Mein Jahresrückblick 2021: Im Siebenmeilenstiefeltempo

Mein Jahresrückblick 2021: Im Siebenmeilenstiefeltempo

Anfang des Jahres hätte ich die Frage: Veröffentlichst du am Ende des Jahres deinen Jahresrückblick 2021 auf deiner Webseite? noch mit „Nein, niemals“ beantwortet. Ich hatte mir nichts besonderes vorgenommen, hatte mich seit einer „Komplett-Nullung“ meines Lebens vor ein paar Jahren in einen unsichtbaren Raupen-Kokon verpuppt, hatte immer noch keine Ahnung, wohin mein Reise weitergehen soll. Doch kaum hatte das Jahr gestartet, ging es los: das Leben stellte mir ein Paar Siebenmeilenstiefel vor die Tür, ich schlüpfte mutig hinein und es ging los. Mit jedem Monat erhöhte sich meine Laufgeschwindigkeit. In manchen Monaten hätte ich gerne mal kurz einen Boxenstopp eingelegt, doch mein Leben hatte anderes mit mir vor …

 

Von der Raupe zum Schmetterling

Was tun, wenn man sich am Anfang des Jahres gar nichts vorgenommen hat? Ich hatte zwar in den Rauhnächten 2020 innegehalten und Tarotkarten für die kommenden Monate gezogen, doch ein richtiges Ziel hatte sich dabei mir nicht gezeigt. Ich hing immer noch in meinem Kokon fest, auch wenn er schon zu knarzen und knacken begann. Nur eines war klar: so ging es nicht weiter. Die Zeit des Brütens, des nach innen Schauens, des Verarbeitens der vorherigen Jahre, des Wartens auf den richtigen Zeitpunkt neigte sich dem Ende. Ich wollte wieder ins Tun kommen, ich wollte wieder sichtbar werden.

Rückblickend stelle ich fest: Es war ein Jahr mit knackigen Herausforderungen. Doch WOW! was für eine Leistung, was für ein schöner Schmetterling, der da am Schlüpfen ist. Er ist schon sichtbar. Das Losfliegen nehme ich mir für 2022 vor. An frischen Schmetterlingsflügeln darf man nicht ungeduldig herumzuppeln, sonst stirbt er früher als man denkt und lernt nie richtig fliegen.

Ich klopfe mir stolz auf die Schulter, denn da ist ganz vieles NEU, und es ist vor allem auf meinem eigenen Mist gewachsen – handmade with love. Damit geht es mir richtig gut. Der vorausgesagte 5-jährige Transite-Marathon an meinem persönlichen Planetenhimmel (Sonne/Pluto-Konjunktion zu Saturn/Uranus-Opposition) neigt sich dem Ende zu. Eine Pluto-Sonne-Transformation im Horoskop ist meist heftig, nichts ist danach mehr wie davor. Doch ich mir auch noch nie selbst so nah und treu als je zuvor. Prosit! Aufs Leben. Es ist immer noch kein Ponyhof, doch seitdem ich nicht mehr um irgendetwas kämpfe oder Widerstand gegen irgendetwas hege, was sich wandeln will, lebe ich viel zufriedener und weitaus entspannter.

 

Das Rad des Lebens – eine kurze Einleitung 

Da ich seit über 20 Jahre als Stadt-Schamanin unterwegs bin, habe ich beschlossen, mich beim Schreiben meines Jahresrückblicks an der Form des Räderwissens zu orientieren. Dabei ist alles immer miteinander verbunden, nichts steht allein. Diese Art des Denkens der indigenen Völker prägt mittlerweile mein ganzes Sein, so dass ich das lineare Denken fast schon verlernt habe. Das Besten an diesem Kreisdenken ist für mich, dass nichts, wirklich gar nichts!, undenkbar ist. Nichts ist besser oder schlechter, alles hat seine (Gleich-)Berechtigung. So steht auf dem Rad des Lebens in jeder Himmelsrichtung ein Bereich des Lebens – Familie, Beziehung und Freunde, Wohnraum, Körper, Wissen, Beruf, Freizeit und Spiritualität – für den es selbstverantwortlich zu sorgen gilt. Doch lies einfach, ich nehme dich jetzt einfach mit auf die Reise durch die Erlebnisse meines Jahres 2021.

 

 


 

Mein Beruf: weg vom Machtdruck – hin zur Freude am Schreiben

 

Darf ich Ihnen das Tschüß anbieten?“ – Raus aus dem Angestellten-Hamsterrad   

Schon seit Jahren tingelte ich von einer befristeten Angestelltenstelle zur nächsten. Nicht wirklich glücklich, doch das regelmäßige Geldverdienen war notwendig, um meine finanziellen Verantwortungen zu erfüllen. Aus meiner letzten Selbständigkeit, die ich aufgrund einer Krankheit überraschend einstellen musste, war ein Schuldenberg übrig geblieben, der erst einmal wieder abgebaut werden wollte. Damit saß ich lange in der Falle, musste mich wieder mit dem Funktionieren im Angestellten-Modus arrangieren. Seit Ende letzten Jahres bin ich nun wieder schuldenfrei und kann wieder neue Pläne schmieden, denn mein Herz und meine Seele riefen mir schon länger zu: „Höre endlich auf, dich in einem Angestelltenjob zu verprosituieren. Das tut dir nicht gut, da gehst du dran kaputt, das macht dich krank. Mach endlich das, was dir wirklich Freude bringt.“  

Erst wollte ich es immer noch nicht so richtig hören, saß mir die Erfahrung der verunglückten Selbständigkeit immer noch in den Knochen. Doch dann wurde es im Laufe dieses Jahres an meinem Arbeitsplatz immer ungemütlicher. Die Wünsche der Chefetage wichen immer mehr von meinen Wünschen ab, ich fühlte mich überhaupt nicht mehr verstanden. Sie ließen ihre Macht spielen, schoben mich wie eine Spielfigur auf ihrem Schachbrett hin und her. Dann kam der Knall. Als ich Anfang September nach 7 Wochen von meiner Reha zurückkam, ging es gleich am ersten Tag um die Verlängerung meines Vertrages. Sie nannten mir ihr Angebot. Ich stutzte, wußten sie doch seit Anfang des Jahres, dass ich zu den alten Konditionen nicht verlängern würde, fragte noch einmal freundlich nach, ob das ihr letztes Angebot sei und erbat mir ein paar Tage, um darüber zu schlafen …

4 Tage später machte es in meinem Rücken PENG! Ein Bandscheibe sprang raus, ich konnte mit rechts keinen Schritt mehr tun, mich nicht mehr bewegen. Das war für mich ein Zeichen: hier geht es nicht mehr weiter. Ich zog die Reißleine, verkündete am darauffolgenden Montag in der Teamsitzung das Auslaufen meines Vertrages. Die Kinnlagen meiner Teamkollegen fielen runter. Sie waren sprachlos. Das wars! Ich habe den schmerzvollen Preis von 6 Wochen Krücken und bis heute Schmerzen für diese Erkenntnis bezahlt. Doch nach allem, wie sich in den letzten Wochen die Chefetage mir gegenüber verhalten hat, bin ich mir heute sicher: Es war die richtigen Entscheidung! In dieses enge Korsett von Angestellten-Arbeitsgeber-Macht-mit-Druck passe ich einfach nicht mehr rein. Heute bin ich dankbar für diese glückliche Fügung, denn sonst wäre ich heute nicht an dem Punkt, wo ich gerade stehe und mein Buch wäre wahrscheinlich immer noch nicht fertig. Ich arbeite wirklich gerne, doch nur noch auf Augenhöhe.

 

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START INS LEBEN. Erfolgreich auf eigenen Füßen – mein Buch, mein Verlag, mein Leben …

In einer Umfrage habe ich einmal gelesen, dass 80% der Menschen irgendwann einmal davon träumen, ihr eigenes Buch zu veröffentlichen. Bei den meisten wird dieser Traum ganz schnell von anderen noch viel schöneren Träumen verdrängt, bei manchen nistet er sich ein, schläft ruhig unter all den anderen Träumen, die zuvor erst noch verwirklicht werden wollen und bei einigen klopft dieser Traum so oft immer wieder an die Tür, dass sie um deren Verwirklichung nicht mehr drumherum kommen.

Auch ich träumte den Traum vom eigenen Buch schon länger. Doch lange davor gab es schon den Traum vom eigenen Verlag. Ich bin gelernte Verlagsbuchhändlerin, habe 15 Jahre in Verlagen gearbeitet, habe dort das Handwerk von der Pieke auf gelernt. Ich kenne die schönen Seiten des Büchermachens, doch auch das Piranya-Becken der Buchmesse, der Auslese, der verkaufskräftigen Argumente. Irgendwann wurde mein Wunsch nach einem eigenen Verlag, in dem wundervoll gestaltete Bücher erscheinen, immer größer und 2007 war es dann so weit: ich begann meine ersten manitu-books zu fertigen. Ich rettete damals alte Bücher vor der Mülltonne, band sie zu neuen Büchern und hauchte ihnen damit ein neues Leben als Tagebuch ein. Das war die erste Version meines eigenen Verlages. Nachdem er nun einige Jahre ruhte, habe ich ihn dieses Jahre wiederbelebt, denn es ist da: Mein erstes Buch!

Am 28. November 2021 kam es auf die Welt. Es wurde schon lange ersehnt, davor gab es auch einige Fehlgeburten, es war eine anstrengenden Schwangerschaft bis hin zu seiner Geburt, doch nun ist es vollbracht. JUCHU! will ich in die Welt rufen, so wie jede Mutter nach der Geburt ihres ersten Kindes glücksstrahlend es tut. Noch braucht es ein wenig Welpenschutz – doch vor allem braucht es auch noch viel Marketing, um es der Lesewelt kund zu tun – doch es ist bereit für diese Welt:

START INS LEBEN. Erfolgreich auf eigenen Füßen. Ein komplexer, gut strukturierter Leitfaden mit umfassendem praktischen Grundwissen für die Bereiche WOHNEN, GELD und ARBEIT inkl. Bewerbung für all diejenigen, die nach der Schule in ihr eigenen Leben starten wollen.

DAS perfekte Geschenk zum Abitur, die beste Starthilfe beim Auszug aus dem Elternhaus, um den Kindern ihren Weg in ihr selbständiges Leben zu ebnen und ihnen Lehrgeld zu ersparen. Es beruhigt auch die Eltern und hilft beim Loslassen, denn sind wir doch ehrlich: Wir Eltern sind wahnsinnig stolz auf unsere großen Kinder und wünschen ihnen von ganzen Herzen, das sie einen wirklich besten Start in ihr Leben auf eigenen Füßen hinbekommen. Auch dafür habe ich dieses Buch geschrieben, denn ich weiß aus eigenen Erleben und aus meiner Arbeit mit Jugendlichen, wie wertvoll dieses Wissen ist, was es in so einer kompakter Form bisher noch nicht im Buchhandel gibt. Es schließt ein bisschen die Lehrplanlücke: Praktische Lebenskunde. Und bei den ersten Rückmeldungen höre ich immer wieder: oh da habe ich auch als Erwachsener noch einiges Neues gelernt.

Hier findest du eine pdf des Inhaltsverzeichnisses des Buches sowie einer kurzen Leseprobe der ersten Seiten.

 

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Meine neue Webseite – im Netz ist voll was los und ich bin (endlich wieder) mit dabei

Im Laufe der letzten 20 Jahre lagen meine alten Webseiten entweder brach oder ich kaufte mir immer wieder neue Webseitennamen, um irgendwann endlich mal etwas von mir zu präsentieren. Das war ein interessantes Ablenkungsspiel, was ich mir da kreiert hatte. Als ich im letzten Jahr meinen Provider wechselte, habe ich Tabula rasa gemacht, mich von Webseiten getrennt und einige zur 1. Priorität erklärt. So gibt es seit diesem Jahr nun diese neue Webseite, auf der vor allem meine geschriebenen Texte und Bildcollagen veröffentlicht werden. Am Anfang des Jahres hatte ich noch den Plan für weitere Webseiten, doch nun am Ende stelle ich fest, dass mehrere Webseiten gleichzeitig zu viel Mehrarbeit bedeutet, daher konzentriere ich mich gerade nur auf diese und binde die anderen Webseiten nach und nach hier mit ein.

Da ich kein Technikfreek bin und schnell schon an den kleinsten Einstellungen von Computerprogrammen verzweifle – wahrscheinlich bin ich einfach zu ungeduldig 🙂 – war die Erstellung dieser Seite für mich auch eine große Hausnummer. Mein erster Versuch zwischen den Jahren im letzten Jahr ging schief, im Januar holte ich mir Nachbarschaftshilfe, kaufte einen WordPress-Kurs, ging ihn Lektion für Lektion durch, bekam viele neue graue Haare … doch dann im Mai startete ich mit der BlogBang-Challenge durch und es legte, wenn auch erst einmal nur provisorisch, los. Diese Challenge von Judith Peters war für mich DER Booster fürs mutig loslegen. Mittlerweile hat sich die Seite immer wieder gewandelt, ich werde damit auch immer entspannter. Ich habe begriffen, dass sie nie wirklich fertig sein wird, dass es ein steter Prozess ist. Im nächsten Jahr wird eine eigene manitu-books-Verlagsseite neu entstehen und auf jeden Fall steht auch die Überarbeitung meiner Kunst & RaumConsulting-Seite www.umani.de auf meinem Plan.

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• Challenge: TheBlogBang, TheContentSociety, Sommer-Blog-Woche, Haiku-Woche

Für mich ist eine Challenge etwas, was ich nicht mit links schaffe, wo ich mich strecken muss. Eine Challenge kann gut und schnell zu einer 10er-Gelegenheit werden. Nun neigt sich das Jahr dem Ende und ich stecke wieder voll in einer Challenge: Der Jahresrückblog21. An diese Art des über sich hinauswachsens, sich ständig weiter entwickelns, kann ich mich gewöhnen, das hat Suchtpotential, ist gefährliche Glückshormon-Ware. Denn nach jeder Challenge leuchtete es mehr in mir. Ob nach TheBlogBang, wo ich die ersten Schritte lernte und erste gleichgesinnt-Verrückte fand oder anschließend durch meine Mitgliedschaft in der TheContentSociety (TCS), immer ging es um meine Leidenschaft: das Schreiben und um mein Sichtbarwerden. Nix mehr mit verstecken und so tun als ob. Schon mit meinem seltenen Vornamen als Alleinstellungsmerkmal ist das seit diesem Jahr gar nicht mehr möglich. Im Sommer aktivierte ich dann in der BlogDekade meine alte Leidenschaft für die 4-Wort-Storys. Innerhalb von 10 Tagen flossen 10 kreative Kurzgeschichte aus meiner Feder.

 

 

Auch wenn ich ansonsten Druck von außen in meinem Leben grundsätzlich nicht mehr mag, sind die durch Challenge gesetzten kreativen zeitlichen Druckpunkte für meine Kreativität überaus hilfreich. Dann halten mein Kritiker und Selbstzweifler nämlich viel schneller ihr Maul und ich komme einfacher ins Tun. So werde ich mich wohl auch im nächsten Jahr der einen oder anderen Challenge stellen, um das vorfreudige davor, während und danach ausgeschüttelte Dopamin zu genießen. Besonders schön finde ich auch die Wiederentdeckung meiner lyrischen Ader. Dank Instagram landete ich bei einer Haiku-Challenge und seitdem ist das Schreiben von Haikus nicht mehr wegzudenken. In meinem diesjährigen Adventskalender habe ich dann diese schöne Form des Haiku-Dichtens in Kombination mit Bildern meines Jahres verbunden.

 

 

Obwohl ich mich all diesen mutigen Challenges gestellt habe, kam auch das zum Vorschein: mein ausgeprägtes Imposter-Syndroms plagt mich. Und auch die FoMo – die Fear of missing other – platzt manchmal wie aus dem Nichts über mich herein. Ich stehe mir damit nur selbst im Weg. Das war eine harte Erkenntnis dieses Jahres. Mehr jedoch traf mich die Erkenntnis, wie oft ich mich immer noch dabei erwische, mich selbst in die Dunkelkammer des „Du-bist-nicht-gut-genug zu schupsen. Das erkläre ich hiermit definitiv zu einem Entwicklungsthema für mich fürs nächste Jahr. Da ist er: der eigene blinde Fleck, denn wie oft ermutige ich meine Klienten oder Freunde liebevoll mit sich zu sprechen und umzugehen.

 

 

 

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• Journal schreiben – gemeinsam mit anderen durch die C-Zeit 

Zum ersten Lockdown letztes Jahr im April bot mein Schreibcoach Stefan Strehler einen online-Journalschreibkurs an. Ich war sofort Feuer und Flamme. Acht Wochen zeigte er uns verschiedene Formen des Journalschreibens und wir durften damit experimentieren. Nach dem Kurs bildete sich eine kleine Gruppe von 6 Teilnehmern heraus, die weiterschreiben wollten. Jede Woche stellte uns Stefan einen Wochenimpuls, meist ein Zitat mit Thema, als Anregung zur Verfügung. Man konnte ihm folgen, doch keiner musste. Jede Woche stellten wir uns gegenseitig unsere Texte vor und gaben uns Feedback. Alles anonym. Das Einzige was ich von meinen Schreibbuddys wusste, war deren Vorname.

Diese Art miteinander zu schreiben hatte etwas Magisches. Sie zeigte mir, wie jeder ganz unterschiedlich sein Leben mit C bewältigte, machte neugierig auf den Menschen. Die Texte waren zum Teil so berührend, so nah und intim – das Mitgefühl wuchs und es wurde mit so viel Achtsamkeit und Wertschätzung Feedback gegeben. Das war für mich ein wichtiger Halteanker in dieser Zeit. Als dann im April dieses Jahres das erste Jahr vorbei war, verabredeten wir uns im Garten einer Teilnehmerin, um uns zum Abschluss kennenzulernen und unser gemeinsames C-Jahr zu feiern. Dieser Nachmittag ist einer der Highlights meines Jahres. Wir hatten schönes Wetter, jeder hatte etwas fürs Buffett mitgebracht, es gab einige Ahhhhs und Ohhhs, weil die Person in echt ganz anders aussah, als man sie sich das ganze Jahr über vorgestellt hatte.

Seitdem schreiben ein paar wenige noch weiter, immer noch jede Woche von den wunderbaren Schreibimpulsen von Stefan geführt, meine Beiträge dort sind weniger geworden, einerseits weil meine Reha mich fordert und dann war da ja auch noch die Vollendung meines ersten Buches, dass meine Aufmerksamkeit forderte. Doch ich bleibe dran, denn dieses wöchentliche Journalschreiben ist die ausführlichere Form dieses Jahresrückblickschreibens. Im letzten Jahr hatte ich am Ende des Jahres alle Wochenbeiträge als kleines Buch drucken lassen und an meine Freunde zu Weihnachten verschenkt. Das war eine schöne Überraschung. Und später werden sich vielleicht meine Enkel über diese Ausgabe freuen. Dieses Jahr gibt es andere Geschenke. Nur eines ist seit dem letzten Jahr klar: ohne Schreiben geht es gar nicht mehr in meinem Leben.

So brauchen manche Dinge im Leben eben so lange, wie sie brauchen, um bei einem anzukommen: Als mich 1999 mein damaliger Chef immer wieder liebevoll nachdrücklich aufforderte: „Schreib es auf! Du musst schreiben!“ habe ich das als Witz abgetan. „Ich und schreiben. Niemals.“ war über Jahre immer meine Antwort, wenn er ein Mal im Jahr bei mir nachfragte, wann denn mein Buch fertig sei. Über die Jahre bin ich viele Umwege gegangen. Heute bin ich sehr froh, dass ich letztendlich beim Schreiben gelandet bin. Während meiner Ausbildung zur Schreibtherapeutin habe ich dieses heilsame Werkzeug schätzen gelernt. Seitdem ist mein Motto: „Wer schreibt, der heilt.“ – sich selbst und andere.

 

 


 

Mein Wissen: Lernen ist guter Proviant in turbulenten Zeiten

Letztens fragte mich eine Freundin: „Was?, du machst schon wieder eine Fortbildung?“ Ja, so bin ich. Lebenslanges Lernen könnte auch mein 4. Vorname sein, denn ich finde immer wieder etwas neues, was mich interessiert und begeistert, was ich unbedingt lernen oder ausprobieren will. So habe ich auch in diesem Jahr wieder Tools und Techniken dazugelernt, die meine Wissensschatzkiste nun bereichern.

 

Motivation Interviewing   

Im letzten Jahre habe ich mir den jahrelangen Wunsch einer Mediationsausbildung erfüllt. Schon während der Ausbildung hat mich einer meiner Mediations-Netzwerkpartner (www.schlichterei-berlin.de) mit einer Kommunikationstechnik begeistert, die ich danach unbedingt näher kennenlernen wollte. Motivation Interviewing – eine Gesprächstechnik, die vor allem in der Suchtberatung und im sozialen Beratungskontext angewandt wird. Sie hat zum Ziel, den Klienten im Gespräch mit Wertschätzung und ressourcenorientierten Fragen an den Punkt zu begleiten, wo er ganz aus sich selbst heraus, Lösungen und Motivationen für die Veränderungen seines destruktivem Verhaltens entwickelt.

Bei der Anmeldung zum Seminar hatte ich noch die Hoffung, dass es in Präsenz stattfinden würde, doch im März startete das 1. Modul dann im remote-Modus. Es war meine erste online-Ausbildung und ich war anfangs noch sehr skeptisch, wie ich 3 lange Tage am Computer durchhalten würde und wie das praktische Erlernen einer Kommuniktionstechnik über die Ferne gehen soll. Doch ich war erstaunt. Der Trainer Philipp Dinkel der Berliner Niederlassung der GK-Quest-Akademie war so fit und bereitete den Inhalt super passgenau vor, dass ich am Ende jedes Seminarabends begeistert und neugierig auf den nächsten Tag war. Er lebte uns Motivation Interviewing im Seminar in jeder Minute praktisch angewandt vor. Das war auch ein großer Mehrgewinn. Auch die zwei folgenden Module II und III fanden im remote-Modus statt. Mein Vorurteil „online-Lernen geht nicht so gut“, war damit vom Tisch gefegt, denn ein weiterer Vorteil des remote-Modus war die Vielfalt der Teilnehmer: wir waren eine bunte Mischung aus allen Regionen Deutschlands und auch aus Wien waren 2 dabei. Wie diese Gesprächstechnik funktioniert und wofür sie nützlich ist, erfährst du in Kürze in einem meiner nächsten Blogartikel.

 

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Jin Shin Jyutsu  

Als ich mit meinem Bandscheibenvorfall Ende September flach lag, hatte ich genügend Zeit zum Entschleunigen. Die Job-Entscheidung war gefallen, in meinem Kopf tanzten die ersten neuen Visionen für meine Zukunft. Während dieser Zeit besuchte mich eine Freundin und schwärmte mir wieder von ihren Jin Shin Jyutsu-Erlebnissen vor. Wir hatten im letzten Jahr gemeinsam bei einem Heilpraktiker und Jin Shin Jyutsu-Lehrer einen offenen Abend zu diesem Thema besucht. Seitdem übte sie täglich diese Technik, sie hatte sich mittlerweile eine kleine Bibliothek zu diesem Thema angelegt. Nach dem Treffen mit ihr war ich wieder angefixt. Ich hatte zwar auch die Infomail zu seiner Fortbildung im August gelesen, doch damals sofort verworfen. Ich hatte schon genug andere Projekte in meinem Kalender zu stehen. Doch jetzt dachte ich: das ist es! Zumal ich dadurch gleichzeitig noch einmal die Chance einer letztmaligen Bildungsprämie zur Finanzierung nutzen konnte … da lag sie, die nächste 10er-Gelegenheit – mit der Prämie würden sich die Kosten für die Fortbildung halbieren. Nach dem Treffen begann ich zu recherchieren und siehe da, es ging ganz leicht: es war noch ein Platz frei und der Erhalt einer Bildungsprämie war auch keine Hürde.

So saß ich am 1.11. abends das erste Mal in der Runde neugieriger Jin Shin Jyutsu „Lehrlinge“ und bin seitdem am lernen. Ich ströme mittlerweile jeden Tag. Egal wo ich bin, ob ich irgendwo warte, in der U-Bahn, an der Haltestelle, im Gespräch mit meiner Nachbarin, im Warteraum des Arztes, an der Supermarktkasse, abends im Bett vor dem Einschlafen oder wenn ich nachts nicht schlafen kann. Dieses Strömen hat mir bereits jetzt einige WOW-Effekte beschert. Nirgends mehr  Langeweile oder inneres Geniggel, wenn es mir sonst irgendwo nicht schnell genug geht. Ich bin seit dem täglichen Praktizieren viel mehr in meiner Mitte, bin viel ausgeglichener und kleine Wehwehchen haben gar keine Chance mehr, mich zu ärgern. Ende des Jahres ist Halbzeit der Fortbildung und zwischen den Jahren will ich noch einen Blogartikel über diese japanische Selbsthilfetechnik des Heilströmens schreiben. Ich bin meiner Freundin sehr dankbar und auch sie hat einen großen Gewinn, denn wir treffen uns jede Woche und sie ist mein bestes Übungsmodell … Am ersten Abend hat uns der Ausbilder gewarnt: Diese Technik wird euer Leben verändern. Dem stimme ich schon heute voll und ganz zu.

 


 

Mein Körper: mein bester Freund

Mit Ende 20 bekam ich einen lebensbedrohlichen Schuss vorn Bug von meinem Körper. Ich hatte die Wahl: so weiterzumachen wie zuvor und sterben oder komplette Kehrtwende mit der Chance auf ein 2. Leben. Ich entschied mich damals fürs zweite. Mit allen Konsequenzen, die mir zum Teil nicht schmeckten. Ich habe es meinem Körper lange nicht leicht gemacht gehabt, zu sehr habe ich ihn für die unsichtbaren Narben meiner Kindheit gehasst. Es brauchte viel Zeit und hartnäckiges Dranbleiben, um mich ihm wieder zu nähern. Mit dem besten Ergebnis: Denn heute ist mein Körper mein bester Freund und  Lehrmeister – sobald ich von meinem Weg abkomme, schickt er mir – wenn auch manchmal schmerzhaft verpackt – ganz klare Zeichen. Auf ihn kann ich mich voll und ganz verlassen.

 

Reha im Schwarzwald  

Die früheren ungünstigen Umstände haben natürlich an und in meinem Körper Spuren hinterlassen, mit denen ich seitdem lebe. Daher war meine Freude groß, als ich im April die Zusage für eine nächste Rehabilitatiosmaßnahme bekam. Schon die letzte Reha hatte mir gut getan und so sah ich vorfreudig dem Sommer entgegen. Nur als ich den Ort der Klinik las, dachte ich mir: Oh oh, da kommt was auf mich zu.

Die Klinik lag in Bad Herrenalb – im 7 Täler Nordschwarzwald, zwischen Karlsruhe und Baden Baden gelegen. Genau 30 km Luftlinie vom Haus meiner Tochter entfernt. Die 7 Wochen Reha waren daher für mich kein KURlaub, wie es mir viele wünschten, sondern eine Zeit mit einigen Herausforderungen, die ich heute rückblickend glücklicherweise als wundervolle Gelegenheiten zu meinem innerem Wachstum und noch mehr innerem Frieden sehen kann:

  • Ich bin in Karlsruhe auf alten Pfaden gewandert – viele Jahre bin ich zwischen Karlsruhe und Berlin gependelt – wollte mehrmals dorthin ziehen. Habe frühere Freunde besucht …
  • Ich bin in Baden Baden zufällig meiner Tochter im wahrsten Sinne über die Füße ge“rollt“ und habe sie im ersten Augenblick noch nicht mal wiedererkannt … das sind diese Zufälle, die einem zufallen, weil sie fällig sind – denn wir hatten viele Jahre schon keine Kontakt mehr … Wir hatten zwei wichtige lange Gespräche, wo vieles (bisher unausgesprochenes) auf den Tisch gekommen ist

All das hätte mir schon gereicht, doch es gab noch eine zusätzliche Lernaufgabe für mich: einen physischen „Übergriff“ mit folgendem Stalking eines männlichen Rehabilitanden. Das war richtig krass, denn nachdem ich die Vorfälle der Klinikleitung gemeldet hatte, zog diese keine Konsequenzen und ließ mich damit hängen, obwohl ich mehrfach um Unterstützung gebeten hatte, weil ich damit in Not war. Doch sie wollten auf sein Geld als Selbstzahler nicht verzichten. Das Thema sexuelle Belästigung ist bis heute ein Tabu-Thema. Damit will keiner etwas zu tun haben. Lieber ertragen es viele Frauen, als sich mutig zur Wehr zu setzen. Wo fängt Grenzsetzung an, wann gucken die Anderen lieber weg und halten sich raus. Ein Thema, mit dem ich mich schon lange auseinandersetze. Am Ende der Reha meinte die Oberärztin im Abschlussgespräch dann doch allen Ernstes zu mir: Ja, sie hätte die Übergriffe von ihm auf andere Frauen auch gesehen, doch es hätte sich ja keine andere Frau bei der Leitung beschwert und ich sei doch auch ganz gut alleine damit zurecht gekommen. Ganz ehrlich: meine Erholung war nach dem Vorfall futsch. Ich war fast 2 Wochen bis zu seiner Entlassung aus der Klinik im Dauerstress.

Doch neben all diesen Herausforderungen gab es auch ganz viele wunderbare Dinge:

  • Ich hatte ganz viel Zeit für mich !!!
  • Ich war zur perfekt richtigen Jahreszeit an einem wunderbaren Ort – ein wundervoll angelegter Kurpark, ein tolles altes Kloster, Wald und Berge vor der Tür, die überall plätschernde Alb – das hätte ich mir nicht besser kreieren können
  • Es gab einen wunderbaren Chefkoch, der täglich extra für mich nach meinen Wünschen gekocht hat. Das war top!!!
  • Ich hatte nette Mitrehabilitanden, mit denen ich am Wochenende losgezogen bin (darüber kannst du in meinen Monatsrückblick August ausführlich lesen)
  • Ich habe meine „Zieh“-Kinder in Freiburg und Karlsruhe besucht
  • Bogenschießen, Tischtennis spielen, jeden Morgen auf der Rudermaschine, nagelneue Klinik mit hellen Zimmern, direkt ins Bett gelieferte Sonnenaufgänge, ein wunderschön blühender Kurpark, zwei Klöster und Natur vor der Tür …  die 2 leckeren Eisdielen in Laufnähe nicht zu vergessen … ja mir ging es dort auch sehr gut.

Die Waagschalen der Erlebnisse dort waren beidseitig gefüllt und grundsätzlich bin ich überaus dankbar und glücklich für diesen meinen Sommer in BaWü. Nur das Schreiben kam bei allem zu kurz. Ich hatte mir vorgenommen, während dieser Wochen meinen Ratgeber-Leitfaden zu überarbeiten, … wollte neue Texte für meinen Blog schreiben, eine Geschichte für die Schreibreise im Oktober vorbereiten … Die Blog-Dekade mit 10 kurzen 4-Wort-Geschichten in 10 Tagen habe ich noch gewuppt, doch der Rest ist bei all den anderen menschlichen Herausforderungen mehr oder weniger hinten runtergefallen.

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass in vielen Köpfen bei dem Satz: „Ich fahre zur Reha.“ eine verklärte Vorstellung von „Reha = KURlaub“ herumgeistert. Heute kann ich aus mehrfacher Erfahrung sagen: Einerseits wünsche ich jedem eine solche Auszeit zum Kraft tanken, doch andererseits: Achtung, es fällt einem dort nichts in den Schoß und man darf, muss, kann einiges für sein Wohlbefinden tun. In der Rückschau sage ich mit ein paar Wochen Abstand immer noch: Ich hatte trotz allem richtig Glück!

 

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meine Ge(h)hilfen-Zeit 

Ich bin ein Mensch, der immer gerne in Bewegung ist. Stillstand macht mich auf Dauer mürbe, ist meiner psychischen Gesundheit nicht zuträglich. Daher hat mich der Bandscheibenvorfall mit 6 Wochen Krücken gleich nach der Reha richtig schwer getroffen. Seit einem Unfall vor 10 Jahren ist mein unterer Rücken angeschlagen, nun konnte ich das erste Mal seit damals wieder keinen Schritt mehr laufen. Bei mir gingen die Alarmglocken an. Ich musste mein regelmäßiges Pilates absagen, Fahrradfahren ging auch nicht, ich bewegte mich nur noch in Zeitlupe mit meinen Gehhilfen (was anfangs auch nur mit Schmerzmitteln möglich war – und ich hasse Tabletten!). Doch nichts passiert umsonst im Universum. Daher legten sich Wut und Ärger bald und ich nutzte die unfreiwillige Liegezeit, um am Buch weiter vorzukommen. Und siehe da: Es ist nun erschienen. Ohne den Bandscheibenvorfall würde ich wahrscheinlich immer noch in meinem Angestelltenhamsterrad rennen und wäre von der Veröffentlichung meines Buches noch Meilen entfernt. So hat immer alles seine zwei Seiten. Mittlerweile liegen die Gehhilfen in der Abstellkammer, ich beginne wieder langsam mit dem Pilates-Training, vergrößere meinen Laufradius und der Rest wird sich auch wieder finden. Eine seitdem liebgewordenen Routine ist mein täglicher Spaziergang über den Friedhof in meiner Nähe. Dort stehen meine zwei Lieblingsbäume und eine Bank mit maximaler Sonneneinstrahlung.  Ein ruhiger Ort, mitten in der Großstadt, wo ich mit einer Freundin oft auch die Kaffeepause mit einem leckeren Stückchen aus unserem Lieblingscafé Lehmbrucks verbringe.

 

 

 


 

Meine Familie – eine lange komplizierte Geschichte

Systemisch gesehen, kann ich mein Familiensystem als ein ziemlich dick verfilzter Schal aus Ost- und Westverstrickungen beschreiben. An der Aufarbeitung und Heilung dieser Verstrickungen arbeite ich schon lange. Seit 10 Jahren schreibe ich die Geschichten dazu auf. Irgendwann soll auch daraus mal ein Buch werden. Das Schöne an dieser Aufarbeitung ist, dass sich dadurch das „Strickmuster“ im Laufe der letzten Jahre immer mehr verändert hat. Es wird wieder heller, leichter. Nur manche Teile wollen sich einfach so gar nicht entfilzen lassen. Da braucht es weiterhin Geduld. Doch mein stures Steinbock-Gen gibt ja nicht so schnell auf.

 

Mein Stiefvater

Ende Januar starb mein Stiefvater an Krebs. Er war über 40 Jahre Teil meines Lebens gewesen. Bis er vor 5 Jahren, aus mir nicht erklärten Gründen, den Kontakt zu mir abbrach. Seit dem überraschenden Tod meiner Mutter vor 17 Jahren knirschte es zwar auch immer wieder mal zwischen uns. Doch ich hatte keine Ahnung, warum er diesen Schritt tat, hatte keine Ahnung, was ihn dazu bewegt hatte. Als ich dann von seinem letzten Wille hörte – dass mir keiner aus meiner Familie von seiner Krankheit und seinem im Sterben liegen erzählen möge – dachte ich, was ist das denn schon wieder für ein harter Tobak, der da gerade passiert. Zwei Tage vor seinem Tod brach eine meiner Cousinen das von ihm ertreilte Verbot. Ich konnte noch zweimal kurz mit ihm telefonieren, konnte mich bei ihm für unsere gemeinsame Zeit bedanken, mich bei ihm für, was auch immer ihn erbost haben mag, entschuldigen. Er war beide Male über meine Worte am Telefon sehr überrascht. In der Nacht kurz nach unserem letzten Telefonat schloss er endgültig seine Augen. Diese ganze verstrickte Familiengeschichte ist ein großes Dilemma. Doch ich vertraue sehr darauf, dass unsere Seelen ganz genau wissen, was es noch braucht, bevor sie gehen wollen. Er lebt in meinen Gedanken und in meinem Herzen weiter. Ich habe schon lange meinen Frieden mit ihm. Und er nun auch.

 

Am 20. Februar wurde er begraben. Ich war nicht mit dabei, doch sollen viele Menschen aus dem Theater für ihn am Grab gesungen haben.

 

Damals war die Welt noch in Ordnung. Bei einem Besuch in Hildesheim mit meiner Tochter.

 

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Mein Vater

Der Tod meines Stiefvaters mahnte mich, mich wieder der Geschichte mit meinem eigenen Vater zuzuwenden. In den 10 Jahren Stille zwischen uns, war viel passiert. Ich habe viel Ahnenforschung betrieben, Familienaufstellungen besucht, mir unterstützende Hilfe geholt, um sein Verhalten und Tun zu verstehen. Ich bin nochmals durch meine Kindheitsgeschichte durchgegangen, habe letztendlich irgendwann mit all dem Schrecklichen, was zwischen uns passiert ist, meinen Frieden gefunden. Mit dem ersten Lockdown-Wochenende war er nach einem Unfall im letzten Jahr in ein Pflegeheim nach Schwerin umgezogen. Seitdem hatte ich keine Ahnung, wie es ihm ging. Meine Schwester, als seine Berufsbetreuerin, gab mir keine Auskunft. Sie wollte mir damit ihre Macht demonstrieren. Ich sage ja: ein kompliziert verstricktes System.

Es kostete mich eine riesige Portion Mut, mich nach all den Jahren ihm wieder gegenüber zu stellen. Vor 10 Jahren hatte ich nach einem letzten schrecklichen Vorfall beschlossen, ihn nie wiedersehen zu wollen. Ich war aufgeregt, und auch ängstlich. Würde er mich überhaupt noch erkennen? Ich wusste, dass er mittlerweile an Demenz erkrankt war. Würde er als erstes wieder einen seiner bekannten kolerischen Anfälle bekommen? Ich fuhr mich einer Freundin, als schützende Begleitung, zu seinem Pflegeheim. Es war Mittagspause. Niemand war auf den Gängen. Eine Schwester wollte nachschauen, ob er wach sei. Wenn er schliefe, würde sie ihn nicht wecken. Und dann hörte ich seine Stimme schon von weitem. Als er dann mit seinem Rollator um die Ecke trat, blinzelte er von weitem. „Ich hab Besuch?“ fragte er noch einmal die Schwester, ging dann noch ein paar Schritt in meine Richtung. Dann blieb er staunend stehen. „Na das ist ja eine Überraschung. Da biste ja, meine Kleeene“. Ein Leuchten trat in seine Augen, wie ich es bei ihm noch nie zuvor erlebt hatte. Eine Freude, wie als wenn Weihnachten, Geburtstag und Silvester auf einen Tag fielen. Wir gingen in den Garten, setzten uns auf eine Bank. 1 Stunde intensives fühlen und reden. Eine der wichtigsten Stunden meines Lebens. Da war so viel Frieden und Heilung in dieser Stunde. Seitdem ist das Eis zwischen uns wieder gebrochen. Wir haben unsere Herzen füreinander wiedergefunden. Im folgenden Monat habe ich ihn wiederbesucht. Wir saßen wieder auf der Bank. Reden mussten wir nicht viel. Ich hielt nur seine Hand und streichelte seinen Rücken.

 

 

Seit dem Sommer hat sich sein Zustand immer mehr verschlechtert. Aufgrund des Bandscheibenvorfalls war ich seit dem Sommer nicht mehr bei ihm zu Besuch gewesen. Wir hatten nur ein paar Mal kurz miteinander telefoniert. Erst hatte ich meinen Besuch bei ihm von September auf Oktober, dann von Oktober auf November verschoben. Dann drängelte sich auch noch die Buchveröffentlichung dazwischen. Doch zu seinem Geburtstag, Mitte Dezember, wollte ich unbedingt zu ihm fahren. Am 9.12. kam dann die Nachricht: Er liegt im Krankenhaus. In der geriatischen Psychiatrie, sediert und angeschnallt.

Am 14.12. bin ich zu ihm ins Krankenhaus nach Schwerin gefahren. Sie haben mich zu ihm gelassen, was ja zu derzeitigen C-Zeiten auch nicht unbedingt selbstverständlich ist. Er hat mich erkannt, sich wieder wie ein Kind darüber gefreut. Er hat zwei Stunden lang wirre Fetzen erzählt, vom Krieg, wie an der Elbe die Panzer rollten, von seiner Mutter, seinem Bruder. Ich habe ihn wieder nur gehalten. Mir rollten die Tränen, denn er hat seine Mutter und seinen Halbbruder nie erlebt. Sie lebten in Westdeutschland und er wuchs bei Pflegemüttern in Ostdeutschland auf. Er faselte über Erinnerungen aus seiner Kindheit, ist mittlerweile in seiner Demenz in den tief vergrabendsten Geheimnissen von damals angelangt. Das Thema seiner Herkunft war früher immer tabu, darüber durfte nie gesprochen werden. Er lag angeschnallt im Bett, wie ein Tier, konnte sich kaum bewegen. Als er auf die Toilette wollte, musste ich 3 mal zur Schwester laufen, bis jemand kam, um ihm zu helfen. Ich konnte nichts für ihn tun. Das war erschütternd.

Was ich dort an seinem Geburtstag erlebt habe, hat mich tief aufgewühlt, läßt mich aufschrecken und löst in mir Fragen über die Würde des Menschens während des Alterns und Sterbens aus. Ist das noch würdevoll? Ist das noch selbstbestimmt? Wo ist die Grenze zwischen dem noch am Leben erhalten und dem einfach dem natürlichen Verlauf des Sterbens folgen? Neben ihm im Zimmer lag ein anderer Patient, auch angeschnallt, mit Ernährungssonde. Warum erhalten wir mit allen möglichen Mitteln alte (meist demente) Menschen am Leben? Die Pflegeheime sind voll davon. Weil die Pharmaindustrie damit Gewinne einfahren kann? Weil auch dort die kapitalistische Wohlstandsmaxime von höher, schneller, weiter bis ins grenzenlose ausgelebt wird? Sind wir auch dort aus der Balance gefallen? Wie viel würden wir für anderes nutzen können, wenn wir Menschen ein selbstbestimmtes Gehen erlauben würden? Aktive Sterbehilfe? Immer wieder ein Thema, dem wir uns in Deutschland nicht stellen wollen. Wo liegen die Grenzen von keine lebenserhaltenen Maßnahmen mehr in einer Patientenverfügung? Was muss passieren, damit diese Wahl greift? Ist es die Angst vor der Leere bei den Hinterbliebenen oder vor dem Tod generell, die dieses Thema immer wieder in den Untergrund drückt?

Mir ist eines an diesem Tag klar geworden: So möchte ich nicht behandelt werden. So möchte ich nicht dahinvegetieren müssen. Angeschnallt, sediert mit Ernährungssonde. Ich möchte vorher selbststimmt gehen dürfen. Und ja, ich werde trauern, wenn mein Vater stirbt. Ja, er wird eine dicke Lücke hinterlassen, auch wenn wir es nicht leicht hatten in unserem gemeinsamen Leben. Ja, es wird verdammt weh tun. Doch ich wünsche ihm von Herzen, dass er und seine Seele bald gehen können, in Frieden. Seine Organe werden mit allen möglichen Arzneimitteln am Leben erhalten, damit sie noch funktionieren.

Was für ein Wahnsinn. Das ist für mich eine verdrehte Welt. Er ist 83 Jahre, er hat als Kind den Krieg erlebt, hat die Magdeburger Bombennächte überlebt – hatte wie so viele eine gestohlene Kindheit – er ist in der DDR aufgewachsen, hat dort die längste Zeit seines Lebens verbracht und mit 50 Jahren seine Identität verloren, ist nach der Wende durchs Raster gefallen – mit über 50 aus dem Osten warst du für den Westen nichts wert. Er hat trotzdem nicht aufgegeben, hat in den letzten 30 Jahren noch so viel neues gelernt, hat sich in das neue System eingefügt. Was für eine Anstrengungsleistung. Warum gönnen wir ihm nun nicht einfach einen respektvollen friedlichen Abgang von dieser Welt? Ich bin sehr dankbar für meinen gefundenen Frieden mit ihm. In meinem Herzen wird er, egal wann er geht, immer weiterleben. Ich bete für ihn und wünsche ihm eine gute Reise – dann, wenn es für ihn reif ist, zu gehen.

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Meine Tochter

Bis zu ihrem Auszug von zu Hause waren wir uns ganz nah. 20 Jahre sind wir gemeinsam durch dick und dünn gegangen, haben so manche Abenteuer erlebt, haben viel gelacht, haben viele Dinge möglich gemacht, wo das Außen oft „das geht doch nicht“ gesagt hat. Wenn mir damals jemand erzählt hätte, dass es mit uns beiden einmal ganz anders kommen wird, ich hätte nur den Kopf geschüttelt und laut losgelacht. Das war für mich unvorstellbar. Wir doch nicht – wir sind doch ein Dreamteam.

Doch das Leben geht manchmal sonderbare Wege. Man trifft Entscheidungen, trifft andere Menschen, die einen prägen. Und auf einmal passt nichts mehr zusammen. Heute ist meine Tochter eine 35jährige Frau, die alles dafür tut, damit von unserem früheren Bild nicht mehr viel übrig bleibt. Wir haben seit vielen  Jahren keinen Kontakt mehr. Das hat mit vielen verschiedenen Dingen zu tun, kommt auch nicht von ungefähr, jeder hat dazu seinen Teil beigetragen.

Als ich dann im Sommer zur Reha in den Schwarzwald fuhr, hatte ich die mutige Idee, wenigstens einmal bei ihr in der Straße vorbeizufahren, um zu sehen, wo sie seit über 12 Jahren lebt. Der Zufall wollte, dass wir uns über den Weg rollten – es gab zwei Treffen – erst hatte ich große Hoffnung auf einen Neubeginn, jetzt am Ende des Jahres ist die Hoffnung wieder erloschen. Da steht zu viel verstrickte Familiengeschichte zwischen uns, ein unüberbrückbarer Graben. Ich hab wieder losgelassen … das habe ich in den letzten 10 Jahren gelernt, auch aus Selbstschutz, denn es zerreisst mir mein Herz immer wieder aufs Neue.

Sie ist und bleibt mein Kind, dass ich liebe und auf das ich stolz bin. Mittlerweile kann ich ihr aus vollem Herzen alles Gute für ihren Weg wünschen, auch wenn sie entschieden hat, ihn ohne mich zu gehen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt … und wer weiß, vielleicht kommt irgendwann alles wieder auch anders. Doch jetzt, am Ende dieses Jahres, kann ich es wieder nur so annehmen, wie es ist: Sie schweigt. Kein Anschluss unter dieser Nummer. Ende der Geschichte. Das tut vor allem an Weihnachten brutal weh. Doch es ist wie es ist. Das habe ich in den letzten Jahren gelernt.

 

aus einer Zeit, als noch alles in Ordnung wahr 😉

 


 

Meine Freizeit: meine Immunbuster 

Als Scannerpersönlichkeit bin ich leicht von etwas zu begeistern, bin immer neugierig unterwegs und am Ausprobieren, ob mir das eine oder andere Spaß machen könnte. Dieses Jahr sind zu all meinen bisherigen Hobbies das heilsame Summen, das Bogenschießen und das 12von12 Fotographieren dazugekommen.

 

Singen      

Bis zu meinem 50. Lebensjahr habe ich felsenfest behauptet: Ich kann nicht singen!
Und das, obwohl ich mich erinnerte, dass ich als Kind auf die Frage, was ich denn mal werden würde, stolz und leuchtend mit Schlagersängerin geantwortet hatte. Heute bin ich entsetzt, wie lange sich früh einzementierte Glaubenssätze in einem halten. Wie froh bin ich, dass nun, seit ich 50 bin, das Singen wieder in mein Leben zurückgekehrt ist. Für mich ist es ein wahrer Glücksbuster.

Aufgrund der C-Situation sangen wir in diesem Jahre mit unserem Chor anfangs wie letztes Jahr nur online. Besser so als gar nicht, war unsere Devise. Das war zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig, doch es hielt uns auch im ersten Halbjahr zusammen. Als es im Frühsommer wieder erlaubt war, probte der Chor wieder draußen im Park. Die ewige Diskussion um den Impfstatus zeigte hier seine erste Spaltung. Irgendwann gab es nur noch die Draußenprobe für die Geimpften und erste Gründungsgedanken für einen Chor der Ungeimpften. Das war schmerzlich, hatten wir uns doch immer „Singen aus Freude“ auf die Fahnen geschrieben.

Der für mich beste Ausgleich in diesen Zeiten sind meine Einzelstunden. Wenn möglich 2 x im Monat. Ich hab mir mittlerweile in den letzten 5 Jahren schon ein beträchtliches Repertoire zugelegt. Es sind meist Lieder aus dem Osten. Silly, mein geliebter Gundermann, Holger Biege … doch auch Dota, Bettina Wegener und Nena sind dabei. Meist merke ich schon beim Einsingen an meiner Stimme, wie es mir heute geht. Wenn mich heute jemand fragt, ob ich ein Instrument spielen kann, antworte ich meist mit: Ja, mein Körper, meine Stimme ist mein Instrument. Beim Singen bin ich ganz bei mir. Es ist für mich wie nach Hause kommen. All das hätte ich ohne meine Gesangslehrerin, der wunderbaren Anke Heuer, nicht erfahren, die mich über die Jahre mit ihrer Begeisterung, mit ihren wohlwollenden wie auch klaren Worten, mit ihren Ermutigungen und ihrer Experimentierfreude auf diesem Weg begleitet hat. Die mich gelehrt hat, meiner Stimme zu vertrauen und zu folgen. Ich sage dir von hier aus von Herzen Danke!

 

 

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Bücher, meine besten Verbündeten      

Ohne Bücher kann und möchte ich nicht leben. Die Stapel der Ungelesenen sind immer hoch. Einer türmt sich neben meinem Bett, ein anderere neben dem Regal und manchmal bildet sich auch noch einer auf meinem Schreibtisch. Sie umgeben mich in jedem Zimmer meiner Wohnung. Und ich gebe es hier ehrlich zu: Ich lese meist mehrere Bücher gleichzeitig. Eine Lehrerin sagte einmal, das schule die Flexibilität und das Halten von verschiedenen Aufmerksamkeiten. Manchmal gelingt mir das gut, doch manchmal verfalle ich jedoch voll und ganz einer Geschichte, dann müssen die anderen Bücher warten. Ich habe auf jeden Fall immer ein Buch in der Tasche, egal wohin ich gehe, denn es könnte ja sein, ich müsse irgendwo warten, dann wäre das eine gute Gelegenheit weiterzulesen. So ist mir nie irgendwo langweilig, denn ich kann mich jederzeit in meine Phantasiewelt wegdimmen.

Manchmal tut es auch ein Hörbuch. Das wäre für mich bis vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen, denn ich liebe gedruckte Bücher. Daher besitze ich bis heute auch noch kein kindle oder tolino. Da bin ich voll old scool. Ein Buch ist ein Buch. Ich brauche das Geräusch von Papier beim Umblättern, diesen ganz typtischen Geruch, die Möglichkeit, wundervolle Satzpassagen mit einem Bleistift zu markieren, das Zurückblätter und noch einmal von vorne lesen. Ich bin eben doch eine Vollblut-Buchhändlerin.

Hier meine Lese-Favoriten aus diesem Jahr – ein Mix aus verschiedenen Genre und daher alle gleichrangig, egal an welcher Stelle der Liste sie stehen:

 

 

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Mit dem Fotografenauge unterwegs    

Nachdem ich 2007 in Australien unterwegs war, trage ich immer eine Kamera mit mir herum. Manchmal eine gute Canon, mindestens jedoch immer die meines Handys. Ich liebe es, mit meinem Auge nach schönen oder ungewöhnlichen Motiven Ausschau zu halten. Seitdem gehe ich viel achtsamer durch meinen Tag, sehe Detail oder nehme Dinge wahr, an denen andere einfach vorbeigehen. Es hält mich außerdem im Hier und Jetzt. Denn Fotographieren ist für mich immer voll und ganz in diesem einen Moment zu verweilen. Das ist der Zauber, den ich liebe. Am Abend scrolle ich dann durch meine Galerie und erfreue mich an der Fülle. Die Bilder führen mich nochmals durch meinen Tag. Sie sind ein Teil meines Dankbarkeitsrituals.

Mit der zunehmenden Fülle des Materials frage ich mich auch manches Mal, was ich mit all den Bildern noch kreieren könnte. In diesem Jahr durften einige in meinen Adventskalender. Manche finden mittlerweile jeden Monat ihren Auftritt bei der wundervollen Aktion von draußennurkännchen #12von12, manche verschönern meine MoRüblis, doch da ist noch viel mehr Potential … da schlummert noch  …

 

 

 

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Meine 3 liebsten eigenen Blogartikel des Jahres 

Als ich am 28. Juni diesen Jahres in die Content Society eingetreten bin, hatte ich mir vorgenommen, jede Woche mindestens 1 Blogartikel zu veröffentlichen. Das wären dann bis heute 26 Artikel im Plan … letztendlich sind es 24 reine Blogartikel geworden – jedoch gezählt ohne die 12 neuen 4-Wort-Storys, die 153 täglichen Daily Inspirations und den Adventskalender … deshalb hab ich für mich meinen Plan erfüllt und bin ganz stolz darauf. Und eins steht für mich auch fest, OHNE diese tolle Community – angeführt von der Strahlefrau Judith Peters und mit einem Superteam im Rücken – und den vielen tollen inspirierenden Frauen wäre meine Webseite bis heute viiiiiel leerer. Dafür hier nochmals ein dickes großes von Herzen kommendes DANKE!!!!

 

Covid-19 worum geht es eigentlich? 

Seit 2 Jahren ist die Welt in Aufruhr: Die Pandemie!!! Ich plädiere seit Anbeginn für die Freiheit aller Meinungen und ein breitflächiges Zulassen von Wissen auf allen Gebieten. So auch in diesem Fall. Nicht, weil ich ein C-Leugner oder unsolidarisches Mitglied dieses Landes bin, sondern weil ich – nachdem ich in der DDR-Diktatur groß geworden bin – nunmehr in einer Demokratie lebe und frei über alle Aspekte meines Leben selbstbestimmt entscheiden möchte. Ich habe über viele Jahre alternative Heilmedizin studiert, hinterfrage gerne Dinge und will sie aus der vollen Bandbreite und Perspektive des Rades beleuchten. Auch weil ich mehrere Jahre u.a. beim Fernsehen und im Bundestag gearbeitet habe – ich habe dabei live die Produktion von Nachrichten und die Informationsmechanismen in der Politik erleben dürfen. Seitdem hat sich meine Sicht auf die Welt gewandelt. Ich bin aufmerksamer und achtsamer geworden. Daher habe ich im Sommer diesen Blogbeitrag verfasst. Für mich ist alles miteinander verbunden. Und für mich es geht nur im wohlwollenden MITEINANDER auf dieser Erde für alle weiter. Jeder ist selbstverantwortlich, jeder trifft seine eigenen Entscheidung und jeder Entscheidung gebührt Respekt und Anerkennung.

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• Monatsrückblick Juni 2021 

Dieser Monatsrückblick war für mich der Emotionalste, da er das erste Wiedersehen mit meinem Vater beschreibt … ich war es bis dahin nicht gewohnt, so persönliches auf meiner Webseite zu veröffentlichen. Damit war das Eis gebrochen, sonst hätte ich wahrscheinlich nie so einen, diesen epischen, Jahresrückblick geschrieben.

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• 30 Fun Facs – was nicht jeder über mich weiß …

Als in der Content-Society die  Aufgabe: „Schreibe eine Liste deiner XX Fun Facs …“ ausgerufen wurde, baute sich zuerst ein riesiger Widerstand in mir auf. Fun Facs dachte ich – bääähhh, das mag ich nicht. Doch dann sah ich all die anderen tollen Blogartikel und irgendwann war ich im Bann. Und das Schreiben dieses Blogartikels hat meine Blockade aufgelöst: Ja, ich darf etwas von mir persönlich zeigen … auch wenn ich mich damit angreifbar oder verletzlich mache … Das war ein großer Wachstumsschritt für mich.

 


 

Meine 16 erfolgreichsten Daily Inspiration des Jahres 

 

Eine Freundin setzte mir den Flo ins Ohr: „Wie wäre es, wenn du jeden Tag eine tägliche Inspiration veröffentlichst?“ Ein ähnliches Projekt hatte ich vor 2 Jahren schon einmal mit inspirierenden Collagenbilder auf meinem whatsapp-Status über Monate veranstaltet, da waren es ein Mix aus schon fertigen Bildern von anderen … Jetzt wollte ich einerseits meinen Radius erweitern und selber Collagen gestalten … so entstanden ab Mai diesen Jahres die Daily Inspiration


 

Meine Aussichten und Ziele für 2022

Es fällt mir nicht leicht, Zukunftsaussichten und Ziele zu benennen. Ich lebe viel zu gerne im Hier und Jetzt. Natürlich habe ich ganz viele Wünsche und wenn ich mir etwas vornehme, dann halte ich als Steinbock manchmal auch zäh dran fest und durch … doch ich habe auch einen sehr sprunghaften Anteil in mir, der gerne von hier nach dort und wieder wo anders hin springt. Doch hier kommen 3 Dinge, an denen möchte ich im nächsten Jahr dranbleiben und sie umsetzen …

 

MITEINANDER schönes kreieren 

Über allem, was ich tue, steht immer meine Lebensmaxime: im MITEINANDER gelingt es (leichter). Seit ich mir das Wissen der indigenen Völker mit ihrer Zeremonialmedizin angeeignet habe, steht für mich der Erhalt und die Heilung von (Groß-)mutter Erde an erster Stelle, denn wenn sie uns nicht mehr erträgt, wird sie sich schütteln. Seit der Industrialisierung betreiben wir Raubbau an ihr, sind am Nehmen, Nehmen, Nehmen, gierig und unerbittlich, gerade wir fortschrittlichen Staaten. Dabei sind wir viel kleiner als alle anderen Welten dieser Erde. Wir mögen uns zwar aufführen, wie die großen Wissenden, doch die Stein-, Pflanzen- und Tierwelt wird uns überleben. Diese Welten haben eine so große Fähigkeit im Überleben, da können wir uns noch viel abgucken. Wann beginnen wir unseren brillianten Mind dafür einzusetzen?

Daher ist nächstes Jahr eines meiner Ziele, eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten zu finden, die mit mir zusammen kreative Projekte zum Wohle der Erde und zum Wohle aller Welten auf der Erde initiieren und umsetzen wollen. Denn wenn wir im Kleinen beginnen, kann daraus etwas ganz Großes werden.

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Zähmung und Heilung meines Imposter-Syndroms …

In diesem Jahr habe ich mich mit ersten Schritten dem Sichtbarwerden gestellt. Im nächsten Jahr gehe ich einen Schritt weiter. Ich werde meinen Verlag in den Vordergrund meiner Tätigkeit stellen, neue Bücher kreieren und mein Wissen anderen zur Verfügung stellen. Damit sage ich hiermit meinem Imposter-Syndrom auf Wiedersehen. Doch ich sage ihm auch Danke, denn vor irgendetwas hat es mich auch schützen wollen. Doch jetzt bin ich bereit. Ich werde mich voll und ganz zeigen. Als die, die ich wirklich bin und mit all meiner Kraft – und: auf meine ganz eigene Art. Awanestika. So sei es!

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Auf machen für neue Beziehungen …

Nach dem Verlust meiner letzten Beziehung brauchte ich Rückzug, Abstand, Zeit für Heilung. So sehr ich auch immer wieder Zeiten mit mir allein brauche und diese genieße, so sehr wünsche ich mir fürs neue Jahr auch, mich wieder auf das Abenteuer Beziehung einzulassen. Auf gegenseitiges wohlwollendes miteinander Wachsen, auf gemeinsames Erleben, auf Berührungen und berührt werden, auf eine gesunde Mischung von Nähe und Distanz … mein innerer „Buddelkasten“ ist aufgeräumt, ich hab Raum für Neues geschaffen … und wer weiß … ich will ja schon länger Berlin verlassen … ich bin bereit … auf zu neuen Ufern … 😉

 


 

Mein Wort / mein Motto für 2022

In den Adventstagen lud die wundervolle Veronika Stix zu einer magischen Reise zum Wort des Jahres 2022 ein. Ich meldete mich an und war mit dabei. Sie führte uns in einer Phantasiereise an einen Ort in der Unterwelt. Ich kam in dieser Reise in eine wunderschöne Höhle, in der auf der rechten Seite von mir Säcke voll Diamanten standen und funkelten und die linke Seite im Dunkel versank. Im ersten Moment war ich mit diesem Bild verwirrt, doch im anschließenden Gespräch und in den folgenden Nächten wurde mir mein Motto immer klarer:

In Balance leben – ich entscheide mich für die Fülle und fürs Licht!

Ich bedanke mich noch einmal bei Veronika für ihren wundervollen Adventskalender und für diese Reise.

 


 

Mein TCS – wichtige Wegbegleiter:innen und Vorbilder für 2022

Mein Eintritt in die Content Society war eine der wichtigsten Entscheidung in diesem Jahr. Ich möchte allen Mitgliedern dieser tollen Community mit dem Sympatexter-Dreamteam an der Spitze für all ihre Kommentare und Hinweise, für ihr Wissen, ihren Humor und ihre motivierende Unterstützung danken … und einigen ganz besonders … denn sie sind so unglaublich tolle Expertinnen auf ihrem Gebiet, mit großen Herzen unterwegs und richtige Vollblut-Bloggerinnen … ich bin sehr dankbar für die Begegnungen mit euch!

 

Und last but not least ein herzliches Danke an meine zauberhafte Co-Bloggerin Ruth, du wundervolle Herzensmenschin … ich danke dir von Herzen für unsere gemeinsamen Schreib- und Talkzeiten.

 


 

Wow, das ist jetzt wirklich episch lang geworden. Manches liest sich vielleicht auch schwer oder fühlt sich schmerzhaft an. Sei beruhigt, mir geht es gut, ich war mir noch nie so nah und selbst treu, wie in diesem Jahr. Schmerz ist für mich ein großer Lehrer. Er zeigt mir immer, wo mein Weg ins Licht hingeht. Auf dem Rad der Gefühle ist Schmerz auch nur eine Richtung unter vielen. Zumal ich es für ein illusionäres Ammenmärchen halte, zu glauben, dass Freude durchgängig das einzig richtige ist. Im Schmerz, in der Trauer und in der Angst liegen für mich die wahren Antriebsfedern, um mein Selbst, das warum ich auf dieser Erde bin, zu verwirklichen. Fern aller Masken und konditionierten Denkweisen. Das ist kein bequemer Weg, doch ich gehe ihn frei und beständig – und er macht mich: zack … glücklich !

Wenn dir meine kleine Reise durchs Jahr gefallen hat, hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

Ich wünsche dir aus tiefsten Herzen das Beste und Schönste auf deinem Weg und alles Gute für das neue Jupiter-Jahr 2022.

Wenn du magst, schau gerne wieder auf meinem Blog vorbei.

Alles Liebe dir und liebe Grüße

Umani

Monatsrückblick August 2021:    Ich bin dann mal weg … (m)eine Auszeit in BaWü

Monatsrückblick August 2021: Ich bin dann mal weg … (m)eine Auszeit in BaWü

Meine größte Herausforderung in der Vorbereitung dieses Monatsrückblickes war die Qual der Wahl aus den Hunderten von Bildern, die ich in diesem Monat fotografiert habe. Worüber will ich alles berichten, welche Bilder wähle ich aus den vielen schönen schlussendlich aus? Die Erlebnisse und Bilder dieses Monats würde ein ganzes Buch füllen. Daher ist das folgende wirklich nur ein kleiner Ausschnitt aus der Vielfalt, die ich in diesem Monat erleben durfte.

 

Reha“Auszeit“ im Nordschwarzwald  

 

In den letzten Wochen lebte ich wie unter einer Glasglocke. Raus aus meinem alltäglichen Hamsterrad, rein in einen täglich verordneten Reha-Plan: alles Anwendungen fürs körperliche wie auch seelische Wohl – so ist das, wenn man zu einer psychosomatischen Rehabilitation ist. Nun liegen knapp 7 Wochen Auszeit hinter mir und Anfang September – also am Ende dieser Woche – werde ich mit viel Dankbarkeit und neuer Klarheit meine Rückfahrt in die Großstadt Berlin, in meine mir vertraute gewohnte Welt, antreten.

Vor allem eines hat mich in den letzten Wochen im Austausch mit anderen überrascht: die eher verträumte Vorstellung davon, was zur-Reha-fahren bedeutet. Es ist definitiv kein KURLAUB. Und auch die Vorstellung, dass man nach der Reha mit vollen Akkus und gut ausgeruht wieder nach Hause fährt, hab ich hier noch bei keinem erlebt. Na klar, man hat hier Zeit zum Kraft tanken, auch die sportlichen Anwendungen tun sehr gut. Doch jede Woche ist straff durchgetaktet und man hätte ja auch keine Reha bewilligt bekommen, wenn es da nicht diese kleinen „Baustellen“ gäbe, aufgrund dessen man zur Reha geschickt wurde. Ob nun körperliche Schmerzen und Probleme, Burnout, Mobbing, depressive Verstimmungen, Trauer oder Verluste verschiedenster Art – hier trägt jeder sein ganz eigenes Päckchen mit sich und in der Zeit der Reha geht es vor allem darum, für diese Päckchen Lösungen und neue Handlungsstrategien für die Zeit im Alltag danach zu finden. Die meisten hier kommen daher um die Konfrontation mit ihrem Problem nicht drumherum. Bei manchem springt da auch schon mal die unterste Schatulle der Verdrängung auf. Das kostet Kraft, Mut und lässt manchmal so manche im Alltag gut geschützte Emotionen in Wallung kommen oder das eine oder andere Mal fließen Tränen. Doch hier ist Raum und Zeit dafür – das sehe ich als ein großes Geschenk. Deshalb bin ich für die 6 1/2 Wochen, die nun hinter mir liegen, sehr dankbar (auch wenn sie zwischenzeitlich auch sehr herausfordernd waren).

Doch das Eine nicht ohne das Andere – daher wie gut, dass es da neben diesen Herausforderungen in den letzten Wochen hier im Schwarzwald auch ganz viele schöne Dinge und Erlebnisse gab. An jedem Wochenende nahm ich mir zum Beispiel einen Tag frei, um auf Entdeckungsreise zu gehen. Ich wollte die Gegend kennenlernen und auch alte Freunde aus früheren Zeiten wiedersehen, die ich zum Teil über viele Jahre nicht gesehen hatte. Rückblickend kann ich sagen: es war ein praller Sommermonat neuer Erfahrungen. Und ich als Großstadtkind hab es auch in vollen Zügen genossen, dass der Wald hier im Tal gleich vor der Tür begann. Oft bin ich einfach mal in der Pause zum Waldbaden losmarschiert oder hab meine Runden im großartigen Kurpark gedreht. Das werde ich, wenn ich wieder zu Hause bin, sehr vermissen.

 

hier ist es ein bisschen wie im Märchenwald, wo die Gnome und Elfen Purzelbäume schlagen…

 

egal in welche Richtung ich losging – überall luden mich große alte Bäume zum Verweilen ein …

 

an ganz sonnigen Tagen war ein kurzer Gang durch die überall fließende Alb die beste Abkühlung …

 

Die Blog-Dekade – meine Sommer Challenge Nummer 1

 

Seitdem ich Mitglied in der Content-Society bin, bin ich motivierter denn je, Texte zu schreiben, doch vor allem auch: das Geschriebene zu veröffentlichen. Daher kam mir die Sommer Challenge: Die Blog Dekade 2021 – 10 Blogartikel in 10 Tagen – initiiert von Franzi Blickle und im Rahmen von The Content Society von Judith Peters umgesetzt, genau richtig.
Ein paar Tage vor dem Start der Challenge kam mir die Idee, die Blog-Dekade für die Reaktivierung meiner 4 Wort-Stories zu nutzen. Ich startete auf meinem Instagram-Account einen Aufruf: wer mir 4 Wörter schickt, dem schreibe ich eine Geschichte. Mein Plan ging auf. Zahlreiche 4-Wörter-Schenkungen trafen bei mir ein und ich schrieb jeden Tag eine kurze Geschichte. Jetzt bin ich wieder voll an diesem vor vielen Jahren von mir initiierten Format dran und freue mich weiterhin auf die Zusendung weiterer 4 Wörter für neue Geschichten. Also her damit … wer will seine Wörter in einer kurzen Geschichte lesen? Wie dieses Format entstanden ist und unter welchen Bedingungen die kurzen Geschichten entstehen, kannst du auf meiner Website nachlesen.
Am Ende des Monatsrückblickes findest du noch einmal alle Links zu den 10 neuen 4 Wort Stories der Blog-Dekade.

10 Blogartikel in 10 Tagen – es war eine Wucht zusammen mit den anderen aus The Content Society gemeinsam zu schreiben. Beim nächsten Mal bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei.

 

 

 

 

 

 

WoEnde 1: Bad Wildbad – Der Baumwipfelpfad und meine Höhenangst

 

Am ersten Augustwochenende habe ich mich spontan einer kleinen Wandergruppe von 4 Mitrehabilitanten angeschlossen und wir sind mit dem Bus nach Bad Wildbad gefahren. Auf dem Programm stand: Seilbahn, Baumwipfelpfad und Hängebrücke.
Wir hatten Glück mit dem Wetter und auch an der Seilbahn gab es keine lange Schlange. So ging es ruck zuck die 60 Meter steil hinauf auf das Plateau des Sommerbergs.

Von dort ging es weiter durch den Wald zum Eingang des Baumwipfelpfades. Schon lange wollte ich den in der Nähe von Berlin liegenden Baumwipfelpfad im Fläming besuchen. Nie hatte ich es bisher geschafft, daher war das nun die beste Gelegenheit, zu prüfen, wie es um meine alte Höhenangst bestellt war. Vor 15 Jahren hatte ich meine Höhenangst beim Besteigen der Harbour Bridge in Sydney besiegt, doch seitdem war ich nie wieder irgendwo hoch hinauf gestiegen. Von außen sah der Turm für mich nicht beängstigend aus, außerdem motivierten wir uns alle gegenseitig. Der Aufstieg begann und ich war erstaunt, wie ich die eingebauten Kletterelemente mutig durchlief. Erst auf den letzten beiden oberen Außenringen fing mich meine Angst wieder ein. Doch wir hielten alle zusammen und waren am Ende stolz und glücklich über die Besteigung.

Zum Schluss haben 3 von uns 5 noch einen oben drauf gesetzt: Wir sind durch die Röhre in der Mitte des Turmes wieder nach unten gesaust. Das war wie Rodelbahnfahrt im Dunkeln, wie Spaßbad ohne Wasser. Das kostete mich mehr Überwindung als der Aufstieg. Doch am Ende hab ich mich fast tot gelacht.

Die Hängebrücke haben wir nach diesem Abenteuer auf ein anderes Mal verschoben. So schlenderten wir alle 5 glücklich zur Seilbahn zurück und vor der Busfahrt gab es noch für alle ein dickes Eis. Die letzten Reste meiner Höhenangst hab ich auf dem Berg in der Röhre verloren … Das Überqueren einer Hängebrücke steht ab jetzt auf meiner Bucket-List.

 

zu zweit ist es immer einfacher, die Angst zu überwinden … siegessicher haben wir es beide geschafft …

 

na ganz so geheuer ist es mir dann doch nicht so ganz allein dort oben am Rand zu stehen …

 

zur Krönung gab es oben gleich noch eine nächste Überwindung: durch die dunkle Röhre hinab nach unten …

 

am Anfang hab ich noch kurz geschrien, doch dann hab ich mich so was von kaputt gelacht in der Röhre. Auch diese Mutprobe erfolgreich bestanden 😉

 

 

WoEnde 2: Freiburg – die Stadt meiner geheimen Träume 

 

Seit bald fast 20 Jahren träume ich davon, in diese Stadt zu ziehen. Schon einige Male war ich auf dem Sprung, hatte auch schon einmal meine Wohnung in Berlin gekündigt, doch dann kam es immer wieder anders. Meine Freunde lachten damals laut auf, als meine Tochter dann zum Studieren in diese Stadt zog. Nun fuhr ich nach 2 Jahren mal wieder dorthin, um mich mit meiner „Clan-Nichte“ Sophie zu treffen, die seit Jahren dort lebt.

Du fragst dich vielleicht: was ist denn eine „Clan-Nichte“?
Während meiner schamanischen Ausbildung gab es eine Zeremonie, bei der Teenager zur Unterstützung auf ihrem Weg ins Erwachsenen leben außerhalb ihrer Herkunftsfamilie einen Paten/eine Patin – dort Clan-Onkel oder Clan-Tante genannt – an die Seite bekommen, die sie dabei unterstützen, ihren ganz eigenen Weg zu finden. Denn jeder weiß, dass Teenager in diesem Alter nicht unbedingt auf Hinweise und Wünsche von Mama oder Papa erpicht sind. So kam Sophie damals nach einer solchen Zeremonie in mein Leben. Eigentlich ist die Clan-Tanten-„Verpflichtung“ mit Erreichen des 21. Lebensjahres des Teenagers abgeschlossen. Doch nicht für uns. Mittlerweile ist Sophie über 30 und wir freuen uns jedes Mal riesig, wenn wir uns wiedersehen. Für mich ist sie wie eine Zieh-Tochter.

 

den ganzen Tag strahlend blauer Himmel und über 30 Grad – echtes Kaiserwetter – genau so, wie es sich für ein schönes Wochenende im August gehört

 

Blick über die Dächer aus dem WG-Zimmer mitten in der Stadt … gleich links um die Ecke daneben steht der Freiburger Dom – ein traumhafter Ausblick …

 

auf dem Weg zum Shoppen in der Altstadt am Glückskrokodil vorbei … die Münzen blinzeln im Sonnenlicht

 

nach dem Shoppen – das neue Sommerseidenkleid hab ich im Laden gleich angelassen 😉 … mit großer Melone und Picknickdecke haben wir es uns danach an der Dreisam zum chillen und quatschen gemütlich gemacht …

 

das coole am Kleid ist seine Zweiseitigkeit – einmal in grün mit Blümchen und umgedreht angezogen in lila mit Borte (siehe Bild am Rückblickanfang oben) – Sophie sagte: das musst du unbedingt mitnehmen … da konnte ich einfach nicht widerstehen … obwohl ich schon genug Sachen im Kleiderschrank habe …

 

Nach diesem Tag bin ich ganz glücklich und zufrieden zurück ins kleine Tal meiner Reha-Klinik gefahren. Meine Sehnsucht ist mal wieder geweckt. Ich will schon lange aus Berlin weg, hab nur noch keinen Plan wohin … vielleicht wird es ja irgendwann doch noch einen (erfolgreichen!) Umzug nach Freiburg geben ????

 

 

WoEnde 3: Baden Baden – ein Annäherungsversuch 

 

Als die Zusage für meine Reha kam und ich die Adresse der zugewiesenen Klinik las, dachte ich im ersten Moment: das wird eine Herausforderung. Denn so nah war ich dem Ort Baden Baden seit über 10 Jahren nicht mehr gekommen. Es ist ein Ort mit einer besonderen Geschichte, der ich mich neu stellen wollte. Es war ein ganz spontaner Entschluss von einer Mitrehabilitandin und mir nach dem Mittagessen. Jetzt oder nie – auf nach Baden Baden. Am Bahnhof angekommen, begaben wir uns als erstes auf die Suche nach der Adresse von IHR, ich wollte einfach mal das Haus von weitem sehen, in dem SIE wohnt. Wir verliefen uns zuerst, fanden dann die richtige Straße, suchten nach der Hausnummer, schauten in fremde Gärten … und dann wollte der Zufall es, dass ich IHR vor die Füße falle. Ein erstes Wiedersehen, eine große Überraschung, doch auch mit Unsicherheit auf beiden Seiten in der Luft … so war das nicht geplant. Doch manchmal schreibt das Leben seine eigenen Pläne. Wir verabredeten uns … mehr will ich hier nicht verraten …

Danach kehrten wir zu zweit wieder in die Innenstadt zurück und flanierten durch die Straßen.

 

Bei der Ankunft in der Stadt am Bahnhof

 

auf dem Trödelmarkt wollte unbedingt noch ein Kleid mit … zur Erinnerung an meinen Besuch in dieser Stadt … es wollte einfach nicht mehr von meinem Körper weichen – bestimmt weil es rot war 😉

 

wir wanderten durch die Stadt, durch schmale Gässchen und entdeckten überall wundervolle kleine Dinge …

 

an Dostojewskis Haus vorbei …

 

im Kurpark quickten die Kinder vor Freude in den Wasserspielen …

 

beim Warten in der Eischlange stand dieser Franzose vor mir … wir kamen natürlich sofort ins Gespräch – seine Maske hat er dann doch selber behalten 😉

 

ein genussvolles Schlemmen in der Kurpromenade … schon das Beobachten der Flanierenden war ein wundervolles Erlebnis … Baden Baden eben … ein Ort, wo für manche Geld keine Rolle spielt …

 

… Kunst am Bau haben wir auch genossen …

 

auf dem Rückweg kamen wir auch am Narren-Brunnen vorbei …

und vor der Rückfahrt gab es noch leckeres vom Grill …

 

Auf der Rückfahrt mit dem Zug zurück nach Bad Herrenalb war ich ganz schön platt und überwältig von den vielen Eindrücken und Erlebnissen. Doch grundsätzlich hat mir Baden Baden gefallen. Vielleicht komme ich einmal wieder …

 

 

Haiku Woche – meine Sommer Challenge Nummer 2 

 

Meine zweite Sommer Challenge kam ganz überraschend zu mir. Ich las einen Post bei Instagram und es erinnerte mich sofort an die Zeit, wo ich täglich ein Elfchen oder 7-Zeilen-Gedicht schrieb. Die 5 vorgegebenen Bilder gefielen mir und ließen meinen kreativen Wörtersack zappeln. Schwuppdiwupp nahm ich mir jeden Tag in einer Pause zwischen den Anwendungen ein Bild vor und die Wörter fanden ganz leicht und spielerisch in ihre Silben-Haiku-Form.

 

 

 

Was sonst noch im August 2021 passierte

 

Bogenschießen – mein neues Hobby?

Erst hab ich nur von weitem, von meinem Balkon aus, zugeschaut. Doch irgendwann hat mich eine Mitrehabilitantin aus meiner Gruppe direkt gefragt: Willst du auch mal Bogenschießen? Bisher hatte ich nur einmal vor rund 15 Jahren Pfeil und Bogen in der Hand. Seitdem nie wieder. Ist ja in der Großstadt auch nicht unbedingt überall möglich.

An einem schönen lauen Abend baute sie wieder ihre Ausrüstung auf der Wiese vor unserer Klinik auf. „Ja, ich will es auch mal probieren.“ Sie erklärte mir geduldig Schritt für Schritt und dann ging es los. Wow! Es hat so viel Spaß gemacht. Wir haben es noch ein zweimal wiederholt, bis ihre Reha zu Ende war. Das ist definitiv etwas, was ich noch öfter erleben möchte.

 

Erstaunlich viel Zeit verbrachten wir auch mit dem Suchen der Pfeile, die wir unter die Grasnarbe geschossen hatten – es ist unglaublich, diese wiederzufinden. Sie sind wie vom Erdboden verschluckt.

 

Kleine und große Freuden im Klinik-Alltag

 

ein Überraschungspäckchen aus der Heimat – Danke liebe Alex !!!

 

wenn Sonne und Regen im Tal aufeinandertreffen – Ausblick vom Balkon …

 

immer wieder neue Bücher in der Büchertankstelle im Kurpark …

 

nach und nach haben die lieben Grüße aus der Heimat meinen Spiegel im Zimmer überdeckt. Jedes Mal wenn ich reinschaute, habe ich mich über jede Karte gefreut … Merci euch lieben Schreiber:innen

 

und Mitte August war dann endlich auch die Sauna im Neubau fertig … 2 x kam ich in den Genuss dieser tollen Entspannung

 

und zum Spaß habe ich 2 x kurz „Kunst von der Rolle“ vorgelesen … eine kleine Lesebühne im Kurpark … als kleine Vorübung falls ich doch mal aus meinem eigenen Buch vorlesen werde …

im Wald an der Falkenstein-Ruine gibt es mehrere Nester, in den die Wasserreiher brühten – immer wieder stehen sie im Tal an den Ufern der Alb oder morgens im Teich vor der Klinik … selten lassen sie sich gerne fotografieren … daher ist dieses Foto ein glücklicher Zufall …

 

auch Verabschiedungen standen Rehabilitanten standen immer wieder an … ein alkoholfreies Radler in der „Linie 1“ oder im „Kurhaus“ machte es uns das eine oder andere leichter – ein herzliches Danke an dieser Stelle noch einmal an all euch lieben Wegbegleiterinnen meiner letzten 6 1/2 Wochen hier – ohne euch wäre es nur halb so schön gewesen!

 

Hierüber habe ich im August 2021 gebloggt

 

• in der Rubrik: Daily Inspiration
Jeden Morgen ein schöner Gedanke für den Tag

• In der Rubrik: Was ist ???
Was ist eine … Baumzeremonie?

• In der Rubrik: Schritt für Schritt
Anleitung für die Grundform einer Baumzeremonie: Die Baumumarmung

• In der Rubrik: Monatsrückblick
12von12

• In der Rubrik: Satzzeichenfreie Zone
die Haiku-Sommerwochen-Callenge

• In der Rubrik: 4-Wort-Story
Blog-Dekade Tag 1 mit den Wörtern: Suppenschüssel, Magenknurren, Plasteblume und Lötkolben
Blog-Dekade Tag 2 mit den Wörtern: Schublade, Ordnung, Kategorie und Verletzung
Blog-Dekade Tag 3 mit den Wörtern: Sahnebonbon, Sonne, Lebensfreude und Aluhut
Blog-Dekade Tag 4 mit den Wörtern: Bibliothek, Hundeschnauze, vegan und Sellerie
Blog-Dekade Tag 5 mit den Wörtern: Gartenzwerg, Mondschein, Liebestrank und Sommerfest
Blog-Dekade Tag 6 mit den Wörtern: Katze, Gewitter, Musik und Wichtel
Blog-Dekade Tag 7 mit den Wörtern: Kettensäge, Friedhof, Gänseblümchen und Hofhund
Blog-Dekade Tag 8 mit den Wörtern: Freiheit, kunterbunt, Baumhaus und Sehnsucht
Blog-Dekade Tag 9 mit den Wörtern: Zauberei, Haarwurzelentzündung, Dauerbrenner und Stoppersocken
Blog-Dekade Tag 10 mit den Wörtern: Lavendel, Rose, Frosch und Höhle

Monatsrückblick Juli 2021: Vom „Rausch“ bis zur „Wunder“-Kiefer im Paradies

Monatsrückblick Juli 2021: Vom „Rausch“ bis zur „Wunder“-Kiefer im Paradies

Vom „Rausch“ bis zur „Wunder“-Kiefer im Paradies 

Manchmal kann ein Wechsel innerhalb eines Monats nicht krasser sein. Im ersten Teil des Monats ging es noch im zack zack zack Schritt durch den Tag und nun am Ende des Monats falle ich immer öfter in eine tiefe Entspannung, auch wenn diese bei mir nie mit kompletter Untätigkeit in Verbindung steht. Bei mir geht es oft viel mehr um meine innere Entspannung. Und bei dieser kam ich in diesem Monat immer mehr an. Ommmhhhh … einen Schritt nach dem anderen.

Die perfekte Blume

 

Das erste Mal wieder im Kino: „Der Rausch“

Mitte Juni erhielt ich per email einen Newsletter von meinem Lieblingsfreiluftkino mit der Überschrift: ab 1. Juli testfrei – wir freuen uns auf ihren Besuch! Sofort überflog ich das Programm und blieb bei der Ankündigung für den Film „Der Rausch“ hängen. Spontan kaufte ich online 2 Karten. Als Kino- und Filmbegeisterte lechzte ich schon lange nach der Möglichkeit meines ersten Kinobesuches in diesem Jahr.

 

Dann war es so weit. Samstagabend. Lauschiges Sommerwetter. Vor dem Kinoabend waren meine Freundin und ich zum herrlichen Genuss-Auftakt in einem meiner Lieblingsrestaurants tailändisch essen gewesen. Danach machten wir uns auf den Weg in den Volkspark Rehberg. Das Kino liegt dort ganz idyllisch von großen alten Bäumen umrandet, fast unsichtbar versteckt. Nach dem Ankommen reihten wir uns vor dem Eingang des Kinos in die Schlange der Wartenden. Das frühe Ankommen brachte uns Glück. Wir suchten nach dem Einlass ganz entspannt unsere markierten Plätze und versorgten uns ohne langes Schlange stehen mit Radler und süßem Popcorn. Die Plätze waren alle mit Isomatten-Sitzkissen markiert, jede zweite Reihe abmontiert. Was für ein Luxus: diese Beinfreiheit. Ein Vorteil der Corona-Hygiene-Schutzregeln.

Obwohl der Film „Der Rausch“ einen Oscar als bester ausländischer Spielfilm erhalten hat – und unbestritten: die Schauspieler spielen alle exzellent hervorragend ihre Rollen! – hat mich das Thema und die Umsetzung, vor allem am Ende, enttäuscht.

Der Film spielt in einer Kleinstadt. „Martin“ arbeitet als Lehrer an einer Oberschule. Doch er fühlt sich erschöpft und ausgebrannt, sein Unterricht ist langweilig, einige Schüler und Eltern wären froh, wenn er die Schule verlassen würde. Um aus seinem Tief herauszukommen, beschließt Martin, zusammen mit drei weiteren  Kollegen, mit denen er auch befreundet ist, ein Experiment zu starten. Nach der Promille-Theorie wollen sie ihren Alkoholpegel konstant hochhalten. Am Anfang zeigt das Experiment überwiegend positive Auswirkungen. Doch das Steigen des Alkoholpegels und des nicht mehr aussteigen Könnens bringt immer fatalere Folgen mit sich. Ich würde sagen: ein Film wie aus dem richtigen Leben. Der Umgang mit Alkohol wird jedoch schlussendlich als normal legitimiert. Da ist es wieder. Das Weggucken. Die Macht der Gewohnheit und des bequemen Weges siegen wieder einmal. Alles nicht so schlimm, Alkohol macht das Leben erträglicher und leichter. Ich kenn das Thema und die Folgen von Alkohol in Familien selbst zu gut aus meinen Kindertagen. „Brille“ aus dem Film hat mich daher sehr berührt, ist eben auch kein Einzelfall. Ich hätte mir sehr ein anderes Ende für diesen Film gewünscht.

 

Wer schreibt der bleibt … Rapid Blog Flow

Seit Ende Juni bin ich nun Mitglied in The Content Society. Ein für mich wichtiger Schritt, um mein Bloggen auf meiner Website weiter voranzutreiben. Mit anderen gemeinsam zu schreiben ist eine große Inspiration und motiviert mich, dranzubleiben. Judith Sympatexter, die diese Society 2019 ins Leben gerufen hat, hat sich für diesen Sommer tolle Aktionen ausgedacht. Die erste startete am 12. Juli 2021: Der Rapid Blog Flow. Das Ziel war, innerhalb einer Woche 8 verschiedene Artikel anzulegen und mindestens ein Blogartikel am 18. Juli 2021 auf seiner Website zu veröffentlichen. Schon die zwei vorab-Facebook-Talks zündeten bei mir den Flow. Am 12. ging es dann richtig los. Während eines Bäm! Bäm! Bäm! hintereinanderweg-Brainstormings habe ich all meinen Ideen freien Lauf gelassen und mir damit ein bunte Wissensblume möglicher Blogartikel kreiert. Dadurch wurde für mich sichtbarer, in welche Richtung sich mein Blog weiter entwickeln wird. Die ersten Artikel sind angelegt, schmoren jetzt im Inkubator bis sie das Licht der Welt erblicken. Ich will mich nicht unter Druck setzen, will mit meiner Content-Ängst und meinem Imposter Syndrom achtsam umgehen. Ich hab keine Eile, denn schon der berühmte Zeitmanagement-Experte Seiwert sagte: „Hast du es eilig, geh langsam.“  Alles zu seiner Zeit. Doch seid gewiss, die Inkubationszeit ist bald vorbei … 😉 und dann werden meine Ideen und Artikel auf meine Seite purzeln …

Doch ganz untätig war ich auch in diesem Monat nicht, denn neben meinem wöchentlichen Journal schreiben, habe ich unter anderem am 18. Juli meinen Rant-Artikel zum Thema: „Covid 19 – Worum geht es eigentlich?!“ auf meiner Webseite veröffentlicht.

 

Zeit zum Kraft tanken und heilen – Reha die 2. 

Auch wenn man es mir vielleicht im ersten Moment nicht ansieht, doch ich habe körperlich schon ein paar „Schüsse vor den Bug“ bekommen. Dank meiner bewussten Ernährungsumstellung und intensiver Sportprogramme halte ich mich ganz gut. Doch wie dankbar bin ich, dass ich dieses Jahr die Möglichkeit einer 2. Reha bekomme, um mich voll und ganz um Körper, Geist und Seele kümmern zu dürfen. Dieses Mal fiel die Wahl auf eine Klinik in Bad Herrenalb in Baden Württemberg, in einem Tal im Nordschwarzwald zwischen Karlsruhe und Baden Baden gelegen. Daher war ich in den ersten zwei Wochen im Juli auch sehr mit der Vorbereitung dieser Reise beschäftigt. Einerseits wollte ich noch viele vorausschauend vorbereitende Arbeiten im Büro erledigen, damit meine Kollegen so wenig wie möglich Zusatzaufwand während meiner Abwesenheit haben, andererseits wollten alle wichtigen Dinge bis 5 Tage vor der Abreise in den zwei Koffern verstaut worden sein. Wie froh war ich, als Hermes meine 2 Schwergewichte (oh je, jeder wog 28 kg) abgeholt hatte. Dieser Gepäcktransportservice der Rentenversicherung ist ein großer Segen.

 

Am 20. Juli war es dann so weit. Um 4 Uhr klingelte mein Wecker, um 5 Uhr zog ich mit meinem Handgepäck-Koffer zum Hauptbahnhof los. 700 km lagen vor mir. Um 12 kam ich in Karlsruhe an. Das war für mich ein bewegender Moment, war ich doch vor vielen Jahren fast 10 Jahre lang immer wieder zwischen Karlsruhe und Berlin hin- und hergependelt. Als erstes holte mich ein Erinnerungsflash beim Warten auf die S-Bahn am Bahnhof ein.
1 Stunde später stand ich dann endlich vor dem Klinikeingang. Ich war die letzte Patientenaufnahme des Tages, war schon von der Reise erschöpft, nun noch gleich zu Begin ein C-Test und die Aufnahmegespräche. Ich war froh, als ich endlich auf meinem Zimmer ankam. Meine zwei schwergewichtigen Koffer warteten auch schon auf mich. Da ich es nicht lange in einem schlicht neutralen Zimmer aushalte, packte ich sofort alle Koffer aus, verstaute sie im Oberdeck des Schrankes und hing meine mitgebrachten Tücher und Bilder auf. Ich brauche es immer ein bisschen bunt und heimelig, immerhin sollte ich hier 5-7 Wochen verbringen.

 

Die ersten 2 Wochen waren gefüllt von Vorträgen, ersten (Sport-)Gruppen und mich immer wieder neu Orientieren. Viele Male bin ich die langen Gänge hin und hergelaufen, weil ich mich in der Raumnummer geirrt oder den richtigen Gang für die richtige Raumnummer suchte. Nach ein paar Tagen wurde es besser, auch dank des super netten Personals und der hier schon länger verweilenden Rehabilitanden. Alle halfen mir immer wieder sehr herzlich auf die Sprünge. Meine eigene Zimmernummer kann ich mir gut merken. Als Eselsbrücke sage ich immer: ich wohne im „Siegertreppchen-Zimmer“.
Die Palette der möglichen Anwendungen ist hier groß. Manche finde ich super, bei manchen muss ich mich überwinden. Doch ich bin ja hier nicht auf dem Ponyhof im Urlaub, sondern zur Reha. Auf jeden Fall gehe ich jeden Morgen um 7 für 15 Minuten auf die Ruder-Maschine. Die viele Bewegung tut mir richtig gut und die Ärzte sind mit mir zufrieden. Und auch zur Kunst-Stunde laufe ich leichten Herzens.

 

Bad Herrenalb – eine grüne Oase im Nordschwarzwald

Der Ort ist wirklich ein Traum. Das Tal wird vom „schwarzen Wald“ umhüllt. Das kann schon auch ganz bedrückend wirken, vor allem für die, die auf der Rückseite der Klinik wohnen. Doch mein Zimmer liegt nach vorne heraus. Weiter Blick auf Spielplatz, Wasserfontäne und einer Wiese mit großen alten Bäumen. Und die Sommerzeit spielt mir voll gut in die Karten. Der weite Blick tut gut. Jeden Morgen hat mich bisher die Sonne und der Schrei eines Hahns geweckt.

 

Schon vor 25 Jahren hatte Bad Herrenalb einen sehr guten Ruf im Rehasektor. Hier fanden für damalige Verhältnisse zum Teil sehr außergewöhnliche Anwendungen statt. Die alte Klinik steht noch als Ruine im Ort. Danach zog die Klinik in ein altes Hotel direkt an der Durchgangsstraße. Seit Februar ist nun die neue Klinik eröffnet. Der Vergleich von alt und neu ist wie Tag und Nacht. Ich bin schon sehr froh, erst jetzt hier gelandet zu sein.

2017 fand in Bad Herrenalb die Internationale Gartenausstellung statt – die schönen Anlagen sind bis heute weiter gewachsen und laden einfach zum Verweilen ein. Überall stehen große alte Bäume, viele beeindruckende Mammutbäume, mannshohe Farne, schön angelegte Blumenwege, es summt und brummt überall, die Uferanlagen der Alb … wer hier im Zimmer hocken bleibt, hat selber Schuld, denn es plätschert und blüht hier an jeder Ecke im Ort.

      

 

Auch das alte Kloster der Zisterzienser ist ein Wohlfühlort. Neben Grabstätten gibt es dort vor allem einen unglaublichen Baum. Eine über 200 Jahre alte „Wunder“-Kiefer, die direkt auf dem Torbogen wächst. Sie hat ihre Wurzeln durch das Gemäuer tief in die Erde gegraben. Vor dem Portal der Klosterruine steht ein Schild: „Paradies“. Wenn ich hier durch den Kurpark laufe, fühle ich mich wirklich manchmal so. Was für ein Glück!

     

 

Ich hab im Park auch schon Freunde gefunden 😉 Ich kann an den kleinen lustigen Skulpturen meist nicht vorbeigehen, ohne ein bisschen mit ihnen Schabernack zu treiben.

                 

Wie schön, dass ich hier noch ein paar Wochen bin. Neben all diesen schönen Erlebnissen, gibt es hier natürlich auch Herausforderungen, sonst wäre ich ja nicht in einer Reha. Doch ich bin zuversichtlich, dass mir die Zeit hier auch bei diesen „Baustellen“ gut tun wird.

 

Was sonst noch im Juli 2021 passierte

 

mein zweiter Besuch im Pflegeheim bei meinem Papa

Nach meinem ersten Besuch im Juni ist bei mir nun das Eis gebrochen. So machte ich mich auch diesen Monat, dieses Mal alleine mit der Bahn, auf den Weg ins Pflegeheim nach Schwerin. Im ersten Moment erkannte mich mein Papa zwar nicht, doch es dauerte nur ein paar Minuten und dann stand ihm wieder die Freude über meinen Besuch im Gesicht. Dieses Mal blieb ich länger. Wir gingen wieder eine Runde spazieren, ich habe sein Handy wieder in Gang gebracht, seine Sachen sortiert. Leider hat am Wochenende das Café auf dem Gelände nicht auf, sonst hätten wir uns ein großes Vanille-Eis gegönnt. Es war wieder ein schöne Zeit.

Homöopathie-Workshop: Königskobra

Seit 5 Jahren gibt es bei mir einen unverrückbaren festen Termin im Monat: 1 x im Monat an einem Tag an einem Wochenende ist Homöopathie-Workshop-Zeit bei Werner. Dieses Mal war die Königskobra das Thema. Obwohl wir dieses Mittel schon im letzten Sommer ausführlich betrachtet hatten, war es nun schon wieder das Thema der Jahresgruppe, denn es ist ein Mittel, welches in diesen Corona-Zeiten sehr unterstützend und hilfreich ist. Für mich ist diese ganzheitliche Betrachtungsweise von aktuellen Themen der Zeit in Verbindung mit homöopathischen Mitteln jeden Monat wieder aufs Neue ein großer Wissensgewinn.

Artikel Werner Baumeister Königskobra

meine Über-mich-Seite überarbeitet

In den 8 Wochen von The Blog Bang stand auch das Schreiben einer über-mich-Seite auf dem Programm. Im Mai war ich dafür noch nicht bereit. Über mich selbst etwas zu schreiben, fällt mir nicht so leicht. Zu sehr stecke ich dann bei der Frage fest: wie ausführlich und/oder privat möchte ich mich zeigen? Doch dann entstanden all die schönen anderen über-mich-Seiten in der Schreib-Society und so wagte auch ich mich an dieses Thema. Und jetzt ist meine über-mich-Seite online. Sie wird sich weiter wandeln, da bin ich mir sicher, doch der erste Versuch gefällt mir schon. Das ist eine gute Übung für mich, den Perfektionisten in mir zu bändigen.

 

Hierüber habe ich im Juli 2021 gebloggt

• In der Rubrik: Monatsrückblick
12von12

• In der Rubrik: Was ist ???
Was ist … Räder-Wissen?

• In der Rubrik: Sicht weise(n)
Covid 19 – Worum geht es eigentlich?

• In der Rubrik: Umani exclusiv
30 Fun Facts – Was nicht jeder über mich weiß …

und weiterhin jeden Tag aufs Neue meine Daily Inspirations

 

Die Aussichten für August