückmeldung. Ich wünsche ich dir eine wundervolle Zeit.

 

Sicht weise(n): Mein energetischer Fingerabdruck

Sicht weise(n): Mein energetischer Fingerabdruck

Mein energetischer Fingerabdruck – Wie ich zu Human Design stehe

 

In der The Content Society findet in diesem Sommer wieder eine Blogparade statt. 104 Blogger:innen haben sich in den Kopf gesetzt, gemeinsam mit anderen sich auszutauschen, zu vernetzen und zu inspirieren. Jede von ihnen zu einem anderen Thema. Eine davon ist meine Bloggerkollegin Sandra Hoppenz, mit der ich die Liebe zum Human Design teile.

 

Sie fragt: Wie stehst du zum Human Design?

 

Eine Frage, die ich ihr und dir hier gerne beantworte. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen.

 


Wie das Human Design zu mir kam

 

Es ist jetzt bestimmt schon über 15 Jahre her, als ich das erste Mal mit Human Design in Berührung kam. Damals hatte ich mich schon längere Zeit intensiv mit westlicher und östlicher Astrologie beschäftigt, forschte über die Kabbala und hatte mich schon während meiner Feng-Shui-Ausbildung Anfang 2000 ausgiebig mit dem I Ging beschäftigt.

Als ich dann den ersten Artikel über Human Design las, konnte ich mit diesem Modell, der Verknüpfung von Astrologie, Chakrenlehre und I Ging, wenig anfangen. Ich war noch nicht bereit. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, ich war damals zu anmaßend, weil ich dachte, ich würde schon wissen, wie es geht. Da war mein jugendlicher Übermut noch am sich ausleben.

Es brauchte noch weitere Jahre von Umbrüchen und anderen Lebenserfahrungen, bis ich bereit war, mich meinem Human Design Chart zu stellen. Anfang 2017 war es dann so weit. Human Design begegnete mir erneut und ich buchte mein erstes Human-Design-Reading.

 

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Mein erstes eigenes Human Design Reading

 

Ohne große Erwartung oder Vorstellung rief ich zur verabredeten Zeit bei der angegebenen Telefonnummer an. An die Möglichkeit von Zoom-Readings, wie sie heute oft stattfinden, dachte damals kaum einer. Die erste Aussage meines Gegenübers war dann zum Beginn: „Sie haben ja ein interessantes Chart. Nur zwei definierte Zentren mit nur einem Kanal.“

Ich verstand nur Bahnhof, doch im Laufe des einstündigen Telefonats erklärte mir mein Gegenüber nach und nach, was das bedeutete. Ich schrieb nebenbei ganz viel mit und war unglaublich froh, dass ich schon so viel Grundwissen der Astrologie mitbrachte, sonst wäre ich damals wohl inhaltlich überfordert gewesen und wäre ausgestiegen. Doch es blieben Fragen über Fragen offen.

Was ist der Unterschied zwischen definierten und undefinierten Zentren?

Warum gab es dort 9 Zentren? Bisher kannte ich nur das 7-Chakren-System. Warum heißen die so ähnlich?

Doch die Lunte war gelegt, ich war angefixt, wollte nun mehr darüber wissen.

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Meine Grunddaten im Human Design

 

MG, 2/5er Profil, Sakrale Autorität, ein Kanal: 20-34 Kanal doppelt in den Mondknoten, Inkarnationskreuz der Maya (4)

Dem MG – Manifestierender Generator – steht dauerhaft viel Energie zur Verfügung, jedoch nur, wenn er von dem, was er tut, wirklich begeistert ist. Er hat viele Ideen und ist schnell von etwas begeistert. So wirkt er für andere oftmals zu sprunghaft. Anderseits hat er viele Talente und will diese am liebsten alle und gleichzeitig ausleben. Oftmals sind MG’s Scannerpersönlichkeiten.

Mit einem 2/5er Profil braucht man einerseits viel Rückzugzeit für sich, andererseits ist man sehr offen für das Außen, jedoch mit der Tendenz, dass andere einen nicht so sehen, wie man ist, sondern wie sie den anderen gerne hätten. Ein Mensch mit einer 5 im Profil bietet daher seinem Gegenüber gerne eine Projektionsfläche, die so manches Mal gar nichts mit ihm selbst zu tun hat.

Mit einer sakralen Autorität sollte man bei seinen Entscheidungen auf die Bauchstimme hören. Nur wenn dort ein eindeutiges JA da ist, sollte man sich dafür entscheiden. Eine nur aus dem Kopf heraus oder aus einem negativen Bauchgefühl getroffene Entscheidung könnte bei dieser Autorität in Frust enden.

Das waren die ersten Informationen, die ich zu den Grunddaten meines Human-Design-Charts am Anfang erhielt. Schon diese Anfangsinformationen haben fortan in meinem Leben große Veränderungen gebracht, weil ich nun genauer wusste, wie ich eigentlich gedacht war.

Seitdem verurteilte ich mich nicht mehr dafür, dass ich so viel gleichzeitig machen wollte, ich schnell von etwas begeistert war und es dann nicht lange durchhielt, verglich mich mit meiner Ausdauer nicht mehr mit anderen, hörte viel öfter bei Entscheidungen auf meine Bauchstimme und nahm nicht mehr alles persönlich, was andere zu mir sagten.

Doch das war nur der Anfang. Umso tiefer ist in das Human-Design-Modell einstieg, umso mehr erkannte ich, wofür ich eigentlich hier auf der Welt bin.

 

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Was ein Human Design Chart alles zeigen kann

 

  • Deinen Grund-Energietyp
  • Dein Profil, mit dem dein Körper und dein Geist reagieren.
  • Deine Autorität, mit der du Entscheidungen triffst.
  • Deine Energiekanäle, über die du agieren kannst.
  • Deine bewussten und unbewussten Tore, die deine Ausstrahlung und dein Handeln bestimmen.
  • Deine definierten und undefinierten Zentren, wie du also Energie gibst oder empfängst.
  • Dein Inkarnationskreuz, welches die Lebensaufgabe beschreibt
  • Deine Spezialisierungen in Beziehungen
  • Deinen Ernährungstypus

und noch vieles mehr …

 

Human Design für Eltern und in Beziehungen

 

Vor allem für Eltern kann es sehr hilfreich sein, zu wissen, welches Human-Design-Chart das Kind oder die Kinder haben.

Dadurch erkennen sie die Potenziale ihres Kindes, um sie optimal in ihrer Entwicklung unterstützen zu können. Denn ein MG- oder Generator-Kind braucht ganz andere Zuwendungen und Ansprachen als ein Projektor-, Manifestor- oder Reflektor-Kind. So lassen sich Missverständnisse und Konflikte leichter umgeben.

Das Gleiche gilt natürlich auch für Beziehungen oder in Familiensystemen.

Das Erforschen meines Human Design hat ein großes Toleranz-Tor für all die mir am Herzen liegenden Menschen und mein Umfeld geöffnet. Diese Erfahrung wünsche ich all meinen Klienten.

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster


 

Human Design heute in meinem Leben

 

Wenn mir vor Jahren jemand gesagt hätte, dass ich einmal Human-Design-Expertin werden würde und das eines meiner Standbeine in meinem Business wird, hätte ich das nicht geglaubt

Doch mittlerweile kann ich mir Human Design in meiner Arbeit mit Menschen gar nicht mehr wegdenken, denn es bringt auf so unglaublich schöne Weise die Essenz jedes Menschen ans Tageslicht.

Wie oft waren mir meine Klienten oder die Eltern von jungen Menschen dankbar, dass sie nach einer Human-Design-Beratung mehr Klarheit über ihre Grundstruktur, über ihre berufliche Vision oder ihre Lebensaufgabe hatten.

Jeder ist einzigartig, so wie es der physische Fingerabdruck eines jeden Menschen ist. Mit dem Human Design gibt es die Möglichkeit zusätzlich auch seinen energetischen Fingerabdruck – seine Ausstrahlung und seine Bestimmung – zu erforschen. Daher vermittle ich mit Begeisterung dieses Wissen und unterstütze mein Gegenüber gerne dabei, die Quelle zu seiner ureigenen Natur zu öffnen und nach ihr zu leben.

Kennst du schon dein Human-Design-Chart?

Möchtest du gerne ausführlich wissen, wer du bist?

Buche jetzt einen Termin bei mir

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Ich danke nochmals Sandra Hoppenz für die wundervolle Gelegenheit, hier über meine Beziehung zum Human Design zu schreiben.

Ich freue mich sehr, wenn du mir bei diesem Blogartikel einen Kommentar hinterlässt.

Das hilft mir sehr. So finden mehr Menschen den Blog und können von den Themen profitieren.

(Hab keine Scheu zu kommentieren. Denn nur dann nimmt Google und Co diesen Artikel in seinen Algorithmus auf und bietet ihn auch anderen an.)

Wie immer freue ich mich über deine Rückmeldung. Ich wünsche ich dir eine wundervolle Zeit.

 

Sicht weise(n): Sehnsuchtsorte: am Wasser

Sicht weise(n): Sehnsuchtsorte: am Wasser

Sehnsuchtsorte: am Wasser

Wohin mein Herz es zieht und warum?

 

In der The Content Society findet in diesem Sommer wieder eine Blogparade statt. 104 Blogger:innen haben sich in den Kopf gesetzt, neues Wissen zu generieren. Jede von ihnen zu einem anderen Thema. Eine davon ist meine Bloggerfreundin Susanne Heinen, mit der ich schon 2023 das wunderbare Projekt der #farbkreisreise zusammen kreiert habe, woraus schlussendlich mein Buch 1 von 365. Jeden Tag ein Bild entstanden ist.

Dieses Mal hat Susanne Heinen im Rahmen der Blogparade zu folgendem Thema aufgerufen:

Deine Sehnsuchtsorte. Wohin zieht es dein Herz und warum?

Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen.

 


An der See

Auch wenn ich schon seit über fünf Jahrzehnten in der Großstadt lebe, liegt einer meiner Lieblingssehnsuchtsorte am Wasser. Gerne wird Berlin wegen seiner vielen Flussläufen und Seen auch Klein Venedig genannt.

Doch umso älter ich werde, zieht es mich an die richtige See. Dorthin, wo der Wind so richtig braust, das Wasser auch mal tosend rauscht und die Gischt wild über die Mole stobt. Das ist ganz nach meinem Geschmack.

Wenn am weiten Horizont sich die Wolken ein Wettspiel liefern und ich aus der Ferne sehe, wie dort weit draußen der Regen fällt oder die Sonne hinter den Wolken hervorscheint und mit ihren lichten Strahlen das Wasser zum Glitzern bringt.

Deshalb reise ich gerade so oft wie möglich an meinen derzeitigen Lieblingsort nach Sassnitz, auf Rügen. Nicht nur wegen des Wetters, nein auch, weil ich hier meinen schönen Schreibort gefunden habe.

 

 

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Hiddensee

 

Schön zu DDR-Zeiten hat mich Hiddensee angezogen. Mit einer Freundlich fuhr ich nicht nur im Sommer so manches Mal Samstag früh mit dem ersten Zug nach Stralsund los. Nur mit ein paar Klamotten, ein wenig Essen und einem Schlafsack im Rucksack fürs Wochenende.

Mit der ersten Fähre ging es dann weiter nach Neuendorf. Von dort klapperten wir über die Insel (ohne Gartenzäune und Autos!) die Häuser ab, klingelten, wo es uns gefielt und fragten nach einer Unterkunft für die Übernachtung. Es fand sich immer irgendwo ein Plätzchen. Wir waren anspruchslos. Damals war das auf der Insel noch möglich, heute wäre dies undenkbar. Die Insel ist schon lange nicht mehr so, wie sie früher war. Auch hier ist der Tourismus der Reichen eingezogen.

Als dann vor Jahren das Buch „Kruso“ von Lutz Seiler erschien, musste ich das Buch sofort lesen. Ich war so neugierig darauf, wie er das früher beschrieb. So manche Erinnerung tauchte wieder auf. Das waren damals echt noch andere Zeiten.

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

3 Inseln … 

 

Drei Inseln, auf denen ich schon war und wo ich gerne noch einmal wieder hinreisen würde. Doch vielleicht schlagen mir auch hier meine Träumereien an schöne alte Zeiten nur ein Schnippchen. Denn lange ist es her, dass ich auf diesen Inseln weilte. Mit jeder verbinde ich wunderbare Erinnerungsperlen, schöne Begegnungen, Erlebnisse und ganz viel Verbundenheit mit den Naturwesen.

Kreta

Auf Kreta war ich Mitte der 90er zusammen mit meiner Tochter im Frühling. Alles blühte, es war nicht zu heiß und auch nicht zu kalt, wir wanderten durch die Schlucht, lagen an Wasserzungen und verbrachten die Abende mit Freunden.

 

Irland

Mit Irland verbinde ich eine Zeit, in der ich das erste Mal ohne Verpflichtungen unterwegs war. Die Carl Duisberg Gesellschaft hatte mir ein Sprachstipendium für vier Wochen in Dublin geschenkt. So wurde ich mit 30 Jahren zur Austauschstudentin und wohnte bei einer Gastfamilie.

Ich war es nicht gewohnt, dass mir jemand die Wäsche wäscht und das Essen immer pünktlich auf dem Tisch steht, ohne dass ich dafür zuständig war. Vormittags lernte ich Englisch und nachmittags zog ich mit meinen Mitkommilitonen durch Dublin, um das Gelernte gleich praktisch anzuwenden.

Nach einem Glas Guinness wurden meine mündlichen Sprachversuche immer besser. Die vier Wochen waren eine sehr unbeschwerte Zeit und ich hatte ganz schön zu tun, um danach zurück in Berlin wieder in meinen Alltag als Mutter und Vollzeitangestellte zurückzufinden.

 

Australien

Meine Reise nach Australien war eine der wichtigsten Reisen meines bisherigen Lebens.

Als wir in Sydney nach 24 Stunden Flug ankamen, fühlte ich mich gleich willkommen. Zum Glück hatten wir drei Ankommenstage in einem Hotel gebucht, um uns an die Zeitumstellung zu gewöhnen.

Danach ging es weiter nach Alice Springs, wo wir uns mit 14 anderen Medicinefrauen trafen, um zehn Tage in Stille um den Uluru und die Kata Tjutas – die heiligen Berge der Aborigines – zu wandern. Wir waren von den Aborigines eingeladen worden, ihnen auf ihren magischen Wegen zu folgen. Das war eine unbeschreibliche Zeit, die ich bis heute kaum in Worte fassen kann, die mich jedoch seitdem prägen.

Nach diesen Tagen bin ich noch einige Wochen quer über die Insel gereist. War in Cairns am Great Barrier Reef, auf einer Heilkreiszeremonie in Brisbane, weiter nach Adelaide zu den Kangaroo Island, bin mit dem Hubschrauber über die 12 Apostel geflogen, habe noch ein paar Tage in Melbourne verbracht, bevor es mit dem Bus zurück über die blauen Berge nach Sydney ging. Dort wartete dann die größte Herausforderung auf mich: die Besteigung der Harbour Bridge mit der Überwindung meiner Höhenangst.

 

 

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Ein heiler Ort

 

Einer meiner Sehnsuchtsorte hat nichts mit Wasser zu tun. Es ist der Ort, an dem ich gemeinsam mit Gleichgesinnten lebe. Mit viel Natur drumherum, doch nicht unbedingt an der See. Mit mehreren Generationen, viel kreativen Aktivitäten, Freiraum zum Sein und zum den anderen auch so sein lassen können, wie er ist.

Ein Ort, wo mit einem freien Geist im Umgang miteinander gewaltfrei kommuniziert wird.

Ein Ort, wo Wachstum, Selbstreflexion und Co-Empowerment im Vordergrund stehen und alle in Einklang mit der Natur leben.

Ein Ort, an dem für alle von allem genug da ist, ohne Neid und Vergleich.

Ein Ort, wo jeder seine Fähigkeiten und Talente einbringen kann.

Ein Ort, wo Wertschätzung der Dreh- und Angelpunkt des gelebten Miteinanders ist.

Ein Ort der Freude.

Ein Ort, wo jede Generation friedvoll seinen Platz findet und die nächste Generation gerne aufwachsen will.

Das ist der heilige Ort meiner Sehnsucht.

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster


 

Orte, von denen ich noch träume …

 

die ich jedoch angesichts der Klimalage nicht mehr auf Biegen und Brechen erreichen muss.  An erster Stelle stehen hier

  • Bhutan, das Land mit dem höchsten Bruttonationalglück oder Tibet.
  • Danach folgen noch einige Inseln: Hawaii, Schottland, Island

 

Doch halte ich es mittlerweile sehr gut mit dem kleinen Glück der See aus und muss nicht mehr unbedingt in die Ferne reisen, um glücklich zu sein.

 

 

Die Lebensblume in einem unendlichen Muster

 


 

Ich danke nochmals Susanne Heinen für die wundervolle Gelegenheit, hier über meine Sehnsuchtsorte zu schreiben.

Ich freue mich sehr, wenn du mir bei diesem Blogartikel einen Kommentar hinterlässt.

Das hilft mir sehr. So finden mehr Menschen den Blog und können von den Themen profitieren.

(Hab keine Scheu zu kommentieren. Denn nur dann nimmt Google und Co diesen Artikel in seinen Algorithmus auf und bietet ihn auch anderen an.)

Wie immer freue ich mich über deine Rückmeldung. Ich wünsche ich dir eine wundervolle Zeit.

 

Tag 14 des Blog-Adventskalender 2023

Tag 14 des Blog-Adventskalender 2023

Das 14. Türchen im Blog-Adventskalender

In zehn Tagen ist schon Heiligabend. In diesem Jahr rast die Zeit so schnell und hopp hopp, schon steht der Weihnachtsmann bei manchem vor der Tür und lässt die Kinderaugen leuchten.  

Hast du schon alle Geschenke zusammen, schon die Weihnachtspost auf den Weg gebracht? Irgendwie ist es jedes Jahr das Gleiche. Erst denkt man, es ist ja noch lang hin bis zum Weihnachtsfest und dann will alles noch ganz schnell vollendet, gebacken, sortiert, abgeschickt, verpackt oder gekauft werden.

Heute möchte ich dich einladen, zwischendrin innezuhalten, dich entspannt bei einem Tee oder Kaffee, mit oder ohne Plätzchen, zurückzulehnen und dich auf meine kleine 4-Wort-Story einzulassen. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen.  

 

Vor ungefähr zehn Jahren schickte mir eine Freundin jeden Morgen vier Worte zu und bat mich, ihr mit diesen Worten eine kurze Geschichte zu schreiben. Das war für mich eine große Herausforderung, denn ich war damals fest davon überzeugt, dass ich gar nicht schreiben könne. Jeden Abend schickte ich sie ihr als kleine Bettgeschichte. Es wurde unser kleines Ritual zum Innehalten. Heute kann ich mir ein Leben ohne Schreiben gar nicht mehr vorstellen. Vielleicht macht dir diese kleine Geschichte Mut, es einfach auch einmal auszuprobieren. Lass dich gerne davon inspirieren.

 

 

Eine 4-Wort-Story

 

Immer wenn ich in meiner Erinnerung in meine Kindheit zurückkehre, sehe ich sie vor mir: Königin Beatrice, wie sie sich mit ihren langen dünnen Fingern durchs Haar streicht, welches in leichten Wellen goldbraun bis auf ihre Hüften fällt.

Sie war die Lieblingstante meiner Freundin Annabel, die mit mir in die gleiche Klasse ging. Annabel hatte mir schon viel aus dem fernen Land erzählt, aus dem sie und ihre Mutter geflohen waren, doch nie warum.

Dort gab es wildwachsende übergroße Bäume bis in den Himmel und deren Äste waren alle miteinander verbunden. Es gab nur ganz wenige Stellen, wo man direkt von der Erde aus ein Stückchen Himmelsblau sehen konnte. Doch Annabel hatte schon früh gelernt, auf ihre ganz eigene Art in die höchsten Spitzen der Bäume zu klettern, somit hatte sie immer den schönsten Ausblick in den Himmel und über das ganze Land. Die Landschaft war berauschend. Von dort sah sie den schönen Palast, den ihr Großvater aus Liebe zu seiner Frau erbauen ließ. Der Palast hatte 8 Türme und jeder hatte eine eigene Farbe und Form. Sie waren in alle 8 Himmelsrichtungen ausgerichtet und durch eine Lichtmauer mit den Hüter der Kräfte der Richtungen verbunden.

Der alte König hatte schon vor vielen Jahren seine Macht an seine älteste Tochter Beatrice übergeben, da er sich ausschließlich um seine Frau kümmern und sie verwöhnen wollte. Seitdem hatte sich vieles im Land der Berge voller Bäume gewandelt. So wohlwollend und mitfühlend der König sein Land regiert hatte, waren nun noch die musischen Kräfte von Königin Beatrice dazugekommen. Immer wenn sie anfing, Lieder zu singen, fingen die Pflanzen überall an zu tanzen und zu wachsen. Es entstanden immer mehr neue Sorten und das ganze Land war herzensüberfüllend am Blühen und Strahlen.

Cecile, die Mutter von Annabel und kleinere Schwester von Beatrice hatte das Gefühl, dass sie gar nichts zu dieser Schönheit beizutragen hätte, denn sie war ja immer nur kletternd in den Bäumen unterwegs. Doch dann begegnete sie Gabriel. Beatrice hatte ihn aus Europa ins Land der Berge voller Bäume geholt. Er war der jüngste Biologieprofessor an der Universität in Rom und sollte Beatrice dabei helfen, all die Pflanzen in ihren Wäldern zu bestimmen.

Jeden Morgen ging er mit seiner Kamera und seinen Büchern los in die Wälder und war überwältig von all der Schönheit und Pracht, die er sah. Cecile war wie so oft alleine in den Astkronen der Bäume unterwegs und als er an diesem golden schimmernden Sommertag gerade versuchte, einen Blick in den Himmel zu werden, trafen sich ihre Augen.

Er sah das schönste funkelnste Grünblau, was er je gesehen hatte und der Augenblick blieb stehen. Er war so verzaubert, dass er nicht darauf achtete, wo er hintrat und so stolperte er über eine Luftwurzel und fiel hin. Cecile, die das sah, ließ sich an einer langen Liane vom Baum herab und eilte ihm zu Hilfe. Um sie herum strahlte das goldene Licht und der gesamte Boden war so übervoll mit wundervollen und heilenden Pflanzen – Minze, Myrrhe, Salbei, Lavendel, Vergissmeinicht – es duftet so betörend.

So saßen sie in diesem Reigen von schöner Natur, verbunden miteinander und ahnten nicht, dass dieser Moment ihr Schicksal werden würde. Denn Gabriel erinnerte sich auf einmal, was er sich in frühen Jahren vor seinem Beginn des Studiums in Rom einst geschworen hatte. Er wollte gutes für die Welt tun, doch er hatte damals noch keine Idee was es sein könnte.

Nun in diesem Schauspiel von Blühen und Wachsen wusste er, was er entwickelt wollte: ein Zaubergemisch in dem all diese Gerüche und Heilkräuter für jeden Menschen zugänglich wären. Er begann von jeder Sorte jeder Pflanze ein Teil mit sich zu nehmen und begann in seinem Labor, diese auserlesende Sammlung zu mischen.

Er nannte dieses Zaubergemisch Cecila, nach der Frau, die ihn so verwunschen hat, dass er sich in ihrer Gegenwart immer in Zeit und Raum verlor. Er überlegt, wie er dieses Zaubergemisch mit all seinen heilsamen Gaben allen Menschen zugänglich machen könnte. In seinem Studium hatte er gelernt, dass die Aufnahme über die Mundhöhle eine der effektivsten Möglichkeiten war, Dinge dem Körper zuzuführen. Mit einem kleinen Tiegel, der das Zaubergemisch enthielt, ging er zu Cecile, um sich mit ihr zu beraten.

Nachdem er ihr ausführlich alle seine Visionen erzählt hatte und sie die Creme probiert hatte, war Cecile außer sich vor Begeisterung und Freude darüber, was sie gehört hatte. Sofort wollte sie mit Gabriel zu ihrer Schwester eilen, um ihr diese neue Idee zu verkünden.

Doch Beatrice war gar nicht erfreut zu hören, dass Teile und Pflanzen ihres Landes abgeschritten werden sollten. Sie wollte alles so ursprünglich erhalten wie es war. Sie war schon alleine nur über die Idee so erboßt, dass sie Cecile mit ihrer neuen Liebe Gabriel des Landes verwies. So kamen sie nach Europa.

Gabriel nutzte all sein neues Wissen und entwickelte für seinen Arbeitgeber eine neue Zahnpasta. Sein Traum von einem Zaubergemisch ging zwar damit nicht in Erfüllung, doch besser mit einer Kräuterzahnpasta für die Heilung von Menschen sorgen, als gar nichts…

Mit Cecilia war auch ihre kleine Tochter Annabel mit nach Deutschland gekommen. Annabel war das Kind einer unüberlegten Nacht und bis auf Beatrice und dem alten König wusste niemand, dass es sie überhaupt gab.

Als sie geboren wurde, durfte sie sich im Königreich nur in den Türmen aufhalten und niemals in die Berge voller Bäume gehen. Niemand sollte von diesem Geheimnis hinter den Königsmauern erfahren.

Für Annabel war die Flucht nach Deutschland eine Befreiung. Hier durfte sie alles. Sie war frei und es gab so vieles für sie zu entdecken. Das einzige was sie vermisste, war die Liebe ihrer Großeltern und ihre Lieblingstante Beatice mit ihren schönen Gesängen.

Cecile konnte es kaum mit ansehen, wie Annabel abends heimlich in ihre Kissen weinte, aus Heimweh zu ihrer Familie. Irgendwann nahm sie all ihren Mut zusammen und schrieb einen Brief an ihre Schwester Beatrice, indem sie ihr den Zustand von Annabel beschrieb und sie bat, nach einer Lösung für alle zu suchen.

Einige Monate später war es ein großer Moment als Post aus dem Land der Berge voller Bäume kam. Beatrice hatte beschlossen, dass sie sich dieses ferne Europa mit eigenen Augen anschauen will und im Sommer nach Deutschland käme.

So kam es, dass ich damals die Bekanntschaft mit Königin Beatrice, der Lieblingstante meiner Freundin Annabel machte. Nie habe ich eine schönere bezaubernde Frau gesehen und jedes Wort, welches sie sprach, war wie ein Lied, die wie eine Melodie durch die Straßen zog. Die Menschen öffneten ihre Herzen, fielen sich in die Arme und auch die Pflanzen fingen an zu tanzen.

Am letzten Abend ihres Besuches gab Cecile zu Ehren ihrer Schwester einen öffentlichen Empfang. Es kamen so viele Menschen in ihren Garten und das erste Mal war auch Gabriel mit dabei. Beatrice nahm ihn zur Seite und sagte zu ihm: „jetzt verstehe ich deine Vision“ und gab ihm die Erlaubnis, sich aus dem Land der Berge voller Bäume jene Pflanzen zu nehmen, die er für seine Zahnpasta bräuchte, denn damit würde sich die Verbindung beider Völker stärken und die Trennung heilen.

Gabriel sah sie überrascht an: „Das würdest du tun?“ und Beatrice antwortet: „Für meine liebste Annabel, doch vor allem auch für das liebevolle Miteiander aller Menschen würde ich alles tun“.

Mittlerweile lebt Annabel wieder im Land der Berge voller Bäume. Doch jedes Mal wenn ich mir die Zähne putze muss ich an sie und ihre Großmutter, Königin Beatrice, denken.

Wenn du Lust auf noch mehr 4-Wort-Story hast, findest du weitere Storys hier in meinem Blog oder in meinem Buch.

 

 

 

Türchen 14 – eine Haiku-Trilogie

 

Zum Schluss habe ich noch ein kleine Haiku-Trilogie aus der Schreib-Kreativ-Challange von Susanne Heinen für dich – einfach weil alle drei Bilder so wundervoll sind und ich mich nicht für eins von ihnen entscheiden konnte 🙂

 

 

 

 

 

Ich wünsche dir eine lichtvolle Zeit.

 

Dies ist ein Blogbeitrag im Rahmen des Blog-Adventskalenders 2023. initiiert von der wunderbaren Susanne Heinen24 magische Tage voller inspirierender Geschichten, kreativer Ideen und festlicher Stimmung.

 

 

Diesen Blogbeitrag widme ich meinem Papa, der heute 85 Jahre alt wird. Lieber Papa, von Herzen alles Liebe dir.  

 

Tag 3: Von der Freundschaft – Blog-Adventskalender 2023

Tag 3: Von der Freundschaft – Blog-Adventskalender 2023

Von der Freundschaft

Zur Freude gehört auch immer die Freundschaft. Sie sind wie Geschwister, die das Leben bereichern, tragen, halten. Doch was, wenn Freunde wegziehen oder gar ganz aus dem Leben verschwinden? Das reißt oft ein Loch, schmerzt, es bleiben nur die schönen Erinnerungen zurück. In den letzten Jahren mit all den erlebten Lockdown-Herausforderungen haben sich viele Freundschaften verändert. 

Für mich war es eine Zeit, mir selbst die beste Freundin zu werden. Damit stand ich nicht allein und es bildeten sich nach und nach neue Freundschaften. 

Die winterliche Adventszeit ist ein wunderbarer Zeitpunkt: Zum Innehalten, zum Hinschauen, zum Geschenke an liebe Freunde basteln oder vorbereiten, zum sich bei Freunden zu bedanken, sich mit ihnen zu verbinden, auszutauschen, im Kreise von Gleichgesinnten sich Zeit zu schenken. Doch kann es auch die Zeit sein, um zu überprüfen, wo gibt es Einbahnstraßen-Beziehungen, die du vielleicht nur aus lauter Gewohnheit hältst oder die dein Bild oder deine Wünsche an eine Freundschaft nicht mehr erfüllen. 

 

Das ist das Türchen 3 des Blog-Adventskalender 2023. In diesem Beitrag geht es um die Freundschaft, um deine Verbindung zu dir selbst und deine Verbindungen nach außen.

Wie kannst du dir die beste Freundin oder der beste Freund werden? Was sind deine Prioritäten, deine Werte? Was macht für dich eine gute Freundschaft aus?

 

Hier findest du drei Gedanken zur Freundschaft als Anregung.

 

 

 

Gedanke I – Freundschaft

 

» Nicht der tägliche Kontakt macht eine Freundschaft aus, sondern die Gewissheit, dass man sich aufeinander verlassen kann. «

 

Es gibt einige wenige Menschen, bei denen es egal ist, wie viel Zeit zwischen dem letzten Kontakt lag, ob am Telefon oder Vis-à-vis, sofort ist ein warmes wohliges Gefühl da und der Gesprächsfaden spinnt sich wie von selbst weiter. Da gibt es kein Fremdeln, keine Erklärungen, warum, weshalb, wieso man nicht … die Freude schwingt sofort in der Stimme, so als ob das letzte Mal erst gestern gewesen wäre. Das sind für mich die stillen Freunde, die für mich oft nicht jederzeit erreichbar sind, die jedoch tief in meinem Herzen wohnen, weil ich weiß, dass ich ihnen wichtig bin und sie an mich denken.

 

» Jeder sollte jemanden haben, mit dem er nicht normal sein muss. «

 

 

 

 

Gedanke II – Grundlage einer Freundschaft

Genauso wie eine Beziehung fällt einem auch eine Freundschaft nicht einfach so in den Schoß. Es braucht Zeit, Aufmerksamkeit und gemeinsame Werte oder Ziele. Wie schön, wenn es gelingt, Freundschaften aus dem Kindesalter bis ins hohe Alter zu pflegen. Oft haben diese Freundschaften Höhen und Tiefen überlebt. Doch wenn nicht, was brauchst du für eine gute Freundschaft? Hast du dir darüber schon einmal Gedanken gemacht? Wenn nicht, nimm dir ein Blatt Papier und fang an. Schreib alles auf, was für dich für eine gute Freundschaft wichtig ist. Zur Inspiration findest du hier ein Beispiel:

 

 

» Immer die Wahrheit zu sagen, bringt einem wahrscheinlich nicht viele Freunde, dafür aber die Richtigen. « John Lennon

 

 

 

 

Gedanke III – Wortspielerei

 

 

 

 

» Nicht jeder, der freundlich tut, ist gleich dein Freund. «

 

 

Dieses Gedanken-Trio über die Freundschaft ist ein Auszug aus meinem neusten Buch:

LICHTE FUNKEN aus dem Umaniversum.

Wenn es dich anspricht oder du mehr Texte von mir lesen möchtest, schau gerne auf meine Seite oder komm direkt im Umaniversum vorbei.

 

 

» Freunde sollte der Mensch schon haben, sonst wird es wirklich kalt in der Welt. «  Elke Heidenreich

 

 

 

 

Türchen 3 – ein Haiku für dich

 

Zum Schluss habe ich noch ein kleines Haiku für dich.

 

 

Ich wünsche dir einen wundervollen 1. Advent und eine lichtvolle Zeit.

 

Dies ist ein Blogbeitrag im Rahmen des Blog-Adventskalenders 2023. initiiert von der wunderbaren Susanne Heinen24 magische Tage voller inspirierender Geschichten, kreativer Ideen und festlicher Stimmung.

 

 

Mein #12von12 im Juli 2023

Mein #12von12 im Juli 2023

Nach der alten Blogger-Tradition, bei der man am 12. des Monats 12 Bilder aus seinem Alltag verbloggt, war ich heute unterwegs. Hier sind sie: meine 12 Bilder des Tages.

 

Seit 3 Wochen bin ich in einer medizinischen Reha-Maßnahme. Hier im „blauen Salon“ finden viele der Achtsamkeits- oder Entspannungsgruppen wie auch Gesprächskreise statt.

 

Ein großer Teil des Wochenprogramms besteht aus Mobilitätsaktivierungen … jeder hat seine eigene Matte und meine steht meist griffbereit in der Ecke …

 

In diesem ganzheitlichen Konzept wird gutes, gesundes Essen großgeschrieben. Daher steht ab Woche 4 therapeutisches Kochen auf dem Programm und die Patienten kochen basische Gerichte für alle … heute gab es aufgrund der Verabschiedung einer Gruppe als Ausnahme mal nicht basischer Kuchen zum Nachtisch 🙂 … auch das muss sein …

 

Bei der Verabschiedung gab es nicht nur Geschenke für die super freundlichen Klinikmitarbeiter, sondern auch wunderbar duftende Blumen aus dem Garten …

 

Nicht immer läuft alles rund, so kam es heute nach der Verabschiedung zu einem kleinen Gruppen-Clash. Danach brauchte ich erst einmal ein paar Runden alleine auf dem Flur zum Verdauen …

 

Auch hier gibt es einen Feierabend. Immer wenn ich an diese im Eingang des Gebäude stehenden Sessel vorbeikomme, muss ich an die ZDF-Werbung denken. Manchmal sind sie mir ein willkommener Rückzugsort in Anwendungspausen …

 

Nach dem Clash empfahl mir die Klinik-Chefärztin, ich solle mir heute noch etwas Gutes tun … ich kam bei Oxfam vorbei und fand dort diese beiden schönen Buch-Seelentröster für mich …

 

mit dem Fahrrad gings danach weiter nach Hause. Mein Magenta-Auge ist in diesem Monat geschärft – es ist die Farbe in der #Farbkreisreise von Susanne Heinen – und ich entdecke dieses streetArt-Motiv an einer Häuserwand …

 

Beim Pilates-Training ging es dann darum, nicht von der Rolle zu kippen … straffes Core-Training … doch glücklich zufrieden verlasse ich danach die Praxis …

 

Zu Hause erwartet mich dann eine Portion selbstgemachtes Heidelbeer-Mango-Drachenfrucht-Eis … es ist Sommer !!! es ist mein erster Eis-Versuch.

 

… ich brauche nicht lange … und der Teller ist leer … mhhhh lecker war es …

 

Zur Nacht entdecke ich noch ein schönes Zitat … einen Dank an Thomas Mann … ich fühle mich verstanden …

Das war ein kleiner Einblick in meinen derzeitigen Klinikalltag … Heute ist Halbzeit und ich bin guter Hoffnung, dass nach den 6 Wochen die Narbe auf meinem Rücken wieder besser verheilt ist und ich mich wieder mehr ohne Schmerzen bewegen kann …

Sorry für die Bildqualität … nächsten Monat ist es wieder besser … ich drücke jetzt einfach trotzdem auf Veröffentlichen 🙂

 


Jetzt ist erst einmal wieder bis zum nächsten Mal von #12von12 Pause – doch bald nehme ich dich gerne wieder mit durch meinen Tag, wenn es wieder heißt:  Ich mache mit bei: #12von12 !

Bis dahin wünsche ich dir eine wundervolle Zeit.

 

Mein #12von12 im Juni 2023

Mein #12von12 im Juni 2023

Nach der alten Blogger-Tradition, bei der man am 12. des Monats 12 Bilder aus seinem Alltag verbloggt, war ich heute unterwegs. Auch wenn mein Handy zwischendrin einfach mal mit 0%Akku aufgab, blieben immer noch genug Bilder übrig. Hier sind sie: meine 12 Bilder des Tages.

 

 

auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn …

 

mein #farbkreisreise-zoom-Blick auf die Monatsfarbe violett findet immer wieder irgendwo einen Klecks … und dann ist erst einmal mein Handy-Akku leer …

 

nach der Arbeit zum Arzt … Befundbesprechung und Krankenhauseinweisung …

 

auf dem Schreibtisch zu Hause tobt sich gerade das Chaos aus …

 

beim Wäsche abnehmen lausche ich noch kurz dem Ende der Küchenschlacht …

 

in meinem Edeka steht am Eingang neben den Körben dieses Regal … da komme ich nur selten ohne mal kurz zu stöbern vorbei … manchmal stelle ich auch selbst welche rein und manchmal darf ein Buch auch mit zu mir nach Hause …

 

da ist sie wieder, die Farbe des Monats … ich hab alle schön dort liegen gelassen … derzeit lebe ich mal wieder zuckerfrei …

 

warten an der Kasse …

 

auf dem Weg zurück nach Hause kurzer Schnack mit Freundin unterm violetten Blumenbalkon …

 

und dann ist da auf einmal diese Propella-Mohn-Blüte in meinem Sichtfeld … ein Zauberwerk der Natur … einmal vom Winde verweht bitte …

 

Am Abend dann wieder einen sehr inspirierenden Wissensabend mit meiner Human-Design-Family-Gäng mit Anke Baumgart … jeden Montag … einfach großartig …

 

die Zeit rennt … jetzt aber schnell ab ins Bett …

 


Jetzt ist erst einmal wieder bis zum nächsten Mal von #12von12 Pause – doch bald nehme ich dich gerne wieder mit durch meinen Tag, wenn es wieder heißt:  Ich mache mit bei: #12von12 !

Bis dahin wünsche ich dir eine wundervolle Zeit.

 

Orange ist die glücklichste Farbe …

Orange ist die glücklichste Farbe …

Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass Orange die glücklichste Farbe sei … in diesem Monat hab ich es ausprobiert … und habe Bilder des Glückes eingefangen.

Denn in diesem Monat ging es in der von Susanne Heinen initiierten #farbkreisreise – mehr Farbe ins grau um die Farbe orange … so wie schon in den letzten Monaten war mein Kameraauge geschärft und in meinen Alltag entdeckte ich ganz viele ungewöhnliche wie auch Alltags-vertraute Dinge. Hier eine kleine Auswahl:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun bin ich schon neugierig, welche Farbe mich im nächsten Monat begleiten wird.  Schau gerne wieder auf meiner Seite vorbei …