Monatsrückblick Oktober 2021: Die Ge(h)hilfen haben geholfen

Monatsrückblick Oktober 2021: Die Ge(h)hilfen haben geholfen

Nach meiner Rückkehr aus der Reha Anfang September wollte ich endlich so richtig durchstarten. Doch mein Rücken hatte anderes mit mir vor: 1 Woche später sprang eine Bandscheibe aus meinem unteren Wirbelkorsett und dann ging erst einmal fast gar nichts mehr. Liegen, liegen, liegen und Wärme, Wärme, Wärme … Der Arzt drückte mir 2 Gehhilfen in die Hand, überwies mich zum MRT und wünschte mir gute Besserung …im September durfte ich somit erst einmal das Innehalten üben … daher gab es im September auch keinen MoRübli. Nun, Ende Oktober bin ich die Gehhilfen vorerst erst mal wieder los …

 

Daher bestand in diesem Monat meine größte Herausforderung in der demütigen Annahme meines Schneckentempodaseins. Als Ungeduldige und mich gerne viel Bewegende war das eine dicke Herausforderung. Doch wie so oft im Leben, hat alles seine zwei Seiten. Das auf mich zurückgeworfen sein, ließ innere Prozesse schneller gedeien und das langsame Laufen brachte meine Achtsamkeit auf ein nächst höheres Niveau. Zwar zwickte es im Rücken und meine Ungeduld zippelte an mir herum. Doch ich hab die aufgezwungende AUSZEIT auch genossen und stehe heute mit mir an einer neuen Stelle. Mein Vertrauen ins Leben ist wieder ein Stück weiter gewachsen … alles geschieht zur richtigen Zeit … Ommmhhhh….

 

ABC meiner Gehhilfen-Zeit

A – Angst, dass ich mit meinem rechten Bein nie wieder richtig laufen kann
B – berührt von den vielen hilfsbereiten Menschen auf der Straße
C – clevere Technik mit Gehhilfen Treppen zu steigen gelernt
D – dankbar für die Unterstützung meiner Freunde, die mich nicht nur mit Essen versorgten
E – Eis ohne Ende – jeden Tag ein kleiner Gang vor die Tür bis zum Café Adele – 2 Kugeln im Becher: Amadeus + Pistazie
F – Freude über schmerzfreie Nächte
G – Gymnastikübungen zum Dehnen der verdrehten Sehnen
H – Heilsingen zur Aufmunterung
I – Infragestellen alter Glaubenssätze
J – Jammerfasten – 16 Tage mit dem Peter Beer Coaching
K – Krankengeld – meinem Angestelltenstatus sei Dank
L – Licht tanken auf dem Balkon
M – Meditieren hilft
N – Nein sagen üben zu meinem Antreiber-Gen
O – ohne Menschen drumherum macht das Leben nur halb so viel Spaß
P – Physiotherapeutin drückt meine Triggerpunkte – Autsch! doch ist notwendig
Q – Quelle neuer Denkrichtung: meine Human Design Analyse – MG 2/5 – mit vielen Aha-Momenten
R – Resignationswellen – es geht mir einfach alles zu langsam. grrrrr.
S – Schreibbloggade hält an – das Imposter-Syndrom hält mich immer noch im Schwitzkasten
T – Trauertränen
U – Umschaltmethode hilft: „Wie kann ich sicherstellen, dass ich … (z.B. glücklich) bin ?“
V – Veilchentopf und Blumen als überraschende Aufmunterungen von Freunden
W – Wechselbad der Gefühle: 1 Monat lang gratis

 

Schreiben in Sassnitz

Ich lege mich ungern auf weit im Voraus liegende Termine fest. Doch einer steht seit Jahren unumstößlich im Oktober fest in meinem Kalender: die Schreibreise nach Sassnitz, von meinem SchreibCoach Stefan Stehler organisiert. Nach dem Bandscheibenvorfall dachte ich zwar, dass ich dieses Jahr darauf verzichten müsse, doch dank Claudia, einer Mitschreiberin, die mich vor meiner Tür mit dem Auto abholte und auch wieder zurückfuhr, und dem grünen Licht vom Arzt, konnte ich doch mit nach Sassnitz reisen. Denn diese Reise ist für mich wie ein Schreibfamilientreffen. Ein Mix aus inspirierenden Schreibtechnikimpulsen, Textbesprechungen, freier Schreibzeit und gemeinsamen Ausflügen mit Gesprächen über Bücher, das Schreibprojekt oder einfach übers Leben. Und das alles an einem Ort, der nicht besser fürs Schreiben sein könnte: Das Grundtvigthaus – einem sozialen Projekt- und Mehrgenerationshaus mit Blick aufs Wasser.

Eine nächste Haiku Wochen – Challenge 

Nachdem ich im Sommer das erste Mal bei einer Haiku-Wochen-Challenge auf Instagram teilgenommen habe, habe ich schon sehnsüchtig auf die nächste Auflage dieser Challenge gewartet. Mitte Oktober war es dann so weit und ich war von jetzt auf gleich erneut wieder vom Haiku-Fieber angesteckt. Wieder gab es 5 vorgegebene Bilder, zu denen man innerhalb einer Woche mindestens ein Haiku schreiben konnte.

Den Schwung dieser Fabulierfreude werde ich auf jeden Fall in die Gestaltung meines diesjährigen Adventskalenders mitnehmen … davon werde ich dann im nächsten MoRübli mehr erzählen.

       

 

 

Ein Buch schreiben: das Buchheldinnen-Programm 

Im letzten Jahr habe im Ratgeber-Hero-Programm damit begonnen, ein Buch zu schreiben. Jetzt ist es überreif und will endlich vollendet und veröffentlicht werden. Um mich besser zu disziplinieren und in einer sich gegenseitig unterstützenden Community von Gleichgesinnten dranzubleiben, habe ich mich im Buchheldinnen-Programm von Yvonne Kraus angemeldet. Jetzt gibt es kein Entrinnen mehr: Ich werde mein Imposter-Syndrom besiegen.

Dank meiner Gehunfähigkeit hatte ich genügend freie Zeit, um sie in die Überarbeitung und Fertigstellung des Manuskriptes zu stecken. Mittlerweile nimmt das Buch immer mehr Form an, die ersten zwei Drittel sind zum Korrekturlesen abgegeben. Der dritte Teil fordert zwar noch seine Aufmerksamkeit, doch Schritt für Schritt geht es vorwärts und ich bin gerade ganz zuversichtlich, dass das Buch noch in diesem Jahr das Licht der Welt erblicken wird.

Ein Leitfaden mit umfangreichem Grundwissen für die Bereiche Wohnen, Geld und Arbeit, welches jungen Menschen nach dem Verlassen des Elternhauses nützt. Eine Wissenssammlung für das Fach „Lebenskunde“, welches in den meisten Schulen bis heute nicht gelehrt wird.
Das erste Feedback meiner Testleser:innen: Das ist ein Buch, das nicht nur junge Menschen brauchen … auch Erwachsene lernen beim Lesen noch etwas dazu …

Vorbestellungen sind ab sofort möglich 😉

 

 

 

Reise in die Heimat: ins Zittauer Gebirge 

Lange war ich auf der Suche nach meinen Wurzeln, nach einem Gefühl von Heimat. Obwohl ich nunmehr 50 Jahren in Berlin lebe, hat sich dieses Gefühl dort nie eingestellt. Als ich dann vor 6 Jahren mit meinem Freund ans Grab meiner Mutter ins Zittauer Gebirge fuhr, saß ich auf einmal dort im Wald und wusste: hier komm ich her, das ist meine Heimat. Mittlerweile versuche ich es, mindestens 1 Mal im Jahr – meist im Oktober nach Zittau, in die Heimat meiner Mutter und Großeltern zu reisen. Hier habe ich die schönsten Ferienkindheitserlebnisse erlebt.

Ein Cousin und eine Cousine wohnen hier immer noch mit ihren Familien und ich freue mich immer sehr, wenn ich sie wiedersehe, denn über viele lange Jahre hatten wir keinen Kontakt. Dieses Mal war es wieder ganz besonders, denn wir wanderten zusammen mit ihren Familien auf den Hochwald. Es ist der höchste Berg im Zittauer Gebirge und der Lieblingsberg meiner Mutter. Bei schönstem Sonnenschein stiegen wir zu zehnt auf den Berg. Mein Rücken und mein rechtes Bein ächzte zwar noch sehr, doch zu Ehren meiner Mutter kraxelte ich bis ganz nach oben. Es gab heißen Tee, selbstgebackenen Kuchen und eine weite Sicht in alle Richtungen zur Belohnung. Die Sonne ging schon unter, als wir mit dem Abstieg begannen. Am Fuß des Berges angekommen war es dann schon total dunkel. Beglückt fuhren wir wieder nach Hause. Nächstes Jahr werde ich wiederkommen.

 

Was sonst noch im Oktober 2021 passierte

 

„Darf ich Ihnen das Tschüss anbieten?“

Jedes Jahr im Oktober jährt sich der Todestag meiner Mutter. Für mich immer wieder ein Klippen-Tag. Dieses Jahr fiel er zeitgleich auf meinen letzten Arbeitstag, denn ich habe mich von meinem alten Job getrennt. Nicht leichten Herzens und auch mit ambivalenten Gefühlen, denn einerseits gab es Aspekte, zum Beispiel meine Lieblingskolleg:innen, mit denen ich wirklich gerne weitergearbeitet hätte. Doch es gab auch zahlreiche Aspekte, die mir ein Weiterarbeiten an diesem Ort, unmöglich gemacht haben. Der Bandscheibenvorfall im September war für mich dabei ein richtungsweisendes Zeichen meines Körpers. Nun muss erst einmal wieder mein Rücken heilen und dann wird sich zeigen, in welche Richtung sich mein beruflicher Weg weiter entwickeln wird. Meine Antennen sind wach und ich bin bereit.

 

Überraschungsbesuch aus Freiburg!

Ich liebe Überraschungen. Diesen Monat haben mich so einige erreicht. Doch die coolste Überraschung kam ganz am Ende des Monats.

Als ich mich gerade ins Bett legen will, lese ich eine whatsapp: „Sitze im Nachtzug, komme spontan nach Berlin. Lust auf ein gemeinsames Frühstück morgen früh?“ In der Anlage das Bild ihrer Zugverbindung. Ihr Zug kommt um 8 Uhr in Berlin an. Mein innerer Kalender springt auf: okay, um 10 habe ich meinen ersten Termin, um 13 Uhr geht mein Zug. Ich antworte ihr: „Yes!!! wir gehen ins Lehmbrucks. Ich hole dich vom Bahnhof ab.“
Die Absenderin dieser coolen Idee war meine Clan-Nichte, die ich während meiner Reha-Zeit in Freiburg besucht hatte. So springe ich wieder aus dem Bett, packe nun doch noch meinen Koffer und stelle mir meinen Wecker auf halb 7.
Es war ein wundervoller Vormittag mit viel Wiedersehensfreude, entspanntes Frühstücken, sonnenspazieren im Park und herzlichen Gesprächen. Was machte es da, dass sonst zwischen uns 800 km Entfernung liegen? Gar nichts. Wo ein Wunsch und Wille sind, finden sich immer wieder Lösungen und Wege.

 

 

Mit meinem Fotografenauge unterwegs …

Eines meiner Lieblingshobbies ist die Handyfotografie. Die Entschleunigung durch die Gehhilfen hatte den Nebeneffekt, dass ich noch achtsamer auf meinen Wegen unterwegs war und so in diesem Monat schöne neue Foto-Fundstücke sammeln konnte. Hier eine kleine Auswahl meiner Lieblingsmotive:

 

 

Hierüber habe ich im Oktober 2021 gebloggt

• in der Rubrik: Daily Inspiration
Jeden Morgen ein inspirierender Gedanke für den Tag

• In der Rubrik: Monatsrückblick
12von12

• In der Rubrik: Satzzeichenfreie Zone
die Haiku-Wochen-Callenge im Oktober 2021

• In der Rubrik: 4-Wort-Story
mit den Wörtern: Hochzeit, Schlagersänger, Sitzplan, Butterblume
mit den Wörtern: Einheit, Mole, Frisierkommode, Textkritik

Monatsrückblick August 2021:    Ich bin dann mal weg … (m)eine Auszeit in BaWü

Monatsrückblick August 2021: Ich bin dann mal weg … (m)eine Auszeit in BaWü

Meine größte Herausforderung in der Vorbereitung dieses Monatsrückblickes war die Qual der Wahl aus den Hunderten von Bildern, die ich in diesem Monat fotografiert habe. Worüber will ich alles berichten, welche Bilder wähle ich aus den vielen schönen schlussendlich aus? Die Erlebnisse und Bilder dieses Monats würde ein ganzes Buch füllen. Daher ist das folgende wirklich nur ein kleiner Ausschnitt aus der Vielfalt, die ich in diesem Monat erleben durfte.

 

Reha“Auszeit“ im Nordschwarzwald  

 

In den letzten Wochen lebte ich wie unter einer Glasglocke. Raus aus meinem alltäglichen Hamsterrad, rein in einen täglich verordneten Reha-Plan: alles Anwendungen fürs körperliche wie auch seelische Wohl – so ist das, wenn man zu einer psychosomatischen Rehabilitation ist. Nun liegen knapp 7 Wochen Auszeit hinter mir und Anfang September – also am Ende dieser Woche – werde ich mit viel Dankbarkeit und neuer Klarheit meine Rückfahrt in die Großstadt Berlin, in meine mir vertraute gewohnte Welt, antreten.

Vor allem eines hat mich in den letzten Wochen im Austausch mit anderen überrascht: die eher verträumte Vorstellung davon, was zur-Reha-fahren bedeutet. Es ist definitiv kein KURLAUB. Und auch die Vorstellung, dass man nach der Reha mit vollen Akkus und gut ausgeruht wieder nach Hause fährt, hab ich hier noch bei keinem erlebt. Na klar, man hat hier Zeit zum Kraft tanken, auch die sportlichen Anwendungen tun sehr gut. Doch jede Woche ist straff durchgetaktet und man hätte ja auch keine Reha bewilligt bekommen, wenn es da nicht diese kleinen „Baustellen“ gäbe, aufgrund dessen man zur Reha geschickt wurde. Ob nun körperliche Schmerzen und Probleme, Burnout, Mobbing, depressive Verstimmungen, Trauer oder Verluste verschiedenster Art – hier trägt jeder sein ganz eigenes Päckchen mit sich und in der Zeit der Reha geht es vor allem darum, für diese Päckchen Lösungen und neue Handlungsstrategien für die Zeit im Alltag danach zu finden. Die meisten hier kommen daher um die Konfrontation mit ihrem Problem nicht drumherum. Bei manchem springt da auch schon mal die unterste Schatulle der Verdrängung auf. Das kostet Kraft, Mut und lässt manchmal so manche im Alltag gut geschützte Emotionen in Wallung kommen oder das eine oder andere Mal fließen Tränen. Doch hier ist Raum und Zeit dafür – das sehe ich als ein großes Geschenk. Deshalb bin ich für die 6 1/2 Wochen, die nun hinter mir liegen, sehr dankbar (auch wenn sie zwischenzeitlich auch sehr herausfordernd waren).

Doch das Eine nicht ohne das Andere – daher wie gut, dass es da neben diesen Herausforderungen in den letzten Wochen hier im Schwarzwald auch ganz viele schöne Dinge und Erlebnisse gab. An jedem Wochenende nahm ich mir zum Beispiel einen Tag frei, um auf Entdeckungsreise zu gehen. Ich wollte die Gegend kennenlernen und auch alte Freunde aus früheren Zeiten wiedersehen, die ich zum Teil über viele Jahre nicht gesehen hatte. Rückblickend kann ich sagen: es war ein praller Sommermonat neuer Erfahrungen. Und ich als Großstadtkind hab es auch in vollen Zügen genossen, dass der Wald hier im Tal gleich vor der Tür begann. Oft bin ich einfach mal in der Pause zum Waldbaden losmarschiert oder hab meine Runden im großartigen Kurpark gedreht. Das werde ich, wenn ich wieder zu Hause bin, sehr vermissen.

 

hier ist es ein bisschen wie im Märchenwald, wo die Gnome und Elfen Purzelbäume schlagen…

 

egal in welche Richtung ich losging – überall luden mich große alte Bäume zum Verweilen ein …

 

an ganz sonnigen Tagen war ein kurzer Gang durch die überall fließende Alb die beste Abkühlung …

 

Die Blog-Dekade – meine Sommer Challenge Nummer 1

 

Seitdem ich Mitglied in der Content-Society bin, bin ich motivierter denn je, Texte zu schreiben, doch vor allem auch: das Geschriebene zu veröffentlichen. Daher kam mir die Sommer Challenge: Die Blog Dekade 2021 – 10 Blogartikel in 10 Tagen – initiiert von Franzi Blickle und im Rahmen von The Content Society von Judith Peters umgesetzt, genau richtig.
Ein paar Tage vor dem Start der Challenge kam mir die Idee, die Blog-Dekade für die Reaktivierung meiner 4 Wort-Stories zu nutzen. Ich startete auf meinem Instagram-Account einen Aufruf: wer mir 4 Wörter schickt, dem schreibe ich eine Geschichte. Mein Plan ging auf. Zahlreiche 4-Wörter-Schenkungen trafen bei mir ein und ich schrieb jeden Tag eine kurze Geschichte. Jetzt bin ich wieder voll an diesem vor vielen Jahren von mir initiierten Format dran und freue mich weiterhin auf die Zusendung weiterer 4 Wörter für neue Geschichten. Also her damit … wer will seine Wörter in einer kurzen Geschichte lesen? Wie dieses Format entstanden ist und unter welchen Bedingungen die kurzen Geschichten entstehen, kannst du auf meiner Website nachlesen.
Am Ende des Monatsrückblickes findest du noch einmal alle Links zu den 10 neuen 4 Wort Stories der Blog-Dekade.

10 Blogartikel in 10 Tagen – es war eine Wucht zusammen mit den anderen aus The Content Society gemeinsam zu schreiben. Beim nächsten Mal bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei.

 

 

 

 

 

 

WoEnde 1: Bad Wildbad – Der Baumwipfelpfad und meine Höhenangst

 

Am ersten Augustwochenende habe ich mich spontan einer kleinen Wandergruppe von 4 Mitrehabilitanten angeschlossen und wir sind mit dem Bus nach Bad Wildbad gefahren. Auf dem Programm stand: Seilbahn, Baumwipfelpfad und Hängebrücke.
Wir hatten Glück mit dem Wetter und auch an der Seilbahn gab es keine lange Schlange. So ging es ruck zuck die 60 Meter steil hinauf auf das Plateau des Sommerbergs.

Von dort ging es weiter durch den Wald zum Eingang des Baumwipfelpfades. Schon lange wollte ich den in der Nähe von Berlin liegenden Baumwipfelpfad im Fläming besuchen. Nie hatte ich es bisher geschafft, daher war das nun die beste Gelegenheit, zu prüfen, wie es um meine alte Höhenangst bestellt war. Vor 15 Jahren hatte ich meine Höhenangst beim Besteigen der Harbour Bridge in Sydney besiegt, doch seitdem war ich nie wieder irgendwo hoch hinauf gestiegen. Von außen sah der Turm für mich nicht beängstigend aus, außerdem motivierten wir uns alle gegenseitig. Der Aufstieg begann und ich war erstaunt, wie ich die eingebauten Kletterelemente mutig durchlief. Erst auf den letzten beiden oberen Außenringen fing mich meine Angst wieder ein. Doch wir hielten alle zusammen und waren am Ende stolz und glücklich über die Besteigung.

Zum Schluss haben 3 von uns 5 noch einen oben drauf gesetzt: Wir sind durch die Röhre in der Mitte des Turmes wieder nach unten gesaust. Das war wie Rodelbahnfahrt im Dunkeln, wie Spaßbad ohne Wasser. Das kostete mich mehr Überwindung als der Aufstieg. Doch am Ende hab ich mich fast tot gelacht.

Die Hängebrücke haben wir nach diesem Abenteuer auf ein anderes Mal verschoben. So schlenderten wir alle 5 glücklich zur Seilbahn zurück und vor der Busfahrt gab es noch für alle ein dickes Eis. Die letzten Reste meiner Höhenangst hab ich auf dem Berg in der Röhre verloren … Das Überqueren einer Hängebrücke steht ab jetzt auf meiner Bucket-List.

 

zu zweit ist es immer einfacher, die Angst zu überwinden … siegessicher haben wir es beide geschafft …

 

na ganz so geheuer ist es mir dann doch nicht so ganz allein dort oben am Rand zu stehen …

 

zur Krönung gab es oben gleich noch eine nächste Überwindung: durch die dunkle Röhre hinab nach unten …

 

am Anfang hab ich noch kurz geschrien, doch dann hab ich mich so was von kaputt gelacht in der Röhre. Auch diese Mutprobe erfolgreich bestanden 😉

 

 

WoEnde 2: Freiburg – die Stadt meiner geheimen Träume 

 

Seit bald fast 20 Jahren träume ich davon, in diese Stadt zu ziehen. Schon einige Male war ich auf dem Sprung, hatte auch schon einmal meine Wohnung in Berlin gekündigt, doch dann kam es immer wieder anders. Meine Freunde lachten damals laut auf, als meine Tochter dann zum Studieren in diese Stadt zog. Nun fuhr ich nach 2 Jahren mal wieder dorthin, um mich mit meiner „Clan-Nichte“ Sophie zu treffen, die seit Jahren dort lebt.

Du fragst dich vielleicht: was ist denn eine „Clan-Nichte“?
Während meiner schamanischen Ausbildung gab es eine Zeremonie, bei der Teenager zur Unterstützung auf ihrem Weg ins Erwachsenen leben außerhalb ihrer Herkunftsfamilie einen Paten/eine Patin – dort Clan-Onkel oder Clan-Tante genannt – an die Seite bekommen, die sie dabei unterstützen, ihren ganz eigenen Weg zu finden. Denn jeder weiß, dass Teenager in diesem Alter nicht unbedingt auf Hinweise und Wünsche von Mama oder Papa erpicht sind. So kam Sophie damals nach einer solchen Zeremonie in mein Leben. Eigentlich ist die Clan-Tanten-„Verpflichtung“ mit Erreichen des 21. Lebensjahres des Teenagers abgeschlossen. Doch nicht für uns. Mittlerweile ist Sophie über 30 und wir freuen uns jedes Mal riesig, wenn wir uns wiedersehen. Für mich ist sie wie eine Zieh-Tochter.

 

den ganzen Tag strahlend blauer Himmel und über 30 Grad – echtes Kaiserwetter – genau so, wie es sich für ein schönes Wochenende im August gehört

 

Blick über die Dächer aus dem WG-Zimmer mitten in der Stadt … gleich links um die Ecke daneben steht der Freiburger Dom – ein traumhafter Ausblick …

 

auf dem Weg zum Shoppen in der Altstadt am Glückskrokodil vorbei … die Münzen blinzeln im Sonnenlicht

 

nach dem Shoppen – das neue Sommerseidenkleid hab ich im Laden gleich angelassen 😉 … mit großer Melone und Picknickdecke haben wir es uns danach an der Dreisam zum chillen und quatschen gemütlich gemacht …

 

das coole am Kleid ist seine Zweiseitigkeit – einmal in grün mit Blümchen und umgedreht angezogen in lila mit Borte (siehe Bild am Rückblickanfang oben) – Sophie sagte: das musst du unbedingt mitnehmen … da konnte ich einfach nicht widerstehen … obwohl ich schon genug Sachen im Kleiderschrank habe …

 

Nach diesem Tag bin ich ganz glücklich und zufrieden zurück ins kleine Tal meiner Reha-Klinik gefahren. Meine Sehnsucht ist mal wieder geweckt. Ich will schon lange aus Berlin weg, hab nur noch keinen Plan wohin … vielleicht wird es ja irgendwann doch noch einen (erfolgreichen!) Umzug nach Freiburg geben ????

 

 

WoEnde 3: Baden Baden – ein Annäherungsversuch 

 

Als die Zusage für meine Reha kam und ich die Adresse der zugewiesenen Klinik las, dachte ich im ersten Moment: das wird eine Herausforderung. Denn so nah war ich dem Ort Baden Baden seit über 10 Jahren nicht mehr gekommen. Es ist ein Ort mit einer besonderen Geschichte, der ich mich neu stellen wollte. Es war ein ganz spontaner Entschluss von einer Mitrehabilitandin und mir nach dem Mittagessen. Jetzt oder nie – auf nach Baden Baden. Am Bahnhof angekommen, begaben wir uns als erstes auf die Suche nach der Adresse von IHR, ich wollte einfach mal das Haus von weitem sehen, in dem SIE wohnt. Wir verliefen uns zuerst, fanden dann die richtige Straße, suchten nach der Hausnummer, schauten in fremde Gärten … und dann wollte der Zufall es, dass ich IHR vor die Füße falle. Ein erstes Wiedersehen, eine große Überraschung, doch auch mit Unsicherheit auf beiden Seiten in der Luft … so war das nicht geplant. Doch manchmal schreibt das Leben seine eigenen Pläne. Wir verabredeten uns … mehr will ich hier nicht verraten …

Danach kehrten wir zu zweit wieder in die Innenstadt zurück und flanierten durch die Straßen.

 

Bei der Ankunft in der Stadt am Bahnhof

 

auf dem Trödelmarkt wollte unbedingt noch ein Kleid mit … zur Erinnerung an meinen Besuch in dieser Stadt … es wollte einfach nicht mehr von meinem Körper weichen – bestimmt weil es rot war 😉

 

wir wanderten durch die Stadt, durch schmale Gässchen und entdeckten überall wundervolle kleine Dinge …

 

an Dostojewskis Haus vorbei …

 

im Kurpark quickten die Kinder vor Freude in den Wasserspielen …

 

beim Warten in der Eischlange stand dieser Franzose vor mir … wir kamen natürlich sofort ins Gespräch – seine Maske hat er dann doch selber behalten 😉

 

ein genussvolles Schlemmen in der Kurpromenade … schon das Beobachten der Flanierenden war ein wundervolles Erlebnis … Baden Baden eben … ein Ort, wo für manche Geld keine Rolle spielt …

 

… Kunst am Bau haben wir auch genossen …

 

auf dem Rückweg kamen wir auch am Narren-Brunnen vorbei …

und vor der Rückfahrt gab es noch leckeres vom Grill …

 

Auf der Rückfahrt mit dem Zug zurück nach Bad Herrenalb war ich ganz schön platt und überwältig von den vielen Eindrücken und Erlebnissen. Doch grundsätzlich hat mir Baden Baden gefallen. Vielleicht komme ich einmal wieder …

 

 

Haiku Woche – meine Sommer Challenge Nummer 2 

 

Meine zweite Sommer Challenge kam ganz überraschend zu mir. Ich las einen Post bei Instagram und es erinnerte mich sofort an die Zeit, wo ich täglich ein Elfchen oder 7-Zeilen-Gedicht schrieb. Die 5 vorgegebenen Bilder gefielen mir und ließen meinen kreativen Wörtersack zappeln. Schwuppdiwupp nahm ich mir jeden Tag in einer Pause zwischen den Anwendungen ein Bild vor und die Wörter fanden ganz leicht und spielerisch in ihre Silben-Haiku-Form.

 

 

 

Was sonst noch im August 2021 passierte

 

Bogenschießen – mein neues Hobby?

Erst hab ich nur von weitem, von meinem Balkon aus, zugeschaut. Doch irgendwann hat mich eine Mitrehabilitantin aus meiner Gruppe direkt gefragt: Willst du auch mal Bogenschießen? Bisher hatte ich nur einmal vor rund 15 Jahren Pfeil und Bogen in der Hand. Seitdem nie wieder. Ist ja in der Großstadt auch nicht unbedingt überall möglich.

An einem schönen lauen Abend baute sie wieder ihre Ausrüstung auf der Wiese vor unserer Klinik auf. „Ja, ich will es auch mal probieren.“ Sie erklärte mir geduldig Schritt für Schritt und dann ging es los. Wow! Es hat so viel Spaß gemacht. Wir haben es noch ein zweimal wiederholt, bis ihre Reha zu Ende war. Das ist definitiv etwas, was ich noch öfter erleben möchte.

 

Erstaunlich viel Zeit verbrachten wir auch mit dem Suchen der Pfeile, die wir unter die Grasnarbe geschossen hatten – es ist unglaublich, diese wiederzufinden. Sie sind wie vom Erdboden verschluckt.

 

Kleine und große Freuden im Klinik-Alltag

 

ein Überraschungspäckchen aus der Heimat – Danke liebe Alex !!!

 

wenn Sonne und Regen im Tal aufeinandertreffen – Ausblick vom Balkon …

 

immer wieder neue Bücher in der Büchertankstelle im Kurpark …

 

nach und nach haben die lieben Grüße aus der Heimat meinen Spiegel im Zimmer überdeckt. Jedes Mal wenn ich reinschaute, habe ich mich über jede Karte gefreut … Merci euch lieben Schreiber:innen

 

und Mitte August war dann endlich auch die Sauna im Neubau fertig … 2 x kam ich in den Genuss dieser tollen Entspannung

 

und zum Spaß habe ich 2 x kurz „Kunst von der Rolle“ vorgelesen … eine kleine Lesebühne im Kurpark … als kleine Vorübung falls ich doch mal aus meinem eigenen Buch vorlesen werde …

im Wald an der Falkenstein-Ruine gibt es mehrere Nester, in den die Wasserreiher brühten – immer wieder stehen sie im Tal an den Ufern der Alb oder morgens im Teich vor der Klinik … selten lassen sie sich gerne fotografieren … daher ist dieses Foto ein glücklicher Zufall …

 

auch Verabschiedungen standen Rehabilitanten standen immer wieder an … ein alkoholfreies Radler in der „Linie 1“ oder im „Kurhaus“ machte es uns das eine oder andere leichter – ein herzliches Danke an dieser Stelle noch einmal an all euch lieben Wegbegleiterinnen meiner letzten 6 1/2 Wochen hier – ohne euch wäre es nur halb so schön gewesen!

 

Hierüber habe ich im August 2021 gebloggt

 

• in der Rubrik: Daily Inspiration
Jeden Morgen ein schöner Gedanke für den Tag

• In der Rubrik: Was ist ???
Was ist eine … Baumzeremonie?

• In der Rubrik: Schritt für Schritt
Anleitung für die Grundform einer Baumzeremonie: Die Baumumarmung

• In der Rubrik: Monatsrückblick
12von12

• In der Rubrik: Satzzeichenfreie Zone
die Haiku-Sommerwochen-Callenge

• In der Rubrik: 4-Wort-Story
Blog-Dekade Tag 1 mit den Wörtern: Suppenschüssel, Magenknurren, Plasteblume und Lötkolben
Blog-Dekade Tag 2 mit den Wörtern: Schublade, Ordnung, Kategorie und Verletzung
Blog-Dekade Tag 3 mit den Wörtern: Sahnebonbon, Sonne, Lebensfreude und Aluhut
Blog-Dekade Tag 4 mit den Wörtern: Bibliothek, Hundeschnauze, vegan und Sellerie
Blog-Dekade Tag 5 mit den Wörtern: Gartenzwerg, Mondschein, Liebestrank und Sommerfest
Blog-Dekade Tag 6 mit den Wörtern: Katze, Gewitter, Musik und Wichtel
Blog-Dekade Tag 7 mit den Wörtern: Kettensäge, Friedhof, Gänseblümchen und Hofhund
Blog-Dekade Tag 8 mit den Wörtern: Freiheit, kunterbunt, Baumhaus und Sehnsucht
Blog-Dekade Tag 9 mit den Wörtern: Zauberei, Haarwurzelentzündung, Dauerbrenner und Stoppersocken
Blog-Dekade Tag 10 mit den Wörtern: Lavendel, Rose, Frosch und Höhle