Ihr Büro lag am Ende des Ganges. Nach dem Umzug ins neue Haus, war sie froh, mit ihrem Schreibtisch nicht mehr im Trubel mittendrin sitzen zu müssen. Endlich ihr eigenes Büro, ihre eigene Ordnung. Jahrelang hatte sie mit diesem Wunsch ihrem Chef im Ohr gelegen, nun hatte sich ihr Traum verwirklicht. Hier hatte sie endlich die Ruhe, die sie für ihre Arbeit brauchte, auch wenn nun nicht mehr alle Nachrichten brühwarm um ihre Ohren wehten. Sie vertraute darauf, dass das, was für sie wichtig wäre, den Weg zu ihr finden würde. Ihre FoMo, die Angst etwas zu verpassen, hatte sie nicht mehr im Griff. Sie hatte sie überwunden. Nur noch selten bekam sie deswegen Herzrasen. Vor allem seit sie das Meditationsritual am Morgen für sich entdeckt hatte, konnte sie viel besser die Dinge einfach geschehen lassen. Das tat ihr gut. Das wollte sie nicht mehr missen. Früher hätte sie solche Rituale sofort in die Schublade „Esoterik“ gepackt. Heute weiß sie es besser.
Auf ihrem Schreibtisch lagen wild durcheinander alle möglichen Spickzettel zum Thema „Folgen eines Unfalls auf die Beziehung und das Umfeld“. Die nächste Ausgabe der Zeitschrift sollte die Auswirkungen von Verletzungen beleuchten. Das Thema hatte sie sofort begeistert. Als der Chef es in der Redaktionskonferenz vorgestellt hatte, fingen ihre Augen sofort an zu leuchten. Sie melde sich sofort für den Auftaktartikel. Immerhin hatte sie mit diesem Thema selbst erlebte Erfahrungen, wusste wie sich ein Unfalltrauma auf alle Beziehungen des Betroffenen auswirkt. Darüber wollte sie schreiben.
Die Tür ging auf. Erik, ihr Chefredakteur, steckt den Kopf durch den Türspalt. „Hast du mal kurz eine Sekunde?“
Marie wusste, das mit der Sekunde war ein Witz. Wenn sie jetzt ja sagt, ist der Nachmittag zum Schreiben gelaufen.
„Ist es wirklich so wichtig? Eigentlich habe ich keine Zeit. Ich will heute unbedingt noch den Artikel für den Auftakt fertig schreiben.“
„Marie, komm schon. Den Artikel schüttelst du doch auch noch in 30 min aus dem Ärmel. Ich kenn dich doch.“
Marie stöhnte. Das war jetzt wieder einmal ein Aktion aus der Kategorie „Übergriff“. Erik wusste, dass sie ihm nichts abschlagen konnte. Er war ihr Chef. Sie kannten sich schon lange. Nicht nur aus dem Büro. Es gab Zeiten, da hätte Marie alles für ihn getan. Daher kannte sie die Gefahr. Schon länger dachte sie deshalb daran, die Redaktion zu verlassen. Nicht weil ihr die Arbeit nicht gefallen würde, ganz im Gegenteil, hier konnte sie über das Schreiben, was sie bewegte, sondern weil sie sich vor 2 Jahren nicht selbst treu geblieben war. Sie kannte das Gebot: Never fuck in the company. Und doch ist sie damals schwach geworden. Sie hatten einen wundervollen Sommer zusammen. Doch er wollte nur eine neue Trophäe in seiner Sammlung. Sie hatte von mehr geträumt, war damals so naiv und blauäugig. Seitdem kannte er viel zu genau ihre Schwachstellen. Wieder einmal blitzte kurz der verlockende Gedanke des sich endlich selbständig Machens in ihr auf. Doch jetzt hatte sie doch gerade erst ihr schönes neues Büro in der Redaktion bezogen.
„Okay, Erik. Aber wirklich nur 10 Minuten“
Grinsend schloss Erik hinter sich die Tür. Er hatte es wieder geschafft. Sie würde ihm auch weiterhin die Treue halten.
Ein herzliches DANKE an Silke aus der The-Content-Society für die inspirierende „Wörterspende“.
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Ich schaue auf die Uhr. Die Sitzung zieht sich wieder in die Länge. Wie immer will jeder zu jedem Thema seine Sichtweise loswerden. Hat denn keiner von denen Hunger? Ich höre mein lautes Magenknurren und wird wohl mein Beitrag zur Diskussion sein. Ich will, dass endlich Schluss ist mit dieser Nabelschau der Selbstwichtigkeiten. Doch ich habe hier nichts zu sagen. Ich lehne mich zurück und schaue durch die Runde: Hat sich Lena die Haare gefärbt? Schöne Farbe, steht ihr. Als mein Blick auf Martin fällt, traue ich meinen Augen nicht. In seinem Knopfloch am Revers steckt eine Rose. Ist die echt? Das muss ich ihn gleich mal nachher fragen. Während ich noch meinen Gedanken nachhänge, fangen auf einmal alle im Kreis an zu klatschen. Oh, das ist das Zeichen, die Sitzung ist gleich zu Ende.
In der Kantine ist es wie jeden Tag brechend voll. Wenn mein knurrender Magen nicht wäre, dann würde ich mich an der langen Schlange anstellen. Es gibt Spargel mit leckerer Soße. Doch so entscheide ich mich für die schnellste Variante, schnappe mir eine leere Suppenschüssel und gehe zur Salatbar.
An unserem gewohnten Abteilungstisch bin ich daher die Erste und fange schon mal an. Bei uns zu Hause gab es das Sprichwort: „Hunger macht böse“ und ich könnte die Erfinderin dieser Weisheit sein. Wenn ich jetzt schon mal etwas esse, erhöht sich die Chance, dass ich in der Pause zahm und geduldig den Gesprächen meiner Kollegen folgen kann. Mittlerweile füllt dich der Tisch. Ich mache Lena ein Kompliment zu ihrer Frisur und sehe, wie sie sich freut, dass jemand mitbekommen hat, dass sie beim Friseur war. In all dem Trubel der Arbeit rutschen diese kleinen Streicheleinheiten oft weg. Wie aufmerksam nehmen wir denn unsere Umgebung noch wahr? Jeden Tag der gleiche Weg zur Arbeit. Sehe ich überhaupt noch, wohin ich gehe, wem ich begegne, oder setze ich einfach nur noch Schritt vor Schritt und bin in der Routine des Alltags gefangen?
Das war auch die große Frage, die die Seminarleiterin uns am Wochenende in ihrem Kurs gestellt hatte. Wie achtsam sind wir unterwegs. Würde es uns auffallen, wenn etwas anders auf unserem Weg wäre? Sie startete mit uns ein Experiment. Wir sollten am Samstag den Raum, in dem wir saßen, ganz genau anschauen und jede Kleinigkeit wahrnehmen. Sie sagte uns nicht warum. Als wir am Sonntag kurz vor Beginn der Abschlussfeedbackrunde waren, brachte sie unsere Aufmerksamkeit nochmals zu dieser Übung zurück. Was war uns am Sonntag aufgefallen, was am Vortag anders gewesen war? Jeder schaute sich jeder nochmals im Raum um. Es war erstaunlich, was jedem in seinem Gedächtnis hängengeblieben war. Diese Übung öffnete Vermutungskisten und Fantasien, was alles da gewesen war. Von Fahnen an der Wand, Stecknadeln auf der Erde bis hin zum Inhalt einer Bastelkiste mit einem Lötkolben und anderem Werkzeug. Es war unglaublich zu sehen, wie uns das Gedächtnis und Gehirn uns manipuliert. Manche hätten ihre Hand dafür verwettet, dass etwas da gewesen war, doch die Seminarleiterin hatte vor dem Kurs Bilder vom Raum als Beweis gemacht. Keine Chance, einiges war wirklich nur erdacht.
Martin tippt mir auf die Schulter. „Wo bist du denn gerade mit deinen Gedanken unterwegs?“
Nochmals fällt mein Blick auf seine Jacke und ich frage ihn: „Ist die echt?“
„Natürlich, dachtest du etwas ich stecke mir eine Plasteblume an? Das wäre doch nicht mein Stil. Willst du mal riechen?“
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- Mit 6 wollte ich Schlagersängerin werden. Es brauchte fast 50 Jahre, bis ich mir den Traum vom Singen erfüllt habe. Heute habe ich regelmäßig Gesangsunterricht bei der tollsten Lehrerin, die man sich vorstellen kann.
- An einem Freitag den 13. habe ich meine Fahrschulprüfung absolviert und bestanden – das war an dem Tag mein schönes Geburtstagsgeschenk.
- Am liebsten tanze ich barfuß, mittlerweile am liebsten eine Wave (5Rhythmen).
- Ich küsse lieber als ich koche, denn ab 3 Töpfen gleichzeitig bin ich am Herd überfordert.
- Die Badewanne ist einer meiner Lieblings-LESE-Orte – im Winter liege ich dort fast täglich 1 Stunde.
- Meistens sind mir 5 Stunden Schlaf völlig ausreichend, weil ich gerne bis spät in die Nacht kreativ und gleichzeitig ein Frühaufsteher bin.
- Mit meiner seltenen Blutgruppe (0 neg.) würde ich gerne Blut spenden, doch bei meinen dünnen und rolligen Venen schicken mich die Ärzte immer gleich wieder nach Hause.
- Obwohl ich direkt an einem Berliner Grenzübergang gewohnt habe, habe ich die Maueröffnung am 9. November 1989 verschlafen und erst am darauffolgenden Vormittag bei der Zugankunft im Dreiländereck des Ostens, in Zittau erfahren.
- Ich habe erst mit 27 Schwimmen und Fahrrad fahren gelernt, weil es in meiner Kindheit dazu keine Möglichkeit gab.
- Obwohl ich noch nie genäht hatte, habe ich mir vom DDR-Ehekredit eine Nähmaschine gekauft und meinem Mann am Abend aus dem Nichts seine erste Hose genäht. Danach habe ich mir über Jahre alle meine Sachen und Kostüme selbst genäht.
- Rot ist meine Lieblingsfarbe – irgendein Kleidungsstück an mir ist immer rot.
- Ich liebe Katzen, auch wenn meine schwarze Luzilotte vor 5 Jahren bei mir ausziehen musste.
- Eine Zeitlang bin ich jeden Morgen um 7 ins Berliner Prinzenbad gefahren, um im kalten 50m Becken 80 Bahnen zu schwimmen – bei jedem Wetter.
- Nachdem ich zwei Jahre bei einem Fernsehsender gearbeitet habe, habe ich meinen Fernseher abgeschafft.
- Ich liebe Regen – und habe eine Wetter-mecker-Allergie.
- Ich lese meist mehrere Bücher gleichzeitig. Das schult einerseits das Gehirn und andererseits schaffe ich mir dadurch eine gute Mischung aus Belletristik, Lyrik, Sach- und Fachbuch. Ohne Bücherstapel könnte ich als ursprüngliche Buchhändlerin überhaupt nicht leben. Bücher sind für mich Lebensmittel.
- Früher war ich 1 x die Woche in der Sauna, weil es für mich der Ort ist, wo ich am schnellsten richtig gut entspannen kann (seit Corona mit den Schließungen suche ich eine Alternative). Das Berliner Vabali ist meine Lieblingssauna – die beste Erholungsoase ever.
- Bis ich 30 war, glaubte ich ganz fest, dass ich definitiv nicht singen, nicht tanzen, nicht malen, nicht musizieren und noch vieles andere nicht kann – ein Persönlichkeitstraining bei Art Reade hat damals dieses Mindset aufgelöst und den Kippschalter meiner Kreativität angeknipst.
- Meine Höhenangst habe ich bei meiner selbstgewählten BridgeClimp Callenge überwunden. Dabei läuft man oberhalb der Stahlträger der Harbour Bridge in Sidney und überquert in 135 Metern Höhe die 6 spurige Brücke. Das war eine echte Mut-Probe.
- Mit 40 bin ich ganz alleine mit einem kleinen Rucksack, minimalem Taschengeld und ohne Spanisch-/Englischkenntnisse zu den Maya-Tempeln nach Yucatán/Mexiko gereist – das war eine meiner wichtigsten Reise zu mir selbst.
- Während meiner Arbeit beim „Süßkramdealer“ habe ich die leckersten Sorten und Qualitäten von Schokolade kennengelernt – seitdem kann ich am normalen Schokoregal im Supermarkt mit Leichtigkeit vorbeigehen – heute esse ich am liebsten 99%ige Schokolade – doch mit weißer Schokolade kann man mich auch immer locken.
- Mit 45! wurde festgestellt, dass ich eigentlich eine Linkshänderin bin. Ich kann mit links fließend Spiegelschrift in Schreibschrift schreiben – seit dieser Entdeckung (denn, das habe ich nie gelernt) ist es meine beste Geheimschrift.
- Seit Jahren habe ich Brot, Industriezucker, Kuhmilchprodukte und Alkohol (außer mal eine Roseschorle im Sommer) aus meinem Speiseplan gestrichen – der Energiezuwachs seitdem ist enorm.
- Mein Körper ist mein bester Seismograf – sobald ich etwas esse, was er nicht mag, gibt er mir sofort ein Zeichen.
- Ich liebe Lakritze und kann wenn, dann nur süßes Popcorn essen, da ich kein Salz vertrage.
- Ich habe noch nie ein eigenes Auto besessen, denn mein Fahrrad ist mein bester Gefährte.
- Meine erste Bilder-Ausstellung habe ich in den alten Wassertanks im Berliner Ökowerk veranstaltet.
- Obwohl ich schon über 50 Jahre in Berlin lebe, fühle ich mich nicht als Berlinerin. Meine Heimat ist die Oberlausitz. Dort bin ich zwar nicht geboren, doch meine Großeltern und meine Mutter kommen von dort.
- Während meiner Zeremonialmedizin-Ausbildung gab es eine Zeremonie, bei der ich eine Nacht lang unter der Erde in meinem selbst geschaufelten Grab verbracht habe – seitdem habe ich keine Angst mehr vor dem Tod und weiß, wie es sich unter der Erde anfühlt. Das war eine krasse, doch auch sehr interessante Erfahrung, die ich nicht missen möchte.
- Seit dem Tod meiner Mutter – sie ging nur einkaufen, fiel um und war tot – lebe ich sehr im Hier und Jetzt und schiebe nur noch selten etwas lange vor mich hin.
Herausfordernde Zeiten
Unbestritten wir leben alle gerade in herausfordernden Zeiten. In einer Zeitenwende, in der vieles auf dem Prüfstand steht, was bisher für selbstverständlich gehalten wurde.
Die Pandemie hat vieles in Bewegung gebracht. Wo es früher nur ein zähes Nein gab, wie zum Beispiel beim Homeoffice, sind nun in kürzester Zeit neue Arbeitsplatzmodelle möglich, die vorher undenkbar waren. Die Freizeitgestaltung hat sich gewandelt. Früher war es selbstverständlich sich Kunst und Kultur, Sport, Reisen, Feiern, Tanzen in allen bunten Formen zu gönnen. Die harten Lockdowns des letzten Jahres haben uns umdenken lassen (müssen). Nichts ist mehr so wie früher und wird auch nie wieder wie früher sein.
Familien mit Kindern vollbringen einen unglaublichen Spagat im Verbinden von Homeoffice und Homeschooling. Das kostet viel Kraft und Nerven. Ich ziehe mit Respekt den Hut vor allen, die gerade vor dieser Herausforderung stehen und diese Leistung vollbringen. Doch nicht nur Familien stehen unter Dauerbelastung. Alleinlebende fordert die Isolation heraus. Paare verbringen zum Teil mehr Zeit miteinander, als bisher und gedacht. Wir alle sind auf der Suche nach Lösungen.
Covid-19 ins Verhältnis setzen
Viren und Bakterien gab es und wird es auf dieser Welt immer geben. Die Menschheit lebt seit Jahrtausenden mit ihnen. Sie sind ein Teil dieser Welt, genauso wie wir. Doch warum ist die Reaktion auf dieses Virus so besonders? Warum erst jetzt? Und wie kann das Leben auch mit Covid-19 weitergehen? Was gibt es für mögliche Wege? Fragen, die ich mir immer wieder stelle.
Weltweit gibt es viele Wissenschaftlicher und kluge Köpfe, die sich mit diesen Fragen ausführlich beschäftigen. Hier drei Beispiele:
- In diesem Monat fand bei United to heal ein online-Kongress zum Thema „Corona, Mutationen und Impfen“ statt, auf dem Ärzte und Homöopathen aus der ganzen Welt (u.a. Wiet van Helmond, Jeremy Sherr, Dr. Abdequaem Chimthanawala, Dr. Manish Bhatia, Dr. Saptarshi Banerjea, Dr. Rosina Sonnenschmidt, Prof. Bhakdi, Dr. Friedrich Graf, Dr. Dietrich Klinghardt) ihr Wissen teilten.
- Gleichfalls macht eine Abhandlung mit dem Titel: „Covid-19 ins Verhältnis setzen – Alternativen zu Lockdown und Laufenlassen“ in den sozialen Medien die Runde. Dort stellen 16 Expert:innen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen aus Deutschland und Österreich, wie z.B. Prof. Dr. Ulrike Guérot, Dr. Ellis Huber, Prof. Christian Schubert, Prof. Dr. Tobias Unruh u.a., ihre unterschiedlichen Forschungsergebnissen, Aspekten und Standpunkte vor. Die 68 Seiten umfassende Schrift soll dazu beitragen, die aufgeladene öffentliche Debatte zu Covid-19 zu versachlichen, ins Verhältnis zu setzen und so in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext zu bringen und einen wertschätzenden Gedankenaustausch über das Thema anzuregen.
Das sind nur drei Beispiele von vielen. Alle haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, das Thema Covid-19 aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und offen für neue Sichtweisen zu bleiben.
Was mich bewegt …
In den letzten Wochen und Monaten erlebe ich immer mehr eine Spaltung der Gesellschaft: in die „Geimpften“ und die „Impfunwilligen“.
Jeder hat seine ganz eigenen Beweggründe für seine Entscheidung und das ist auch gut so. Jeder hat die freie Wahl. Und ich gehe davon aus, dass niemand diese Entscheidung: Impfung JA oder Impfung NEIN leichtsinnig trifft.
Wir leben in einem demokratischen Land. Demokratie zeichnet sich vor allem auch durch die Möglichkeit verschiedener Meinungen aus. Doch versagt gerade die Demokratie? Kampagnen fürs Impfen und Beiträge über die Impfgegner schießen wie Pilze aus dem Boden. Beginnt damit schon eine subtile Form von Ausgrenzung? Mir scheint, es entsteht gerade eine neue Bewegung. Ich nenne sie mal vorsichtig „Impf-Mobbing“. Gehörst du zu den verantwortungsvollen Guten oder zu den verantwortungslosen Bösen? Manchmal bin ich nur noch sprachlos darüber, welche Formen im täglichen Zusammensein diese Polarisierung annimmt und es erinnert mich ein wenig an Erzählungen aus den Zeiten vor 100 Jahren.
Die Entwicklung der Erde und der Menschheit gleicht deutlich einem Sinuskurvendiagramm. Schlittern wir nach 70 Jahren Friedenszeit, auf eine nächste Talfahrt zu? Ist sie zu stoppen? Schaffen wir es, noch im letzten Moment das Steuer herumzureißen?
… und was mich wütend macht
Die Bequemlichkeitshängematte, in der sich viele eingerichtet haben, baumelt von der Decke im selbstverständlichen Wohlstandheim. Die meisten gehören zum Heer der Privilegion. Die tägliche Dosis zur Beruhigung wird kostenfrei in Form von Serien und Daily Soaps aus den medialen Kanälen geliefert. Wir werden beschäftigt und abgelenkt. Auch Tabak, Zucker und Alkohol gibt es ganz legal ohne Strafe, obwohl ihre gesundheitsschädigenden Wirkungen schon lange wissenschaftlich nachgewiesen sind und sie zu den häufigsten Ursachen bei Erkrankungen mit Todesfolge, wie Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen oder Krebs, gehören. Sie haben weitaus höhere Zahlen als die derzeit täglich vom RKI veröffentlichen Corona-Toten.
Ich frage mich ernsthaft: Worum geht es eigentlich gerade? Um die Gesundheit? Oder doch um etwas ganz anderes?
Oft siegt die Gewohnheit. Das kollektive Mantra: das machen doch alle so! Die Hymne im Gleichschritt der Masse wird jeden Tag aufs Neue gesungen, die Flagge der Sicherheit weht im Wind, die Politiker werden es schon richten. Die meisten wiegen sich in dieser vermeintlichen Sicherheit, die es nur leider nicht gibt. Wir leben auf Pump. Wir plündern unseren lebensspendenden Planeten weiter aus, führen uns wie die selbstgerechten Herrscher auf, ohne Demut und Dankbarkeit den anderen Welten der Erde gegenüber. Die Balance von Geben und Nehmen ist gekippt. Schon seit langem.
Schon länger treibt mich eine Frage um: Was muss passieren, damit die Mehrheit der Menschen aufwacht und aus dem vorgekauten und manipulierendem Einheitsblablatrott aussteigt und genauer hinsieht? Welche klimatischen Veränderungen müssen noch passieren, damit wir begreifen: die Erde ist in Not. Und wir sind die Ursache dafür. Braucht es immer erst solche Flutwellen, wie die der letzten Tage, die uns wieder mehr zusammenrücken lassen und damit das Gemeinschaftauge wieder wachsen lässt?
Wir genießen unseren Wohlstandsfrieden. Unser Eltern oder Großeltern haben nach dem 2. Weltkrieg die Ärmel hochgekrempelt. Aus komplett Zerstörtem Neues geschaffen. Ihnen ist nichts in den Schoß gefallen, sie kennen noch Hunger, auf engstem Raum leben, nur im festen Zusammenhalt zu überleben. Eine Hand wusch die andere, das Gemeinschaftsauge war geschärft. Ohne diese Anstrengungsbereitschaft und das große Miteinander wäre ein Neuanfang nach dem Krieg und die große Wirtschaftswunderwelle in den folgenden Jahrzehnten nicht möglich gewesen.
Die jüngeren Generationen kennen das nur noch aus dem Erzählen. Das Erbe der Wirtschaftswunderwelle von damals ist der heutige selbstverständliche Wohlstandsgenuss. Alles soll am besten jederzeit und überall schnellstmöglich zur Verfügung stehen. Wann ist uns die wohltuende Mitte verloren gegangen?
Seit über einen Jahr leben wir mit der Covid-19-Pandemie. Die Gutgläubigkeit der Menschen wird in exzellenten Manövern auf hohem Niveau „zum Wohle aller“ auf die Probe gestellt. Fakten werden oft kontextfern aufgehübscht und redundant als Wahrheit verkauft. Mit Schleiern der Verwirrung wird auf dem Schachbrett der Politik intrigiert. Selbstverantwortung und gesunder Menschenverstand werden den mündigen Bürgern abtrainiert und als ad absurdum hingestellt. Ist es doch der viel leichtere Weg, die Verantwortung und Schuld an etwas im Außen wie der Politik abzugeben. Die Taschenlampe auf sich selbst und sein eigenes Handeln zu richten ist meist der unbequemere Weg.
Der DAX der Ängste
Ängste stehen derzeit hoch im Kurs. Seit langem wird die Liste von der Corona-Angst angeführt. Mit Angst lässt sich gut Geld verdienen. Mit Angst lässt sich gut manipulieren. Sie lässt sich wie ein doppeltes Netz spannen, keiner fällt durch, denn es gibt keinen angstfreien Menschen auf dieser Welt.
Wenn es einen „Angst“-DAX gäbe, wäre sein Stand derzeit stets auf höchstem Niveau. Ob nun die Delta-Variante, das Ansteigen der Inzidenzzahlen, mögliche neue Risikogebiete nach den Sommerferien … die Nachrichten über Corona legen sich wie ein dunkler Schatten über die gesamte Welt. Für kaum etwas anderes ist mehr Platz. Als wenn es keine Flüchtlinge, keinen Krieg, keine Klimakatastrophe, keine Hungersnot, kein Aids oder 3fach so viele Krebstote mehr gäbe. Was bringt uns dazu, den Tunnelblick wieder zu weiten? Bald reiht sich noch der Wahlkampf hinzu.
Doch andererseits gibt es auch immer mehr Menschen, die bereit sind, in diesen Zeiten ohne Netz und doppelten Boden auf der Lebensbühne ihre ganz individuelle Wirklichkeit zu leben. Sie werden dann schnell als Verrückte oder Querdenker an den Rand der Gesellschaft gestellt, zum Teil aus der Gemeinschaft gemobbt. Es braucht eine große Portion Mut, um dann standhaft zu bleiben. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit wird von der Politik angezapft und mögliche Alltagserleichterungen als das Nonplusultra präsentiert. Vor allem mögliche Vorteile im Reiseverkehr sind ein dicker Köder.
Diese vielen Fragen treiben mich um, rütteln in mir, halten mich wach. Wir haben nur diese EINE Welt, auf der wir alle nur zu Gast sind. Sollten wir uns hier nicht wie freundliche Gäste verhalten, so wie wir es uns von Gästen bei uns zu Hause auch wünschen?
Es gibt Alternativen!
»Die Menschen haben so viel Angst vor dem Tod, dass sie aufhören zu leben.« Ist das die Richtung, in die wir uns weiterentwickeln wollen? Ist das die Richtung, wie wir uns mit der Umwelt auf dem Planeten Erde wieder versöhnen, wie wir die kostbaren Ressourcen unserer Erde retten und eine Kehrtwende einleiten?
Herdenimmunität, Impfstatus, Inzidenzwerte – alles täglich bis ins Kleinste dokumentiert.
Auf der Strecke bleibt viel Menschlichkeit: Dass sich gegenseitig in den Arm nehmen, dass sich mitfühlend zuhören, dass wohlwollende MITEINANDER. Wo ist es geblieben? Ist es im Wohlstandswettstreit von schneller, höher, weiter auf der Strecke geblieben? In kleinen Gemeinschaften und gesunden Familienbanden mag es noch funktionieren. Und jetzt auch in der Not der Flutwellen. Doch in der großen Welt? Haben wir schon im Blick, welchen unglaublichen Müllberg wir alle mit jedem Test produzieren? Alle Teile einzeln verpackt. Nicht nur die Plasteverpackungsindustrie boomt und verdient sich damit eine goldene Nase.
Nichts ist umsonst
Nichts auf dieser Welt ist umsonst. Wir werden alle gemeinsam die Rechnung für unser Verhalten zahlen müssen. Daher wünsche ich mir,
- dass sich die verschiedenen Covid-19-Lager wieder annähern und versöhnen.
- dass der Respekt und die Autonomie gegenüber selbstverantwortlichem Handeln wieder steigt.
- dass Andersdenkende oder- handelnde nicht gleich mit dem Stigma von rechter Szene oder als Querdenker abgestempelt werden.
- dass Paare und Gemeinschaften nicht in Folge der Diskussion ums Impfen oder nicht Impfen in Konflikte geraten.
- dass wir uns wieder zuhören und im wohlwollenden Miteinander Lösungen finden.
- …
Nicht nur meine langjährigen Ausbildungen in alternativer Medizin haben mir gezeigt, dass es neben der Schulmedizin noch viele andere Lösungen gibt.
Ob nun mit gesunder Ernährung, Sport und Bewegung, dem Loslassen von Süchten (dabei stehen Tabak, Industriezucker und Alkohol an erster Stelle), der Homöopathie, Mitteln wie CDL(*), das miteinander Singen und Musizieren oder Kunst und Kultur erleben – es geht in der Medizin wie auch im Miteinander schon lange nicht mehr um das Entweder Oder – die Lösungen liegen im Sowohl als auch und in der richtigen Balance von allem.
Mir ist es ein großes Anliegen mit diesem Beitrag einen Anstoß für wohlwollende Diskussionen zu geben. Raus aus dem Polarisieren, rein ins miteinander nachhaltige und dem großen Ganzen dienende Lösungen finden, denn …
„Der Mensch hat das Netz des Lebens nicht gewebt, er ist nur ein Faden darin.
Was immer er dem Netz antut, tut er sich selbst an.“
– Indianische Weisheit – Chief Seattle – Häuptling der Suquamish und Duwamish
(*) CDL = Chlordioxyd – ein Buch zur Empfehlung: Dr. med. Antje Oswald „Das CDL-Handbuch“
Seit Tagen regnet es in Strömen. Wo kommt nur dieses viele Wasser her. Eine weise Frau hat mir einmal gesagt, dass, wenn die Menschen nicht genug weinen, dies die Natur übernimmt.
Armes Deutschland, hier weint wohl keiner mehr. Dabei hätten wir genug Gründe. Wahrscheinlich haben alle Angst vor einem Wasserschaden und behalten dafür lieber ihren Dachschaden. Wie auch immer, ich stehe zu meinem Geheule und lade alle immer wieder von Herzen gerne mit meinen „Heul doch“-Karten dazu ein. Am Ende des Regenbogens lacht die Sonne! Und der Regenbogen heißt ja nicht umsonst REGEN-Bogen. Lass uns mit unseren Tränen die Erde segnen. Jede Träne, die sich ihren Weg ans Tageslicht erobert und zu Boden fällt, nährt den Boden für wundervoll leuchtende Blumen. Also lass rollen Baby!
Was ist mir denn da schon wieder aus den Fingern geflutscht? Meine ich das wirklich ehrlich? Ich spüre in mich und sage leise Ja. Doch gleich im nächsten Moment ahne ich, dass ich mit diesem Aufruf bei meinem Chef wohl keine Lorbeeren ernten werde. In der Werbung wollen alle nur Lachen, Singen, glücklich sein. Lieber Tralala an der Oberfläche als Hingucken mit Tiefgang. Dabei würde dem einen oder anderen ein bisschen mehr Nachsinnen über ihre Unsinnigkeiten guttun.
Vielleicht würde der eine oder andere dann auch mal seinen Mund halten, wenn ihm bewusst wäre, wie viel Schwachsinn über seine Lippen rauscht, ungefiltert, brachial, hemmungslos. Ob es meine Kollegen schaffen würden, in der nächsten Mitarbeiterbesprechung mal 2 min einen Raum der Stille zu halten? Das wäre eine Herausforderung. Meist zeigen sich ja schon vor der Sitzung gockelhafte Ansätze, die dann in einzelnen Testosteronausbrüchen ihren Höhepunkt finden. Oft muss ich spätestens nach dem zweiten Anfall die Fenster öffnen, sonst wird der Feueralarm ausgelöst, bei so viel sturer Bockigkeit, wer denn der Beste sei.
Wie gut, dass ich in diesen Sitzungen nur das Protokoll schreiben muss und dass sie nur einmal in der Woche stattfinden. Öfter würde ich das auch gar nicht aushalten. Es ist schon erstaunlich, denn wenn ich mit ihnen einzeln unterwegs bin, sind sie doch sehr zuvorkommend und liebenswert. Ist das ein kollektives Herdenverhalten? Alleine geht’s, doch zusammen ist nichts möglich? Worüber ich mir schon wieder den Kopf zerbreche.
Dabei ist mein Schreibtisch voll mit unerledigtem Zeug. Die Gästeliste für die nächste Ausstellungseröffnung muss geschrieben werden, dazu auch gleich der Serienbrief mit den Einladungen. Und dann soll das ganze Projekt auch noch ins Netz. Damit tue ich mich immer noch schwer. Sie haben es mir zwar am ersten Tag gezeigt, doch das war zusammen mit 100 anderen Sachen. Wer soll sich das denn alles auf einmal merken? Ich habe zwar ganz fleißig alles in mein kleines Buch geschrieben, doch von Routine bin ich noch weit entfernt.
Vollüberflutung. Kein Wunder, dass ich nichts mehr essen kann und andererseits ständig aufs Klo muss. Und nicht zu reden von meinem Freund, dem Zweifler, der mir immer wieder zusetzt, wenn ich es gerade gar nicht brauche. Hey, jetzt reiß dich aber mal am Riemen. Wie hatte Gina es in der letzten Yogastunde beschrieben?: „In dieser Haltung könnt ihr so ganz langsam tief einatmen, dass ihr in euch das friedliche Gurren einer Taube hört.“ Ich setze mich aufrecht hin, stelle beide Beine auf den Boden, ziehe den Beckenboden an, Bauchnabel rein und lege die linke Hand flach auf meine Stirn und drücke mit der rechten mein linkes Ohrläppchen. So halte ich inne.
Auf einmal wird es still im Raum. Alle schauen mich an. Mist. Schade, hätte ja klappen können. Ich merke wie ich rot anlaufe, meine Hände schweißnass werden und ich mich am liebsten unter den Tisch verstecken würde. Ich bin neu hier. Das hat wohl vor mir noch keine gemacht. Na ja ich denke bei mir: ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Warum mache ich mir eigentlich immer noch so viel Gedanken, was die anderen von mir denken. Stopp. Ab jetzt ist es mir einfach egal. Basta. Ich will leben. Also LIEBEN. Ab jetzt für immer.
Diese kleine Kurzgeschichte hat dich inspiriert oder berührt?
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Ursprung des Räder-Wissens
Das Räder-Wissen ist eine Form der Wissenssammlung und -erforschung, bei der die Dinge nicht nur linear, sondern alle miteinander verbunden im Kreis betrachtet werden. Diese alte Wissensform des Medizinrades wird seit Urzeiten von den indigenen Völkern angewandt. In meiner schamanischen Ausbildung habe ich dieses Räder-Wissen kennengelernt. Eigentlich müsste es „Wissen auf Rädern“ heißen, weil es das besser trifft. Doch dieser Begriff ist mir einerseits zu lang und andererseits zu missverständlich. Zu oft wurde ich schon gefragt: „ach ist das so etwas wie „Essen auf Rädern“? Nein definitiv nicht. Daher spreche ich lieber vom Räder-Wissen.
Die Grundlage dieses alten Räder-Wissen bildet das über Jahrtausende gesammelte Wissen der indigenen Völkern. Es beruht auf dem Respekt und der Achtung aller 4 Welten auf diesem Planeten Erde, in der Reihenfolge, wie sie zeitlich entstanden sind:
- 1. Welt: die Steinwelt
- 2. Welt: die Pflanzenwelt
- 3. Welt: die Tierwelt
- 4. Welt: die Menschenwelt
Bis heute wird dieses Räder-Wissen in vielen indigenen Völkern weiter gesammelt und angewendet. Viele dieser Völker leben bis heute oft noch in rituellen Strukturen, die auf einer großen Verbundenheit mit den anderen 3 Welten dieser Erde beruhen.
Es heißt, wenn alle 4 Welten miteinander in angemessener Balance und in Einklang mit dem heiligen Gesetz des Gebens und Nehmens leben, erhöht sich die Chance, dass die Welt in ihrer derzeitigen Form überleben wird. Derzeit kreist das „Rad des Lebens“ jedoch sehr eiernd umher, denn in den letzten Jahrhunderten ist die Balance zwischen den 4 Welten in eine brisante Schieflage geraten. Viele der hochindustrialisierten Gesellschaften, die mittlerweile weit entfernt von der Natur leben, haben dazu beigetragen.
Das 4er-Grundrad
Beim Räder-Wissen werden alle Wissensgebiete auf einen Kreis bzw. auf ein visualisiertes Rad gelegt. Das 4er-Grundrad gilt bei dieser Form des Wissens als Grundform. So wie die meisten es von den vier Himmelsrichtungen, Norden, Süden, Westen, Osten, her kennen. Wobei bei diesem Grundrad oftmals auch die Mitte mit etwas mitzählt, somit entsteht dann 5er-Rad. In der Mitte des Kreises oder des Rades befindet sich das Thema oder die Leere, aus der alles Neue entstehen kann. Jede Richtung auf dem Rad steht für einen bestimmten Bereich, ein Thema, für eine bestimmte Qualität oder Energieform. Es ist ein bisschen wie bei dem in unseren Kreisen bekannten Kompass-System.
Beispiele für 4er-Grundräder
- das Rad der Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter
- das Rad der Elemente: Wasser, Erde, Luft, Feuer
- das Rad des Tageszyklus: Sonnenaufgang, Mittag, Sonnenuntergang, Mitternacht
- das Rad der Grundfarben: rot, schwarz, weiß, gelb.

Besonderheiten von Räder-Wissen
- Besonderheit:
Jedes einzelne Rad kann auf eins oder mehrere übereinandergelegt werden.
- Besonderheit:
Jedes Rad kann beliebig oft in beide Richtungen gedreht werden.
- Besonderheit:
Jeder Aspekt auf einem Rad besitzt immer die gleiche Wertigkeit, egal wie groß oder klein der Aspekt ist.
- Besonderheit:
Alle Ebenen aller Kreise stehen immer in Verbindung.
- Besonderheit:
Es wird im Kreis und nicht linear gedacht.
- Besonderheit:
Alle Aspekte müssen aufeinander abgestimmt und in Balance stehen, damit das Rad nicht eiert, sondern ruhig zentriert, wie ein Kreisel, sich im Kreis dreht.
- Besonderheit:
Die Verbindung der Verstandes- mit der intuitiven Herzens- und instinktiven Bauchebene, in Form einer Dreieinigkeit, ist dabei notwendig.
Man kann somit alle Räder einzeln oder unterschiedliche zusammen betrachten, sie direkt aufeinanderlegen oder auch Rad für Rad in ihren Himmelsrichtungen drehen. Dadurch entstehen immer wieder neue Konstellationen, neue Blickwinkel und Sichtweisen aufs Leben, auf Themen, auf Möglichkeiten zum Handeln.
8er- und 12-Räder
Zusätzlich zu diesen Grundrädern gibt es viele weitere Wissensgebiete, die in diesem Format vorliegen. Diese sind weitaus komplexer als die 4er-Räder, bieten jedoch ein reiches Potential an Sichtweisen und Möglichkeiten des anders Verstehens bis ins Unendliche. Mit diesen Rädern ist ein reines Verstehen auf der logischen Verstandesebene meist nicht mehr möglich. Spätestens hier zeigt die 7. Besonderheit von Räderwissen. Diese Trinität von Verstand, Intuition und Instinkt findet sich auch in anderen Bereichen unseres Lebens ganz selbstverständlich wieder, wie zum Beispiel bei der Begrifflichkeit von Körper, Geist und Seele.
So gibt es zum Beispiel in diesem komplexen Gebilde das Rad der Beziehungen, das Rad der Träume, das Rad der Elternschaft, das Rad der Religionen, das Rad der großen Kräfte, das Rad der Tiere, das Rad der Pflanzen, das Rad der Fehler, das Rad der magischen und heiligen Gesetze. Jeder Mensch hat ebenso ein Rad seiner Krafttiere und auch für die Mondzyklen oder zur Entwicklungen der eigenen Persönlichkeit gibt es eigene Räder. Ein großes Feld ist auch der Bereich des Heilens und der Krankheitslehre. All dieses Wissen zusammen ergibt einen unendlichen Fundus an Möglichkeiten.
Wozu ist dieses Räder-Wissen nützlich?
Am Anfang scheint dieses Denken vielleicht erst einmal umständlich und verwirrend, weil wir es nicht gewohnt sind, für ein und dieselbe Sache so viele verschiedene Möglichkeiten von Sichtweisen zur Verfügung stehen zu haben. Unser Schulsystem ist bisher immer noch sehr auf die lineare Wissensvermittlung fokussiert. Unsere kollektiven Denkmuster sind davon geprägt. Es ist das übliche erlernte Denkmodell, womit unser Leben bisher auch sehr gut funktioniert.
Jedoch stehen wir uns mit diesem Denkmodell manchmal auch selbst im Weg. Es entstehen durch lineare Denkmuster zum Beispiel die Vorstellung: „nur so ist es richtig und ein anderer Lösungsweg wäre falsch“. Auch das miteinander Vergleichen oder gegeneinander immer in Wettstreit treten, ist dabei nicht immer förderlich. Mit dem Räder-Wissen ergeben sich, das es ein freies kreatives Denken auf allen Bewusstseinsebenen zur Grundlage hat, ganz viele neue unbekannte Perspektiven. Das ist zu Beginn zwar ungewohnt und es braucht ein bisschen Zeit und Übung, wie bei allem, was man nicht von Kindesbeinen an gelernt hat, doch es lohnt sich, die eigene Denkstruktur zu erweitern, da auf jedem Rad alles mit allem in Verbindung steht. Neben unserem brillant ausgebildeten Verstand dürfen hier auch unser Herz und unser Instinkt bei der Wissensfindung gleich berechtig am Finden von Lösungen beteiligt sein.
Mit diesem Wissens-System lernen wir im wahrsten Sinn des Wortes wieder im Kreis zu denken. Ist deshalb unser Kopf rund? Mit diesem Wissen können wir unsere Denkspirale erweitern, hin zu einem balancierten Umgang mit den 3 anderen Welten: der Stein-, der Pflanzen- und Tierwelt.
Die Ältesten der indigenen Völker sagen schon seit vielen vielen Jahren:
» Die 3 anderen Welten brauchen uns nicht zum Überleben auf Großmutter Erde, doch wir, die Menschen, brauchen sie dringend, daher sollten wir sie achten und ehren. «
Ich möchte hier noch einmal betonen, dass das Räder-Wissen nicht in Konkurrenz zur linear kausalbedingten Forschung steht. Beide sind gleichwertig und wichtig und haben wie alle anderen Formen des Forschens und Denkens ihren festen Platz auf dem Rad des Wissens, ganz gleichberechtig nebeneinander. Die Besonderheit beim Räder-Wissen ist eben nur, dass das Verstehen und Handeln nicht mehr nur auf der rein logischen, wissenschaftlich nachmessbaren Ebene stattfindet, sondern dass die ebenso wirksame intuitive und instinktive Ebene dabei eine gleichwertige Rolle spielen darf. In manchen Fällen oder Problemstellungen ist diese Sichtweise von Vorteil und hilfreich.
Fazit
Für mich, die ich nunmehr seit über 20 Jahren mit diesem Räder-Wissen unterwegs bin, gibt es kaum ein anderes Denken, um sinnstiftende und effektive Lösungen für das (Über-)Leben auf unserer Erde zu finden. Es ist mir mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen und ich überrasche meine Umgebung immer wieder mit meinen zum Teil ungewöhnlichen Denkanstößen.
Für mich funktioniert das Leben hier auf diesem Planeten nur noch im geistigen Sinne des Miteinanders, für welches ich seit Jahren eintrete. Entweder alle oder keiner. Meinen Fokus lege ich dabei meist darauf, auf das große Ganze zu schauen. Denn wenn nur ein Aspekt auf dem Rad außer Acht gelassen wird, fliegt uns schlimmstenfalls nicht nur ein Rad, sondern irgendwann die ganze Welt um die Ohren. Mit dem hochentwickelten und in seiner Blüte stehenden Gesellschaftssystem der westlichen Welt, in dem Macht, Geld und Gier zu den höchsten Werten und schneller, besser, höher zu den wichtigsten Triebmitteln zählen, haben wir es in der Forschung und in unserem Wohlfühl-Luxus zwar sehr weit gebracht. Den meisten Menschen geht es hier in Westeuropa, im Gegensatz zu anderen Regionen auf dieser Welt, richtig gut. Doch ich frage mich seit längerem und habe große Bedenken, wie lange sich die Erde und die anderen Welten es sich von uns noch gefallen lassen. Das Klima spielt verrückt, Viren mit all ihren Mutationen ploppen in rasanter Schnelligkeit auf, wir versuchen es auf unsere alte Art des Denkens zu bewältigen, unsere klugen Kontrollsysteme sind am Anschlag. Ich denke immer öfter: in Zeiten wie diesen braucht es neue Denkrichtungen.
Ab jetzt werde ich in diesem Blog mein erworbenes Räder-Wissen Stück für Stück weiterreichen, um meinen Teil in die Findung von win-win-Lösungen für alle Welten zu geben. Als Anregung und Erweiterung, da mir in unseren Breitengrade das lineare Wissen als einzig richtiger Weg zu sehr in den Himmel gelobt wird. Die Folgen dieses Denkens und Handelns sind in den heutigen Zeiten spürbar. Als Pionierin und Imagemaker, die gerne auch mal gegen den Strom des Mainstreams schwimmt, möchte ich einen Beitrag dazu leisten, dass sich der „Tellerrad“ des Denkens in unserer Gesellschaft erweitert und wir alle zusammen neue Wege finden und gehen, um auch den nächsten 7 Generationen das Leben auf diesem Planeten zu ermöglichen. Das Räder-Wissen kann hierbei viele neue Optionen zum Denken und Handeln bringen und fördert die Kreativität und Flexibilität anders mit Umständen im Außen oder im Inneren umzugehen.
Mich freut es sehr, dass mittlerweile immer mehr Projekte oder Werke wie Waldbaden oder die Sprache der Bäume in Buch und Film auf ein immer größeres Publikum und dort auf offene Ohren treffen und großen Anklang finden. Als Berliner Großstadtkind hat mir das Räder-Wissen und die damit einhergehende Rückbesinnung zur Natur sehr geholfen und ich habe viel von den Steinen, Pflanzen und Tieren gelernt.
samstagabendausflug 19062021
sich im grünen fotografieren wollen
hitzige füsse wandeln über gesprengte wiesen
blitzbaumstammloch lockt als hintergrund
blätter abendlicht spiegelnd wie wild goldener regen
pollen flirren in der weite möglicher elfentanz
elvis klingt im botanischen garten
erster freilufttheaterabend
mit echten zuschauern
lautstarkes froschquaken im teich nebenan
balzspektakel spezial
zwei frösche werben um die fröschin
baumspiegelung im teich
mit in den himmel schwebenden teichrosen
handstandbild
surreales illusionsprodukt
hundewelpenshooting im rosenbeet
aufheulendes herrchen frauchen domptiert
allseits blütenfülle spendende fotokulissen
fette ausbeute barfuß müde nach hause trabend
priggelnde roseschorle zum ausklang
Als ich müde nach Hause komme und den Briefkasten öffne, liegt er drin, der Brief, auf den ich schon seit Tagen gewartet hatte. Absender: Dance Academy Brüssel. Ich halte kurz inne, überlege, soll ich ihn gleich öffnen oder lieber erst nach oben gehen, mir einen Café machen und ihn dann ganz entspannt auf dem Sofa sitzend öffnen? Ich entscheide mich für das zweite. Zu groß ist meine Angst vor dem Inhalt.
Seit ich mit 7 nach dieser blöden Aufnahmeprüfung meinen Traum vom Ballett aufgegeben hatte, habe ich nie mehr auch nur darüber nachgedacht, dass ich das Tanzen zu meinem Beruf machen könnte. Zu tief waren die Wunde und der Schmerz von damals. Doch dann kam Suse Anfang des Jahres mit dieser Ausschreibung. Ich tanzte mit ihr seit ein paar Jahre in meiner Freizeit, manchmal 5 Rhythmen, manchmal einfach nur wild darauf los, wo immer sich die Gelegenheit ergab. Zusammen mit ihr entdeckte ich das Tanzen wieder. In dieser Zeit wurde mir immer mehr klar, wie lebensnotwendig es für mich ist, wie es mich aus meinen tiefen Tälern der Traurigkeit rettete. Wenn ich tanze, dann bin ich eins mit mir, in meiner Mitte, das ist meine Energiesteckdose.
Ich mache es mir auf meinem Sofa gemütlich. Wie sehr ich meine Wohnung liebe, all die schönen Gegenstände, die ich über die Jahre auf meinen Reisen gesammelt habe, vieles aus der Natur, manche ganz eigenwillig, individuelle Einzelstücke. So wie ich. Sie sind mir sehr vertraut, zaubern eine ganz besondere Farbharmonie, die mich immer wieder inspiriert. Vorsichtig öffne ich den Brief und ziehe das Stück Papier heraus. „Hiermit teilen wir Ihnen mit, dass uns Ihre Bewerbung mit ihrem Video sehr gut gefallen hat und wir Ihnen einen Platz in unserem nächsten Ausbildungszyklus zur Tanztherapeutin anbieten. Wir bitten Sie, uns zeitnah mitzuteilen, ob Sie diesen Platz annehmen wollen. Wir freuen uns auf Sie. Mit freundlichen Grüßen. Leslie Sharon. Leiterin der MasterClass“
Ich kann es kaum fassen, greife zum Telefon, muss sofort Suse anrufen. Sie hat mir so sehr geholfen, hat mich immer wieder getriezt dranzubleiben, wenn ich aufgeben wollte, meine Schichten im Café übernommen, damit ich weiter für das Video proben konnte, hat mir gekühlte Kamillen-Teebeutel auf meine wunden Fußzehen gelegt, hat auch noch an mich geglaubt, wenn ich schon wieder zu viel zweifelte. Ohne sie gäbe es diese Bewerbung, dieses Video, diesen Brief gar nicht. Ich wähle ihre Nummer. „Suse, hast du Zeit? Kannst du vorbeikommen? Ich muss dir etwas ganz Wichtiges zeigen. Ja, bis gleich.“ Als ich auflege, kommen mir Zweifel. Und wenn sie sich nicht mit mir freuen kann? Hatte sie nicht auch gesagt, wie gerne sie sich beworben hätte und sich nur nicht trauen würde? Nicht dass jetzt Neid und Konkurrenz unsere Beziehung zerstört. Noch habe ich die Wahl, ob ich zusage. Ich hoffe, dass sie bald vorbeikommt. Sie klang so anders.
Im Treppenhaus höre ich schon von oben lautes Lachen und Krakeelen. Ein Korken knallt und Papier raschelt. Als ich vorsichtig um die Ecke schaue, kommen sie gerade alle die Treppe hoch. Suse lacht strahlend, Peter, Olli, Sandra, ich kann sie gar nicht alle aufzählen. Auf einem Pappschild lese ich „wer nicht vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke“ – mein altes Motto.
Suse nimmt mich in den Arm und sagt: „Das willst du doch wohl nicht alleine feiern, oder? Ich habe heute auch einen Brief bekommen. Wir fahren gemeinsam nach Brüssel. Na, da staunst du, was? Dachtest du etwa, ich lass dich das alleine durchziehen?“ Die Überraschung ist ihr gelungen. Wie hatte sie das all die Wochen für sich behalten können? Staunend stehe ich im Flur und denke: manchmal braucht es eben ein bisschen länger, bis Kindheitsträume wahr werden. Da fällt mir wieder mein Motto ein und ich grinse.
Wir feierten lange und tanzten die ganze Nacht. Am nächsten Morgen schickten wir beide unsere Zusage nach Brüssel ab.
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Im Muggelland ist Alarm. Alle sind auf den Beinen und wollen wissen, was passiert ist.
Gestern Abend zog eine dicke dunkle Wolke über den Himmel. Vorsichtshalber hatte das Oberkomitee schon vor Tagen eine Gefahrenmeldung über die Grashalmpostanlage an alle Bewohner des Landes gesimst. Maggi hatte daraufhin alle Schränke verschlossen und an den Sofas die Sicherheitsgurte befestigt.
„Man weiß ja nie“, hatte sie gesagt, „lieber sind wir vorbereitet, als das am Ende alles wieder so anders ist. Sie hatte auch in der Höhle ihrer drei Töchter, Milli, Molli und Melli, die Gucklochdichtungen erneuert und den Schleusenschlüssel herausgelegt. Bevor ihr Mann Manni das Muggelland wieder verlassen musste, hatte er noch in beide Höhlen eine Sicherheitsschleuse eingebaut, damit seine Frauen in Sicherheit waren, sollte es mal wieder zu einem Faschingsumzug der Wichtelzwerge kommen.
Die Wichtel liebten es im Muggelland ihren Unfug zu treiben, giggelnd klopften sie dann an jede Tür, erzählten Nonsens und baten um Einlass. Und wer nicht schnell genug alle Ritzen geschlossen hatte, da waren sie schon im Haus. Die Wichtel versteckten sich dann gerne in den Schränken und wollten mit ihrer lustigen Art dafür sorgen, dass die Muggel:innen aus ihrem Kontroll- und Ordnungszwang ausstiegen. Doch für die meisten Muggels war das unmöglich. Sie wollten ihre Ruhe und ihre Ordnung. Alles sollte so bleiben wie es war. Bloß keine Veränderungen.
Manni, dessen Mutter eine Wichteline war, hatte ihnen oft erzählt, wie es im Wichtelland zuginge. Der Oberwichtel würde immer wieder ein langes Seil, an dessen Ende eine große reife Orange hing, vom höchsten Baum des Waldes als Pendel schwingen lassen und wisse dann, zu welcher Zeit die Muggels die nächste Dosis an Informationen bräuchten, damit die Entwicklung im Muggelland vorwärtsginge.
Für Manni war es nie einfach. Die ersten Jahre war er bei seiner Mutter im Wichtelland aufgewachsen, doch dann war er zu groß geworden und seine Mutter sandte ihn zu seinem Vater ins Muggelland. So reiste er seitdem immer wieder hin und her und war innerlich oft zerrissen. Er liebte seine Eltern, doch die Lebensweisen beider waren so unterschiedlich.
Als er dann Maggi getroffen hatte, musste er sich entscheiden. Muggel oder Wichtel. Er entschied sich für Maggi. Doch nun lag seine Mutter im Sterben und er brachte es nicht übers Herz, sie alleine im Wichtelland ihrem Schicksal zu überlassen. Er war schon 4 Wochen fort aus Muggelland und wusste seit ein paar Tagen, dass die Wichtel einen magischen Plan umsetzen wollten. Das Ziel war die Muggelstadt, in der seine Frau und seine 3 Töchter lebten.
Wie konnte er sie nur warnen? Die Wichtel hatten die Straße ins Muggelland sowie den internationalen Zugang zur Grashalmpost besetzt. Er konnte nur hoffen, dass Maggi all die von ihm erdachten Sicherheitssysteme aktivieren würde und nicht leichtsinnig, wie sie aber jedoch einmal von ihrem Naturell her war, die Nachrichten vom Oberkomitee nicht ernst nehmen würde. Diesmal war es wirklich kein Spiel.
Den Wichteln war es überaus wichtig, dass ihre geplante Blitzaktion gelingt. Er hatte von seiner Tante gehört, dass letzte Woche eine Sicherheitskonferenz in Wichtelmania stattgefunden hatte. Großmutter Erde, die zu dieser Sitzung eingeladen hatte, legte dort die neusten Erkenntnisse der Entwicklung auf den Tisch und warnte alle: Wenn sich nicht bald etwas im Muggelland ändern würde, dann würde sie sich schütteln und selbst dafür sorgen, dass sie ernst genommen würde. Sie nahm eine Taste aus dem System der Lebensquellorgel heraus und übergab sie an den Oberwichtel, mit der Aufgabe, dass er diese zum Oberkomitee ins Muggelland bringe. Und sie erklärte: „Erst wenn die Muggels diese Taste zum hellen Klingen gebracht haben, darf diese wieder mitspielen in der Musik der Welten. Ansonsten schalte ich sie aus.“
Manni überlegte, ob er sich nicht als Mittler zwischen den Ländern zur Verfügung stellen sollte. Er kannte beide Seiten. Seine Mutter würde ihn verstehen und er würde seine Tante bitten, bei ihr zu bleiben.
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Mimi zog sich bockig ihren Schlafanzug wieder an. Das machte sie immer so, wenn Papa ihr nicht sofort und gleich ihre Wünsche erfüllte. Mit großen Augen und einem dicken Schmollmund streifte sie dann zurück in ihr Kinderzimmer. Soll er doch sehen, wie er mich wieder zum Lachen bekommt. Mir egal. Ich bin jetzt bockig.
Dabei hatte der Tag so schön begonnen. Papa war nach einer Woche endlich wieder von seiner Reise nach Hause gekommen und hatte sich den ganzen Tag freigenommen, um mit ihr zu spielen. Schon am Montag hatte sie darüber nachgedacht, was sie mit ihm unternehmen könnte: Schaukeln, buddeln, Geschichten lesen, trödeln, Eierkuchen backen oder am liebsten Autofahren. Das liebte sie am meisten.
In diesem kleinen Gefährt zu sitzen, das Vibrieren des Motors zu spüren und ihren Vater fluchen zu hören, wenn die anderen auf der Straße nicht das taten, was er gerne wollte. Sie waren entweder zu langsam oder zu schnell, zu nah oder wechselten einfach ohne zu Blinken die Spur. Da war ihr Vater voll in seinem Element und sie habe ihn schon ganz oft gefragt: „Du Papa, wenn ich groß bin, bringst du mir dann das Autofahren bei?“ Dann lächelte er und streichelte ihr liebevoll über den Kopf.
Und jetzt dieses große laute Nein von ihm. Sie konnte es gar nicht verstehen. Sie hatte doch schon die ganzen Jahre über in ihrem Kinderzimmer geübt. Seit dem Tage, an dem ihr ihr Papa diesen schönen großen Teppich mit der Verkehrskreuzung und den Verkehrsschildern geschenkt hatte. Sie setzte sich ans Steuer ihres großen Holzautos und fuhr wieder und wieder die aufgemalten Straßen ab. Und ihre Kasperlepuppe Zwerg Nase hat immer mit aufgepasst, dass sie nicht zu schnell um die Ecke fährt. Dann ist er nämlich immer auf dem Beifahrersitz umgefallen und hat sie angestupst und sie wusste sofort, oh jetzt war ich zu schnell. Doch das ist ihr doch schon lange nicht mehr passiert. Sie hatte ihr Auto voll im Griff.
Mimi überlegt, was sie tun sollte. So schnell wollte sie nicht aufgeben. Sie schnappte sich ihre neue Hose, die Mama ihr letzte Woche mitgebracht hatte. Zwinkernd hatte sie ihr auch noch ein Geschenk mitgebracht und sagte: wenn du nächste Woche mit Papa Pferde stehlen gehen willst, dann brauchst du auch einen Hut.
Den setzte Mimi sich jetzt auf, zog ihn sich tief ins Gesicht und ging mutig ins Wohnzimmer, wo Papa Zeitung lesend noch am Frühstückstisch saß. Er schaut nicht auf und sie überlege, wie sie es geschickt einfädeln könnte,
ihn doch noch von ihrem Plan zu überzeugen, ihr das Auto fahren beizubringen. Immerhin war sie vor ein paar Wochen schon 8 geworden. Sein großes Mädchen, wie er es immer vor anderen sagte.
„Papa?“, flüsterte sie leise.
„Nein Mimi, du hast meine Antwort gehört“, unterbricht er sie.
„Du weißt doch noch gar nicht, was ich sagen wollte“, entgegne sie ihm empört. Er schaut hoch und verzieht das Gesicht, als ob er gerade in eine Pampelmuse gebissen hätte.
„Da hast du ganz recht, liebes. Was wolltest du mich denn fragen?“ Er streckt den Arm nach ihrem Hut aus, zieht ihn nach hinten und schaut Mimi in die Augen.
In diesem Moment verschwand in ihr der Mut, sie holte tief Luft und sagte: „Ich wollte dich fragen, ob du mit mir im Garten ein Baumhaus mit Leiter bauen willst.“
Freudestrahlend nahm er sie in den Arm, gab ihr einen Stups auf die Nase und sagt: „Na klar, das machen wir. Ich dachte schon, du willst schon wieder Autofahren lernen. Geh doch schon mal aus dem Keller deinen Werkzeugkasten holen, ich komme auch gleich in den Garten.“
Mimi strahlt, doch bevor sie in den Keller geht, holte sie noch ihren kleinen Freund Zwerg Nase. Ohne ihn stürzt sie sich nie in ein Abenteuer. Und das wird eins werden.
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