Seit Tagen regnet es in Strömen. Wo kommt nur dieses viele Wasser her. Eine weise Frau hat mir einmal gesagt, dass, wenn die Menschen nicht genug weinen, dies die Natur übernimmt.
Armes Deutschland, hier weint wohl keiner mehr. Dabei hätten wir genug Gründe. Wahrscheinlich haben alle Angst vor einem Wasserschaden und behalten dafür lieber ihren Dachschaden. Wie auch immer, ich stehe zu meinem Geheule und lade alle immer wieder von Herzen gerne mit meinen „Heul doch“-Karten dazu ein. Am Ende des Regenbogens lacht die Sonne! Und der Regenbogen heißt ja nicht umsonst REGEN-Bogen. Lass uns mit unseren Tränen die Erde segnen. Jede Träne, die sich ihren Weg ans Tageslicht erobert und zu Boden fällt, nährt den Boden für wundervoll leuchtende Blumen. Also lass rollen Baby!
Was ist mir denn da schon wieder aus den Fingern geflutscht? Meine ich das wirklich ehrlich? Ich spüre in mich und sage leise Ja. Doch gleich im nächsten Moment ahne ich, dass ich mit diesem Aufruf bei meinem Chef wohl keine Lorbeeren ernten werde. In der Werbung wollen alle nur Lachen, Singen, glücklich sein. Lieber Tralala an der Oberfläche als Hingucken mit Tiefgang. Dabei würde dem einen oder anderen ein bisschen mehr Nachsinnen über ihre Unsinnigkeiten guttun.
Vielleicht würde der eine oder andere dann auch mal seinen Mund halten, wenn ihm bewusst wäre, wie viel Schwachsinn über seine Lippen rauscht, ungefiltert, brachial, hemmungslos. Ob es meine Kollegen schaffen würden, in der nächsten Mitarbeiterbesprechung mal 2 min einen Raum der Stille zu halten? Das wäre eine Herausforderung. Meist zeigen sich ja schon vor der Sitzung gockelhafte Ansätze, die dann in einzelnen Testosteronausbrüchen ihren Höhepunkt finden. Oft muss ich spätestens nach dem zweiten Anfall die Fenster öffnen, sonst wird der Feueralarm ausgelöst, bei so viel sturer Bockigkeit, wer denn der Beste sei.
Wie gut, dass ich in diesen Sitzungen nur das Protokoll schreiben muss und dass sie nur einmal in der Woche stattfinden. Öfter würde ich das auch gar nicht aushalten. Es ist schon erstaunlich, denn wenn ich mit ihnen einzeln unterwegs bin, sind sie doch sehr zuvorkommend und liebenswert. Ist das ein kollektives Herdenverhalten? Alleine geht’s, doch zusammen ist nichts möglich? Worüber ich mir schon wieder den Kopf zerbreche.
Dabei ist mein Schreibtisch voll mit unerledigtem Zeug. Die Gästeliste für die nächste Ausstellungseröffnung muss geschrieben werden, dazu auch gleich der Serienbrief mit den Einladungen. Und dann soll das ganze Projekt auch noch ins Netz. Damit tue ich mich immer noch schwer. Sie haben es mir zwar am ersten Tag gezeigt, doch das war zusammen mit 100 anderen Sachen. Wer soll sich das denn alles auf einmal merken? Ich habe zwar ganz fleißig alles in mein kleines Buch geschrieben, doch von Routine bin ich noch weit entfernt.
Vollüberflutung. Kein Wunder, dass ich nichts mehr essen kann und andererseits ständig aufs Klo muss. Und nicht zu reden von meinem Freund, dem Zweifler, der mir immer wieder zusetzt, wenn ich es gerade gar nicht brauche. Hey, jetzt reiß dich aber mal am Riemen. Wie hatte Gina es in der letzten Yogastunde beschrieben?: „In dieser Haltung könnt ihr so ganz langsam tief einatmen, dass ihr in euch das friedliche Gurren einer Taube hört.“ Ich setze mich aufrecht hin, stelle beide Beine auf den Boden, ziehe den Beckenboden an, Bauchnabel rein und lege die linke Hand flach auf meine Stirn und drücke mit der rechten mein linkes Ohrläppchen. So halte ich inne.
Auf einmal wird es still im Raum. Alle schauen mich an. Mist. Schade, hätte ja klappen können. Ich merke wie ich rot anlaufe, meine Hände schweißnass werden und ich mich am liebsten unter den Tisch verstecken würde. Ich bin neu hier. Das hat wohl vor mir noch keine gemacht. Na ja ich denke bei mir: ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Warum mache ich mir eigentlich immer noch so viel Gedanken, was die anderen von mir denken. Stopp. Ab jetzt ist es mir einfach egal. Basta. Ich will leben. Also LIEBEN. Ab jetzt für immer.
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Ursprung des Räder-Wissens
Das Räder-Wissen ist eine Form der Wissenssammlung und -erforschung, bei der die Dinge nicht nur linear, sondern alle miteinander verbunden im Kreis betrachtet werden. Diese alte Wissensform des Medizinrades wird seit Urzeiten von den indigenen Völkern angewandt. In meiner schamanischen Ausbildung habe ich dieses Räder-Wissen kennengelernt. Eigentlich müsste es „Wissen auf Rädern“ heißen, weil es das besser trifft. Doch dieser Begriff ist mir einerseits zu lang und andererseits zu missverständlich. Zu oft wurde ich schon gefragt: „ach ist das so etwas wie „Essen auf Rädern“? Nein definitiv nicht. Daher spreche ich lieber vom Räder-Wissen.
Die Grundlage dieses alten Räder-Wissen bildet das über Jahrtausende gesammelte Wissen der indigenen Völkern. Es beruht auf dem Respekt und der Achtung aller 4 Welten auf diesem Planeten Erde, in der Reihenfolge, wie sie zeitlich entstanden sind:
- 1. Welt: die Steinwelt
- 2. Welt: die Pflanzenwelt
- 3. Welt: die Tierwelt
- 4. Welt: die Menschenwelt
Bis heute wird dieses Räder-Wissen in vielen indigenen Völkern weiter gesammelt und angewendet. Viele dieser Völker leben bis heute oft noch in rituellen Strukturen, die auf einer großen Verbundenheit mit den anderen 3 Welten dieser Erde beruhen.
Es heißt, wenn alle 4 Welten miteinander in angemessener Balance und in Einklang mit dem heiligen Gesetz des Gebens und Nehmens leben, erhöht sich die Chance, dass die Welt in ihrer derzeitigen Form überleben wird. Derzeit kreist das „Rad des Lebens“ jedoch sehr eiernd umher, denn in den letzten Jahrhunderten ist die Balance zwischen den 4 Welten in eine brisante Schieflage geraten. Viele der hochindustrialisierten Gesellschaften, die mittlerweile weit entfernt von der Natur leben, haben dazu beigetragen.
Das 4er-Grundrad
Beim Räder-Wissen werden alle Wissensgebiete auf einen Kreis bzw. auf ein visualisiertes Rad gelegt. Das 4er-Grundrad gilt bei dieser Form des Wissens als Grundform. So wie die meisten es von den vier Himmelsrichtungen, Norden, Süden, Westen, Osten, her kennen. Wobei bei diesem Grundrad oftmals auch die Mitte mit etwas mitzählt, somit entsteht dann 5er-Rad. In der Mitte des Kreises oder des Rades befindet sich das Thema oder die Leere, aus der alles Neue entstehen kann. Jede Richtung auf dem Rad steht für einen bestimmten Bereich, ein Thema, für eine bestimmte Qualität oder Energieform. Es ist ein bisschen wie bei dem in unseren Kreisen bekannten Kompass-System.
Beispiele für 4er-Grundräder
- das Rad der Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter
- das Rad der Elemente: Wasser, Erde, Luft, Feuer
- das Rad des Tageszyklus: Sonnenaufgang, Mittag, Sonnenuntergang, Mitternacht
- das Rad der Grundfarben: rot, schwarz, weiß, gelb.

Besonderheiten von Räder-Wissen
- Besonderheit:
Jedes einzelne Rad kann auf eins oder mehrere übereinandergelegt werden.
- Besonderheit:
Jedes Rad kann beliebig oft in beide Richtungen gedreht werden.
- Besonderheit:
Jeder Aspekt auf einem Rad besitzt immer die gleiche Wertigkeit, egal wie groß oder klein der Aspekt ist.
- Besonderheit:
Alle Ebenen aller Kreise stehen immer in Verbindung.
- Besonderheit:
Es wird im Kreis und nicht linear gedacht.
- Besonderheit:
Alle Aspekte müssen aufeinander abgestimmt und in Balance stehen, damit das Rad nicht eiert, sondern ruhig zentriert, wie ein Kreisel, sich im Kreis dreht.
- Besonderheit:
Die Verbindung der Verstandes- mit der intuitiven Herzens- und instinktiven Bauchebene, in Form einer Dreieinigkeit, ist dabei notwendig.
Man kann somit alle Räder einzeln oder unterschiedliche zusammen betrachten, sie direkt aufeinanderlegen oder auch Rad für Rad in ihren Himmelsrichtungen drehen. Dadurch entstehen immer wieder neue Konstellationen, neue Blickwinkel und Sichtweisen aufs Leben, auf Themen, auf Möglichkeiten zum Handeln.
8er- und 12-Räder
Zusätzlich zu diesen Grundrädern gibt es viele weitere Wissensgebiete, die in diesem Format vorliegen. Diese sind weitaus komplexer als die 4er-Räder, bieten jedoch ein reiches Potential an Sichtweisen und Möglichkeiten des anders Verstehens bis ins Unendliche. Mit diesen Rädern ist ein reines Verstehen auf der logischen Verstandesebene meist nicht mehr möglich. Spätestens hier zeigt die 7. Besonderheit von Räderwissen. Diese Trinität von Verstand, Intuition und Instinkt findet sich auch in anderen Bereichen unseres Lebens ganz selbstverständlich wieder, wie zum Beispiel bei der Begrifflichkeit von Körper, Geist und Seele.
So gibt es zum Beispiel in diesem komplexen Gebilde das Rad der Beziehungen, das Rad der Träume, das Rad der Elternschaft, das Rad der Religionen, das Rad der großen Kräfte, das Rad der Tiere, das Rad der Pflanzen, das Rad der Fehler, das Rad der magischen und heiligen Gesetze. Jeder Mensch hat ebenso ein Rad seiner Krafttiere und auch für die Mondzyklen oder zur Entwicklungen der eigenen Persönlichkeit gibt es eigene Räder. Ein großes Feld ist auch der Bereich des Heilens und der Krankheitslehre. All dieses Wissen zusammen ergibt einen unendlichen Fundus an Möglichkeiten.
Wozu ist dieses Räder-Wissen nützlich?
Am Anfang scheint dieses Denken vielleicht erst einmal umständlich und verwirrend, weil wir es nicht gewohnt sind, für ein und dieselbe Sache so viele verschiedene Möglichkeiten von Sichtweisen zur Verfügung stehen zu haben. Unser Schulsystem ist bisher immer noch sehr auf die lineare Wissensvermittlung fokussiert. Unsere kollektiven Denkmuster sind davon geprägt. Es ist das übliche erlernte Denkmodell, womit unser Leben bisher auch sehr gut funktioniert.
Jedoch stehen wir uns mit diesem Denkmodell manchmal auch selbst im Weg. Es entstehen durch lineare Denkmuster zum Beispiel die Vorstellung: „nur so ist es richtig und ein anderer Lösungsweg wäre falsch“. Auch das miteinander Vergleichen oder gegeneinander immer in Wettstreit treten, ist dabei nicht immer förderlich. Mit dem Räder-Wissen ergeben sich, das es ein freies kreatives Denken auf allen Bewusstseinsebenen zur Grundlage hat, ganz viele neue unbekannte Perspektiven. Das ist zu Beginn zwar ungewohnt und es braucht ein bisschen Zeit und Übung, wie bei allem, was man nicht von Kindesbeinen an gelernt hat, doch es lohnt sich, die eigene Denkstruktur zu erweitern, da auf jedem Rad alles mit allem in Verbindung steht. Neben unserem brillant ausgebildeten Verstand dürfen hier auch unser Herz und unser Instinkt bei der Wissensfindung gleich berechtig am Finden von Lösungen beteiligt sein.
Mit diesem Wissens-System lernen wir im wahrsten Sinn des Wortes wieder im Kreis zu denken. Ist deshalb unser Kopf rund? Mit diesem Wissen können wir unsere Denkspirale erweitern, hin zu einem balancierten Umgang mit den 3 anderen Welten: der Stein-, der Pflanzen- und Tierwelt.
Die Ältesten der indigenen Völker sagen schon seit vielen vielen Jahren:
» Die 3 anderen Welten brauchen uns nicht zum Überleben auf Großmutter Erde, doch wir, die Menschen, brauchen sie dringend, daher sollten wir sie achten und ehren. «
Ich möchte hier noch einmal betonen, dass das Räder-Wissen nicht in Konkurrenz zur linear kausalbedingten Forschung steht. Beide sind gleichwertig und wichtig und haben wie alle anderen Formen des Forschens und Denkens ihren festen Platz auf dem Rad des Wissens, ganz gleichberechtig nebeneinander. Die Besonderheit beim Räder-Wissen ist eben nur, dass das Verstehen und Handeln nicht mehr nur auf der rein logischen, wissenschaftlich nachmessbaren Ebene stattfindet, sondern dass die ebenso wirksame intuitive und instinktive Ebene dabei eine gleichwertige Rolle spielen darf. In manchen Fällen oder Problemstellungen ist diese Sichtweise von Vorteil und hilfreich.
Fazit
Für mich, die ich nunmehr seit über 20 Jahren mit diesem Räder-Wissen unterwegs bin, gibt es kaum ein anderes Denken, um sinnstiftende und effektive Lösungen für das (Über-)Leben auf unserer Erde zu finden. Es ist mir mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen und ich überrasche meine Umgebung immer wieder mit meinen zum Teil ungewöhnlichen Denkanstößen.
Für mich funktioniert das Leben hier auf diesem Planeten nur noch im geistigen Sinne des Miteinanders, für welches ich seit Jahren eintrete. Entweder alle oder keiner. Meinen Fokus lege ich dabei meist darauf, auf das große Ganze zu schauen. Denn wenn nur ein Aspekt auf dem Rad außer Acht gelassen wird, fliegt uns schlimmstenfalls nicht nur ein Rad, sondern irgendwann die ganze Welt um die Ohren. Mit dem hochentwickelten und in seiner Blüte stehenden Gesellschaftssystem der westlichen Welt, in dem Macht, Geld und Gier zu den höchsten Werten und schneller, besser, höher zu den wichtigsten Triebmitteln zählen, haben wir es in der Forschung und in unserem Wohlfühl-Luxus zwar sehr weit gebracht. Den meisten Menschen geht es hier in Westeuropa, im Gegensatz zu anderen Regionen auf dieser Welt, richtig gut. Doch ich frage mich seit längerem und habe große Bedenken, wie lange sich die Erde und die anderen Welten es sich von uns noch gefallen lassen. Das Klima spielt verrückt, Viren mit all ihren Mutationen ploppen in rasanter Schnelligkeit auf, wir versuchen es auf unsere alte Art des Denkens zu bewältigen, unsere klugen Kontrollsysteme sind am Anschlag. Ich denke immer öfter: in Zeiten wie diesen braucht es neue Denkrichtungen.
Ab jetzt werde ich in diesem Blog mein erworbenes Räder-Wissen Stück für Stück weiterreichen, um meinen Teil in die Findung von win-win-Lösungen für alle Welten zu geben. Als Anregung und Erweiterung, da mir in unseren Breitengrade das lineare Wissen als einzig richtiger Weg zu sehr in den Himmel gelobt wird. Die Folgen dieses Denkens und Handelns sind in den heutigen Zeiten spürbar. Als Pionierin und Imagemaker, die gerne auch mal gegen den Strom des Mainstreams schwimmt, möchte ich einen Beitrag dazu leisten, dass sich der „Tellerrad“ des Denkens in unserer Gesellschaft erweitert und wir alle zusammen neue Wege finden und gehen, um auch den nächsten 7 Generationen das Leben auf diesem Planeten zu ermöglichen. Das Räder-Wissen kann hierbei viele neue Optionen zum Denken und Handeln bringen und fördert die Kreativität und Flexibilität anders mit Umständen im Außen oder im Inneren umzugehen.
Mich freut es sehr, dass mittlerweile immer mehr Projekte oder Werke wie Waldbaden oder die Sprache der Bäume in Buch und Film auf ein immer größeres Publikum und dort auf offene Ohren treffen und großen Anklang finden. Als Berliner Großstadtkind hat mir das Räder-Wissen und die damit einhergehende Rückbesinnung zur Natur sehr geholfen und ich habe viel von den Steinen, Pflanzen und Tieren gelernt.
Monatsrückblick Juni 2021: ein Treffen nach dem anderen
Ich wünsche mir oft, ich hätte statt 24 gerne die doppelte Stundenanzahl pro Tag zur Verfügung. So ging es mir auch in diesem Monat einmal wieder. Ich habe einfach zu viele Ideen, die noch auf ihre Umsetzung warten … doch eines weiß ich: ohne Schreiben und kreativem Gestalten geht in meinem Leben gar nichts.
Währenddessen blühe ich auf, finde meinen Ausdruck, das ist zu meiner Form des mich Zeigens geworden. Daneben gibt es noch meine Familienbaustelle und meine Arbeit, die auch ihren Raum zu Recht beanspruchen und nicht zu kurz kommen wollen. Es ist ein täglicher Balanceakt, der mir mit der Hitze als zusätzliche körperliche Herausforderung in diesem Monat manches Mal ein spontanes kreatives Umdenken abverlangte. Doch wer nicht wagt, der auch nicht gewinnt.
Wenn alte Wunden heilen
Vor 10 Jahren habe ich einen damals mutigen Schritt gewagt: ich habe meine innere ‚Reißleine‘ gezogen und den Kontakt zu meinem Vater abgebrochen. Nicht weil ich ihn nicht mag, sondern weil ich mit ihm in einem toxischen Beziehungsgeflecht verstrickt war. Ich bin gegangen, um mich zu schützen, um aus einer ungesunden Ursprungs-Dauermissbrauchsschleife auszusteigen.
Seitdem hat sich in meinem Familiensystem viel getan, ich habe mir damals therapeutische Hilfe geholt, um diese Verstrickung zu verstehen und zu lösen, habe viel Zeit in die Aufarbeitung früherer Familiengeheimnisse investiert, denn ich wollte vor allem meinen Frieden mit all dem Vergangenen finden.
Seit rund einem Jahr lebt mein Vater nun nicht mehr bei mir um die Ecke. Nach einem Oberschenkelhalsbruch holte meine Schwester ihn zu sich in ihre Nähe. Seitdem lebt er in Schwerin in einem Pflegeheim. Dafür, dass sie damals die Pflege von ihm von mir übernommen hat, bin ich ihr bis heute sehr dankbar. Das hat mich sehr entlastet, auch wenn sie bis heute einen großen Groll gegen mich hegt, denn sie wollte meine Entscheidung nie verstehen.
Schon länger wuchs in mir das Bedürfnis, meinen Vater noch einmal zu sehen. Nachdem Anfang diesen Jahres mein Stiefvater gestorben war, drängelt sich dieser Wunsch immer mehr nach vorne. Doch auch meine Angst wuchs mit diesem Wunsch: Wird er mich überhaupt noch erkennen? Bekommt er wieder einen seiner berühmten Wutanfälle? Will er mich nach so langer Zeit überhaupt noch sehen? In meinem Kopf kreisten wilde Szenarien dieser ersten Wiederbegegnung. Dann ging auf einmal alles ganz schnell. Eine Freundin rief an, ob ich übermorgen mit ihr nach Schwerin fahren würde. Ich sagte spontan JA. So machten wir uns am sonnigen 5. Juni auf den Weg nach Schwerin. Wir kamen genau zur Mittagsruhe im Pflegeheim an. Mystische Stille, alles leer. Wir fanden eine Schwester, die nach ihm sah und dann war es so weit: ich stand in der Eingangshalle und sie kam mit meinem Vater um die Ecke.
Er hielt sich an seinem Rollator fest, schlich langsam vorwärts, hatte keine Ahnung, wer ihn denn besuchen würde. Dann blieb er stehen und hielt inne. „Ach meene Kleene, dit is ja eene Überraschung. Wo kommst du denn auf einmal her?“ Er konnte es kaum glauben, seine Augen fingen an zu leuchten. Mir steckte ein Kloß im Hals, mein Herz raste, meine Knie zitterten. Da stand er, mein Papa, alt und zerbrechlich und sich wie ein kleines Kind freuend. Vergessen waren all die früheren Zeiten. Wir gingen eine Runde spazieren, danach wollte er mich überall vorstellen, wollte stolz jedem seine ‚kleene Tochter‘ zeigen. Ich blieb eine Stunde. Das war für alle für den Anfang genug. Ein zerrissenes Band wurde zu einer neuen Freudeschleife. Und eines war mir klar: das war nur ein Anfang und nicht mein letzter Besuch bei ihm.

Heute verstehe ich vieles besser, habe ihm seit langem schon vergeben. Das war notwendig und es hat wirklich lange gedauert. Doch manchmal dauert es eben länger, bis es reif ist. Meine wichtigste Erkenntnis aus diesen 10 Jahren: Wir werden alle in ein bestimmtes Familiensystem geboren, erleben dort manchmal nicht nur Schönes, doch jeder gibt immer sein Bestes (auch wenn es sich in manchen Momenten erst einmal nicht so anfühlt).
Als Kind hat man keine Wahl, doch irgendwann trägt man als Erwachsener die VerANTWORTung zu überprüfen, was von all dem Ganzen das ganz Eigene ist, um seinen eigenen Weg zu finden und zu gehen. Bei mir war es ein intensives „sich von altem Dunklen freischwimmen“. Doch es hat sich für mich gelohnt, diesen (nicht immer leichten) Weg zu gehen. Heute habe ich meinen inneren Frieden mit allem und gehe meinen selbst gewählten Weg.

Mein neues Buch und ein Schreib-Buddy-Treffen im Kassel
Seit Oktober letzten Jahres schreibe ich an einem Ratgeber-Buch: Einen Leitfaden für junge Menschen zum Orientieren, wenn sie das Elternhaus verlassen. Dieses Buch enthält Tipps und Tricks, um den Start auf den eigenen Füßen erfolgreich zu meistern. Das Buch befindet sich gerade noch im letzten Redaktionsmodus, soll spätestens im September erscheinen.

Auslöser für dieses Buch war der RatgeberHero-Kurs bei Yvonne Kraus, aus dem eine kleine Schreib-Buddy-Gruppe entstand. Nach all den Monaten mit wöchentlichen zoom-Kachel-Treffen wollte ich endlich einen meiner Co-Buddy, Doris Goede, in ihrem Haus in Kassel besuchen fahren. Das Ziel war, uns gegenseitig zu inspirieren, bei technischen Fragen zu helfen und zu schreiben.
Da ich noch nie in Kassel war, obwohl mir jede neue Documenta einen Lockruf gesandt hatte, fuhr ich endlich los. Ich liebe es Zug zu fahren, denn es ist einer meiner Lieblingsschreiborte. Im Zug fließt meine kreative Quelle wie von selbst.
In Kassel nahm mich Doris freudestrahlend am Bahnhof in Empfang und wir führen erst einmal in ihr Haus. Sie hatte mir dort einen wundervollen Raum nur für mich kreiert. Trotz hoher Temperaturen machten wir uns auf den Weg und sie zeigte mir die schönen Grünanlagen der Documenta-Stadt und den Botanischen Garten. Doris ist eine wahre Wissensquelle, wenn es um die Kunst und Architektur von Kassel geht. Neben dem Spazieren und Fotografieren erzählten wir uns viel über unsere Lebenserfahrungen, experimentierten in Canva herum, motivierten uns zum Schreiben und aßen die ganzen Tage über immer wieder Wassermelone, Wassermelone, Wassermelone. Am Sonntag fuhr ich mit ganz vielen Impressionen im Gepäck wieder mit den Zug nach Hause. So ein Wochenende werden wir auf jeden Fall wiederholen.

die Documenta-Architektur der verspiegelten Scheiben lud zum Fotografieren und zum Staunen ein

die kostenfreie Bring-und-nimm-Bibliothek im Botanischen Garten ließ mein Buchhändler-Herz höher schlagen – 1 Buch finde ich bei solchen Gelegenheit immer, was mit nach Hause darf 😉


in Kassel gab es aber nicht nur Wassermelonen 🙂 , sondern auch andere schöne Leckereien zum Essen

einmal im Leben auf dem ICH-Podest – gibt es nur in Kassel und Frankfurt
Nach 1 Jahr nur online das erste Treffen vom Journal-Schreibkurs
Seit über einem Jahr schreibe ich mit 6 anderen Menschen online in einem Journal-Schreibkurs. Jede Montag gibt es einen Schreibimpuls, meist ein Zitat, max. 7000 Wörter dürfen es werden und am Ende der Woche stellen wir unsere Texte in ein geschütztes Forum und geben uns wohlwollend wertschätzendes Feedback.
Nun nach einem Jahr hatten wir beschlossen, dass wir uns einmal kennenlernen wollen, denn bisher kannten wir nur unsere Vornamen und unsere Texte, jedoch nicht persönlich.
Das war ein interessantes Experiment. Es war ein bisschen, wie wenn man ein gutes Buch gelesen hat, in seinem Kopf sich die ganz eigenen Fantasien zu den Protagonisten gebildet hatten – und nun wird dieses liebgewonnene Buch verfilmt und man geht ins Kino und sieht die Umsetzung in der Realität.
Somit lag eine gewisse Spannung in der Luft als wir nach und nach im Garten einer Mitschreiberin ankamen. Ein kurzzeitiges Fremdeln, dass jedoch schnell einer herzlichen Stimmung wich.
Da ich es nicht lassen kann (weil ich einfach grundsätzlich eine Geschenkefrau bin) hatte ich mir eine kreative Ehrung für unser gemeinsames Schreibjahr in Corona-Zeiten ausgedacht und ein gebundenes Buch mit all den gesammelten Schreibimpulsen drucken lassen, mit einem schönen Cover und einem persönlichen Lesezeichen für jeden. Diese Überraschung löste bei allen eine große Freude aus. So genossen wir alle den gemeinsamen Nachmittag, labten uns genüsslich an den von uns mitgebrachten Leckereien und waren in den persönlichen Gesprächen manchmal noch überrascht, wenn das in der Fantasie gesponnene Bild vom realen Erleben der Person überschrieben wurde. Auf jeden Fall schreiben einige von uns gemeinsam weiter … und vielleicht kommen in der Zukunft auch noch weitere neue Journal-Schreibende dazu.

Was sonst noch im Juni 2021 passierte
• Weiterbildung: Motivational Interviewing* Modul 3
Auch das letzte Modul meiner Weiterbildung in Motivational Interviewing bei der GK-Quest fand wieder im Remote-Modus statt. Doch ich bin sehr froh, nun den Abschluss als MI-Expertin in der Tasche zu haben. Diese Gesprächstechnik ist eine großartige Bereicherung für jede Form von Miteinander, begleitendes Coaching und Beratung.
(*Motivierende Gesprächsführung in der (Sucht-)Beratung)
• Pilates forever fit – jede Woche 2-3 Stunden
Es ist schon krass, wieviel Freude regelmäßiges Training im Leben generiert, wenn es erst einmal zu einer festen liebgewordenen Gewohnheit geworden ist.
• meine Anmeldung bei The Content Society
Nach 8 Wochen Blog-Schnuppern in The Blog Bang, stehe ich zwar immer noch am Anfang, doch da ich mir das Schreiben aus meinem Leben nicht mehr wegdenken kann, war mir klar, es muss irgendwie weitergehen, und zwar gemeinsam mit anderen: daher kam dieses Jahresangebot wie gerufen. Ich werde in den nächsten Wochen meine Content-Ängst und mein Imposter Syndrom Stück für Stück weiter ablegen, denn ich kann nur gewinnen. Ganz nach Sympatexter-Judiths Leitspruch: BLOG LIKE NOBODY’S READING werde ich dranbleiben und immer mehr ins Tun kommen.


ich liebe es, die Natur zu fotografieren und besondere Momente festzuhalten – zum Beispiel über Kopf zu fotografieren – dann beginnen Seerosen zu fliegen – eine perfekte optische Täuschung Tipp: einfach mal auf den Kopf stellen oder im Handstand anschauen 😉

jeden Monat gehe ich zum Gesangsunterricht und singe dort voll Freude in den höchsten Tönen – ein wahrer Immunbooster in diesen Zeiten, mit gute-Laune-Garantie!
Hierüber habe ich im Juni 2021 gebloggt
• 12von12
• In der Rubrik: Satzzeichenfreie Zone
samstagabendausflug
• Täglich: Daily Inspirations
samstagabendausflug 19062021
sich im grünen fotografieren wollen
hitzige füsse wandeln über gesprengte wiesen
blitzbaumstammloch lockt als hintergrund
blätter abendlicht spiegelnd wie wild goldener regen
pollen flirren in der weite möglicher elfentanz
elvis klingt im botanischen garten
erster freilufttheaterabend
mit echten zuschauern
lautstarkes froschquaken im teich nebenan
balzspektakel spezial
zwei frösche werben um die fröschin
baumspiegelung im teich
mit in den himmel schwebenden teichrosen
handstandbild
surreales illusionsprodukt
hundewelpenshooting im rosenbeet
aufheulendes herrchen frauchen domptiert
allseits blütenfülle spendende fotokulissen
fette ausbeute barfuß müde nach hause trabend
priggelnde roseschorle zum ausklang
Als ich müde nach Hause komme und den Briefkasten öffne, liegt er drin, der Brief, auf den ich schon seit Tagen gewartet hatte. Absender: Dance Academy Brüssel. Ich halte kurz inne, überlege, soll ich ihn gleich öffnen oder lieber erst nach oben gehen, mir einen Café machen und ihn dann ganz entspannt auf dem Sofa sitzend öffnen? Ich entscheide mich für das zweite. Zu groß ist meine Angst vor dem Inhalt.
Seit ich mit 7 nach dieser blöden Aufnahmeprüfung meinen Traum vom Ballett aufgegeben hatte, habe ich nie mehr auch nur darüber nachgedacht, dass ich das Tanzen zu meinem Beruf machen könnte. Zu tief waren die Wunde und der Schmerz von damals. Doch dann kam Suse Anfang des Jahres mit dieser Ausschreibung. Ich tanzte mit ihr seit ein paar Jahre in meiner Freizeit, manchmal 5 Rhythmen, manchmal einfach nur wild darauf los, wo immer sich die Gelegenheit ergab. Zusammen mit ihr entdeckte ich das Tanzen wieder. In dieser Zeit wurde mir immer mehr klar, wie lebensnotwendig es für mich ist, wie es mich aus meinen tiefen Tälern der Traurigkeit rettete. Wenn ich tanze, dann bin ich eins mit mir, in meiner Mitte, das ist meine Energiesteckdose.
Ich mache es mir auf meinem Sofa gemütlich. Wie sehr ich meine Wohnung liebe, all die schönen Gegenstände, die ich über die Jahre auf meinen Reisen gesammelt habe, vieles aus der Natur, manche ganz eigenwillig, individuelle Einzelstücke. So wie ich. Sie sind mir sehr vertraut, zaubern eine ganz besondere Farbharmonie, die mich immer wieder inspiriert. Vorsichtig öffne ich den Brief und ziehe das Stück Papier heraus. „Hiermit teilen wir Ihnen mit, dass uns Ihre Bewerbung mit ihrem Video sehr gut gefallen hat und wir Ihnen einen Platz in unserem nächsten Ausbildungszyklus zur Tanztherapeutin anbieten. Wir bitten Sie, uns zeitnah mitzuteilen, ob Sie diesen Platz annehmen wollen. Wir freuen uns auf Sie. Mit freundlichen Grüßen. Leslie Sharon. Leiterin der MasterClass“
Ich kann es kaum fassen, greife zum Telefon, muss sofort Suse anrufen. Sie hat mir so sehr geholfen, hat mich immer wieder getriezt dranzubleiben, wenn ich aufgeben wollte, meine Schichten im Café übernommen, damit ich weiter für das Video proben konnte, hat mir gekühlte Kamillen-Teebeutel auf meine wunden Fußzehen gelegt, hat auch noch an mich geglaubt, wenn ich schon wieder zu viel zweifelte. Ohne sie gäbe es diese Bewerbung, dieses Video, diesen Brief gar nicht. Ich wähle ihre Nummer. „Suse, hast du Zeit? Kannst du vorbeikommen? Ich muss dir etwas ganz Wichtiges zeigen. Ja, bis gleich.“ Als ich auflege, kommen mir Zweifel. Und wenn sie sich nicht mit mir freuen kann? Hatte sie nicht auch gesagt, wie gerne sie sich beworben hätte und sich nur nicht trauen würde? Nicht dass jetzt Neid und Konkurrenz unsere Beziehung zerstört. Noch habe ich die Wahl, ob ich zusage. Ich hoffe, dass sie bald vorbeikommt. Sie klang so anders.
Im Treppenhaus höre ich schon von oben lautes Lachen und Krakeelen. Ein Korken knallt und Papier raschelt. Als ich vorsichtig um die Ecke schaue, kommen sie gerade alle die Treppe hoch. Suse lacht strahlend, Peter, Olli, Sandra, ich kann sie gar nicht alle aufzählen. Auf einem Pappschild lese ich „wer nicht vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke“ – mein altes Motto.
Suse nimmt mich in den Arm und sagt: „Das willst du doch wohl nicht alleine feiern, oder? Ich habe heute auch einen Brief bekommen. Wir fahren gemeinsam nach Brüssel. Na, da staunst du, was? Dachtest du etwa, ich lass dich das alleine durchziehen?“ Die Überraschung ist ihr gelungen. Wie hatte sie das all die Wochen für sich behalten können? Staunend stehe ich im Flur und denke: manchmal braucht es eben ein bisschen länger, bis Kindheitsträume wahr werden. Da fällt mir wieder mein Motto ein und ich grinse.
Wir feierten lange und tanzten die ganze Nacht. Am nächsten Morgen schickten wir beide unsere Zusage nach Brüssel ab.
Diese kleine Kurzgeschichte hat dich inspiriert oder berührt?
Manchmal klingen sie auch noch in dir nach oder regen dich selbst zum kreativen Schreiben oder Gestalten an?
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Mein erstes Mal bei : #12von12
Heute reihe ich mich das erste Mal mit ein in die lange alte Blog-Tradition von #12von12
Jeden 12. eines Monats wird es ab jetzt 12 Bilder aus meinem persönlichen Alltag dieses Tages geben.
Und jetzt geht’s los: Hier sind meine Bilder vom 12. Juni 2021

Auch wenn die Sonne heute nicht scheint, den ersten Kaffee genieße ich trotzdem auf meinem Balkon.

Meine Kreativität ist heute schon früh wach und es entsteht noch schnell das Cover für ein Buchgeschenk …

Es ist schon ein altes Ritual: meistens treffe ich mich mit Freunden zu einem Wochenend-Einstiegskaffee in unserem Lieblingscafe: Lehmbrucks

Nach dem Einkauf wieder zu Hause kreiere ich mir ein leckeres Frühstück in meiner Küche. Beim Essen bin ich nie allein – mein Buddha schaut mir immer zu 🙂

Wie in der Wetterapp angekündigt: Ein großer Wolkenbruch entlädt sich über der Stadt … wie gut, dass ich schon wieder zu Hause bin – perfektes Timing.

Mein Lesestapel noch nicht gelesener Bücher ist immer hoch – manchmal ist es für mich die Qual der Wahl … welches darf als nächstes ran … meist lese ich sowieso mehrere gleichzeitig 🙂

seit ein paar Wochen ist das viel-mehr-Trinken meine Callenge … ich will jeden Tag auf 3-4 Liter kommen … daher mache ich mir schon am Morgen 4 Flaschen fertig. Da ich Wasser pur ungern trinke, habe ich mir eine Mixtur aus Kurkuma und Ingwer erstellt … das funktioniert ganz gut … und alles wie immer ohne Zucker!

Ich muss mich bewegen! Also raus an die frisch gewaschene Luft, auch wenn der Wind durch die Straßen fegt.

auf dem Weg in den kleinen Park um die Ecke konnte ich der Versuchung nicht widerstehen: im Cafe Adele gibt es mein Lieblingseis: 1 Kugel 90%ige Schokolade und 1 Kugel Amadeus hab ich mir gerne gegönnt 🙂

Der Wind zupft und zottelt nicht nur an den Baumwipfeln, er treibt die Wolken in alle Richtungen …

… auch vor meinen Haaren hat er nicht Halt gemacht. Alles ein bisschen verwuschelt, doch trocken, komme ich wieder zu Hause an.

Damit mich mein schlechtes Gewissen nicht so sehr plagt, gibt es jetzt noch eine Stunde Pilates auf der Matte 😉 zum Ausgleich.
Im Muggelland ist Alarm. Alle sind auf den Beinen und wollen wissen, was passiert ist.
Gestern Abend zog eine dicke dunkle Wolke über den Himmel. Vorsichtshalber hatte das Oberkomitee schon vor Tagen eine Gefahrenmeldung über die Grashalmpostanlage an alle Bewohner des Landes gesimst. Maggi hatte daraufhin alle Schränke verschlossen und an den Sofas die Sicherheitsgurte befestigt.
„Man weiß ja nie“, hatte sie gesagt, „lieber sind wir vorbereitet, als das am Ende alles wieder so anders ist. Sie hatte auch in der Höhle ihrer drei Töchter, Milli, Molli und Melli, die Gucklochdichtungen erneuert und den Schleusenschlüssel herausgelegt. Bevor ihr Mann Manni das Muggelland wieder verlassen musste, hatte er noch in beide Höhlen eine Sicherheitsschleuse eingebaut, damit seine Frauen in Sicherheit waren, sollte es mal wieder zu einem Faschingsumzug der Wichtelzwerge kommen.
Die Wichtel liebten es im Muggelland ihren Unfug zu treiben, giggelnd klopften sie dann an jede Tür, erzählten Nonsens und baten um Einlass. Und wer nicht schnell genug alle Ritzen geschlossen hatte, da waren sie schon im Haus. Die Wichtel versteckten sich dann gerne in den Schränken und wollten mit ihrer lustigen Art dafür sorgen, dass die Muggel:innen aus ihrem Kontroll- und Ordnungszwang ausstiegen. Doch für die meisten Muggels war das unmöglich. Sie wollten ihre Ruhe und ihre Ordnung. Alles sollte so bleiben wie es war. Bloß keine Veränderungen.
Manni, dessen Mutter eine Wichteline war, hatte ihnen oft erzählt, wie es im Wichtelland zuginge. Der Oberwichtel würde immer wieder ein langes Seil, an dessen Ende eine große reife Orange hing, vom höchsten Baum des Waldes als Pendel schwingen lassen und wisse dann, zu welcher Zeit die Muggels die nächste Dosis an Informationen bräuchten, damit die Entwicklung im Muggelland vorwärtsginge.
Für Manni war es nie einfach. Die ersten Jahre war er bei seiner Mutter im Wichtelland aufgewachsen, doch dann war er zu groß geworden und seine Mutter sandte ihn zu seinem Vater ins Muggelland. So reiste er seitdem immer wieder hin und her und war innerlich oft zerrissen. Er liebte seine Eltern, doch die Lebensweisen beider waren so unterschiedlich.
Als er dann Maggi getroffen hatte, musste er sich entscheiden. Muggel oder Wichtel. Er entschied sich für Maggi. Doch nun lag seine Mutter im Sterben und er brachte es nicht übers Herz, sie alleine im Wichtelland ihrem Schicksal zu überlassen. Er war schon 4 Wochen fort aus Muggelland und wusste seit ein paar Tagen, dass die Wichtel einen magischen Plan umsetzen wollten. Das Ziel war die Muggelstadt, in der seine Frau und seine 3 Töchter lebten.
Wie konnte er sie nur warnen? Die Wichtel hatten die Straße ins Muggelland sowie den internationalen Zugang zur Grashalmpost besetzt. Er konnte nur hoffen, dass Maggi all die von ihm erdachten Sicherheitssysteme aktivieren würde und nicht leichtsinnig, wie sie aber jedoch einmal von ihrem Naturell her war, die Nachrichten vom Oberkomitee nicht ernst nehmen würde. Diesmal war es wirklich kein Spiel.
Den Wichteln war es überaus wichtig, dass ihre geplante Blitzaktion gelingt. Er hatte von seiner Tante gehört, dass letzte Woche eine Sicherheitskonferenz in Wichtelmania stattgefunden hatte. Großmutter Erde, die zu dieser Sitzung eingeladen hatte, legte dort die neusten Erkenntnisse der Entwicklung auf den Tisch und warnte alle: Wenn sich nicht bald etwas im Muggelland ändern würde, dann würde sie sich schütteln und selbst dafür sorgen, dass sie ernst genommen würde. Sie nahm eine Taste aus dem System der Lebensquellorgel heraus und übergab sie an den Oberwichtel, mit der Aufgabe, dass er diese zum Oberkomitee ins Muggelland bringe. Und sie erklärte: „Erst wenn die Muggels diese Taste zum hellen Klingen gebracht haben, darf diese wieder mitspielen in der Musik der Welten. Ansonsten schalte ich sie aus.“
Manni überlegte, ob er sich nicht als Mittler zwischen den Ländern zur Verfügung stellen sollte. Er kannte beide Seiten. Seine Mutter würde ihn verstehen und er würde seine Tante bitten, bei ihr zu bleiben.
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Alles neu, macht der Mai!
Mein Wonnemonat Mai. Die Natur fing an zu blühen, das Licht lockte nach draußen, in mir begann es zu kribbeln. Ich warf meinen Winterblues hinter mich und wollte mit etwas Neuem starten: endlich meine Website gestalten, mit dem Bloggen beginnen und meine Heimat besuchen. Das waren gleich mehrere „10er“ Gelegenheiten, die ich mir damit vorgenommen hatte.
Website gestalten und starten
Seit letztem Sommer steht auf meiner To-do-Liste: Gestalten und Start deiner neuen Website. Seitdem hatte ich in den letzten Monaten mehrere Versuche unternommen, um mir dabei helfen zu lassen. Ich war überglücklich, als ich im letzten September den Nachbar einer Freundin kennenlernte, der sagte: kein Problem, das ist ganz leicht. Wir entwarfen erste Entwürfe, ich war begeistert, wollte loslegen, doch bei der technischen Umsetzung ging es nicht voran, über Wochen vertröstete er mich immer wieder. Kurz vor Weihnachten zog ich die Reißleine und schenkte mir dann einen WordPress-online-Kurs (muellermachtweb), in der Hoffnung: «das kann doch nicht so schwer sein, das bekomme ich auch alleine hin». Der Kurs war super strukturiert und toll, doch ich stand mir selbst im Weg: Ich bin einfach keine gute online-Lernerin – jedenfalls nicht, wenn es um technische Erklärungen geht. Ich war von der Fülle der vielen „mach hier ein Häkchen und dort ein Klick … Themes-Einstellungen? Plugins? Kategorien? …“ total überfordert. Nach der Hälfte aller Kurskapitel habe ich damals erst einmal kapituliert und weiter nach Hilfe von außen gesucht. Doch es war wie verhext. Egal wo ich nach Hilfe suchte, bekam ich ein NO. Und dann war der Winter vorbei und es wurmte mich immer mehr, dass es nicht vorwärtsging. Ein junger Mann von nebenan.de gab mir dann Anfang Mai nochmals eine kleine Starthilfe und danach kniete ich mich jede freie Minute hinein. Ohne Ablenkung zog ich den WordPress-Kurs noch einmal durch und die ersten Seiten standen. Mein Durchhalte-Steinbock-Gen sowie mein Lebensmotto: «Geht nicht, gibt’s nicht» haben mir dabei geholfen. Und voila! Seit Mitte Mai ist die Website online und wächst täglich.
The Blog Bang – meine Challenge
Eine große Motivation fürs Dranbleiben an meiner Website war auf jeden Fall auch meine Anmeldung beim online-Kurs The Blog Bang von Judith Peters. 8 Wochen angeleitetes Bloggen lernen. Ich wollte unbedingt, dass gleich zu Beginn meine Texte sichtbar werden. Nicht nur meine Blogartikel, sondern auch meine anderen schon lange in der Schublade schlummernden Ideen. Mein mutigster Schritt war dabei, dass ich meinen Blog nach meinem Vornamen nannte.
Umani ist ja wirklich sehr selten. Damit habe ich auf jeden Fall ein Alleinstellungsmerkmal. Wie froh bin ich heute, dass ich mir schon vor über 20 Jahren die Seite www.umani.de gesichert habe und dort mit meinem Kunst&RaumCounsulting im Netz präsent bin, doch für meine Schreibprojekte wollte ich eine neue Seite. So dachte ich: «nur wer wagt gewinnt» und so ist «Umani’s freie Wortwahl» entstanden. Kein Wegducken mehr, voll und ganz präsent.
Nun schreibe ich seit 4 Wochen Texte, kreiere Collagen, poste neu auf FB und instagramm – alles neue Gebiete für mich. Ich überwinde jedes Mal neu meine Ängste. Doch der Kreis von so vielen interessanten Menschen, die alle genauso viel Freude am Kreieren und Schreiben haben – ist ein großer Gewinn, eine tolle Community, die echt super motiviert, sich gegenseitig hilft und den Wissenspool bereichert – und nicht zu vergessen das lebendige lebensfroh ansteckende Temperament von Judith Peters, die die Blog Bang Challenge leitet. So viel Fülle auf allen Ebenen. Ein ganz großes DANKE an alle.
Auf den Spuren meiner Ahnen im Zittauer Gebirge
Doch ich saß nicht nur vor dem Computer, ich ging auch auf Reisen. Im letzten Oktober kam es zu einer unverhofften Begegnung mit einer Cousine meiner Familie, die ich bis dato nicht wirklich kannte, da sie 18 Jahre jünger ist als ich. Wir verabredeten uns zu einem langen Wochenende zu Pfingsten auf ihrem selbst ausgebauten Gutshof. Es empfing mich ein wundervoller Ort: ein kleines «Bullerbü» in einem Dorf am Ende der Welt im Dreiländereck des Ostens.
Dort lebt sie mit ihrem Mann und ihren 4 Kindern sowie der Großmutter zusammen mit einer 2. Familie mit weiteren 4 Kindern plus Eseln, Ziegen, Hasen, Hühnern und Katzen.
Für mich als Berliner Großstadtgöre ein volles Kontrastprogramm, dass ich vom Anfang bis zum Ende in vollen Zügen genoss.
Besondere Stille, weite Felder, frische Luft – voll und ganz Dorf!
An einem Nachmittag machten wir uns bereit für eine kleine Wanderung. Wir wollten die «Wiese unserer Großeltern» finden, auf der unsere Eltern nach dem Krieg zeltend ihre Wochenenden verbracht hatten. Wir fuhren nach Lückendorf, bis fast an die tschechische Grenze, stellten das Auto ab und marschierten los. Wir hatten die Großmutter mitgenommen, in der Hoffnung, sie würde sich an den Weg von früher erinnern.
Und irgendwann standen wir vor der Wiese. Sogar ich erkannte sie wieder, nach über 45 Jahren, denn ich war als Kind in den Ferien dort ein paar Mal gewesen. Dort standen sie: die Tannenreihe, die Birken – heute natürlich alle doppelt so hoch. Wir wussten auf einmal alle: hier sind wir am richtigen Ort.
Das erstaunlichste war jedoch, dass die Wiese nach dem Verkauf an das Dorf vor vielen Jahren heute eine besondere neue Nutzung erfährt, denn mitten im Wald taucht dort ein neu angelegter Barfußweg auf. Zwei Bretter auf Holzstämmen laden zum Verweilen ein und tritt man durch die Hecke, schaut man in die Weite. Wir packten unser Picknick aus, tranken entspannt unseren Kaffee, aßen leckere Windbeutel mit Apfel- oder Kirschfüllung. Die Kinder tollten über die Wiese. Nur das Wetter war unbeständig, ein paar Tropfen fielen, doch kurz darauf blitzte auch schon wieder die Sonne hervor.
Ganz friedlich wanderten wir wieder zurück zum Auto, wir schienen die einzigen Besucher im Dorf zu sein. Auch hier herrscht noch die Lockdown’sche Touristenstille. Das Zittauer Gebirge gilt bis heute unter den Wanderern immer noch als Geheimtipp. Meine alte Heimat ist für mich auf jeden Fall immer eine Reise wert.
Was sonst noch im Mai 2021 passierte:
- Homöopathischer Mittel-Workshop: Meteorit
Werner Baumeister Meteor SEIN 6-21
- Jede Woche 2 x online-Pilates-Powertraining mit Lisa
- Treffen mit meinen Mediationskollegen (www.schlichterei-berlin.de)
- Die Ankunft eines außergewöhnlichen Briefes, der mich tief berührt hat – von meiner Co-Writing-Buddy aus Kassel
Hierüber habe ich im Mai 2021 gebloggt:
Mimi zog sich bockig ihren Schlafanzug wieder an. Das machte sie immer so, wenn Papa ihr nicht sofort und gleich ihre Wünsche erfüllte. Mit großen Augen und einem dicken Schmollmund streifte sie dann zurück in ihr Kinderzimmer. Soll er doch sehen, wie er mich wieder zum Lachen bekommt. Mir egal. Ich bin jetzt bockig.
Dabei hatte der Tag so schön begonnen. Papa war nach einer Woche endlich wieder von seiner Reise nach Hause gekommen und hatte sich den ganzen Tag freigenommen, um mit ihr zu spielen. Schon am Montag hatte sie darüber nachgedacht, was sie mit ihm unternehmen könnte: Schaukeln, buddeln, Geschichten lesen, trödeln, Eierkuchen backen oder am liebsten Autofahren. Das liebte sie am meisten.
In diesem kleinen Gefährt zu sitzen, das Vibrieren des Motors zu spüren und ihren Vater fluchen zu hören, wenn die anderen auf der Straße nicht das taten, was er gerne wollte. Sie waren entweder zu langsam oder zu schnell, zu nah oder wechselten einfach ohne zu Blinken die Spur. Da war ihr Vater voll in seinem Element und sie habe ihn schon ganz oft gefragt: „Du Papa, wenn ich groß bin, bringst du mir dann das Autofahren bei?“ Dann lächelte er und streichelte ihr liebevoll über den Kopf.
Und jetzt dieses große laute Nein von ihm. Sie konnte es gar nicht verstehen. Sie hatte doch schon die ganzen Jahre über in ihrem Kinderzimmer geübt. Seit dem Tage, an dem ihr ihr Papa diesen schönen großen Teppich mit der Verkehrskreuzung und den Verkehrsschildern geschenkt hatte. Sie setzte sich ans Steuer ihres großen Holzautos und fuhr wieder und wieder die aufgemalten Straßen ab. Und ihre Kasperlepuppe Zwerg Nase hat immer mit aufgepasst, dass sie nicht zu schnell um die Ecke fährt. Dann ist er nämlich immer auf dem Beifahrersitz umgefallen und hat sie angestupst und sie wusste sofort, oh jetzt war ich zu schnell. Doch das ist ihr doch schon lange nicht mehr passiert. Sie hatte ihr Auto voll im Griff.
Mimi überlegt, was sie tun sollte. So schnell wollte sie nicht aufgeben. Sie schnappte sich ihre neue Hose, die Mama ihr letzte Woche mitgebracht hatte. Zwinkernd hatte sie ihr auch noch ein Geschenk mitgebracht und sagte: wenn du nächste Woche mit Papa Pferde stehlen gehen willst, dann brauchst du auch einen Hut.
Den setzte Mimi sich jetzt auf, zog ihn sich tief ins Gesicht und ging mutig ins Wohnzimmer, wo Papa Zeitung lesend noch am Frühstückstisch saß. Er schaut nicht auf und sie überlege, wie sie es geschickt einfädeln könnte,
ihn doch noch von ihrem Plan zu überzeugen, ihr das Auto fahren beizubringen. Immerhin war sie vor ein paar Wochen schon 8 geworden. Sein großes Mädchen, wie er es immer vor anderen sagte.
„Papa?“, flüsterte sie leise.
„Nein Mimi, du hast meine Antwort gehört“, unterbricht er sie.
„Du weißt doch noch gar nicht, was ich sagen wollte“, entgegne sie ihm empört. Er schaut hoch und verzieht das Gesicht, als ob er gerade in eine Pampelmuse gebissen hätte.
„Da hast du ganz recht, liebes. Was wolltest du mich denn fragen?“ Er streckt den Arm nach ihrem Hut aus, zieht ihn nach hinten und schaut Mimi in die Augen.
In diesem Moment verschwand in ihr der Mut, sie holte tief Luft und sagte: „Ich wollte dich fragen, ob du mit mir im Garten ein Baumhaus mit Leiter bauen willst.“
Freudestrahlend nahm er sie in den Arm, gab ihr einen Stups auf die Nase und sagt: „Na klar, das machen wir. Ich dachte schon, du willst schon wieder Autofahren lernen. Geh doch schon mal aus dem Keller deinen Werkzeugkasten holen, ich komme auch gleich in den Garten.“
Mimi strahlt, doch bevor sie in den Keller geht, holte sie noch ihren kleinen Freund Zwerg Nase. Ohne ihn stürzt sie sich nie in ein Abenteuer. Und das wird eins werden.
Diese kleine Kurzgeschichte hat dich inspiriert oder berührt?
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In meinem Blogartikel „Was ist eine 10er Gelegenheit“ hast du erfahren, was eine 10er Gelegenheit ist. Jetzt möchte ich dir 5 Tipps zeigen, wie du diese 10er Gelegenheiten besser erkennst und bestenfalls deine Chance ergreifst.
Tipp 1: Schreibe täglich deine Gelegenheiten auf
Schaffe dir einen Überblick über deine bisherigen Umgang mit Gelegenheiten. Um 10er Gelegenheiten zu erkennen, ist es hilfreich, dir einen Überblick zu verschaffen, welche Gelegenheiten dir bisher in deinem Leben begegnen und wie du diese ergreifst.
Eine gute Übung, um dir dabei auf die Spur zu kommen und deine Sinne dafür zu schärfen, ist das tägliche Aufschreiben. Setze dich jeden Abend hin, gehe rückblickend durch deinen Tag und schreibe jede Gelegenheit auf. Frage dich vielleicht: Was hast du heute alles erlebt? Gab es zufällige Begegnungen? Hast du deine to do’s alles geschafft? Was ist liegengeblieben? Wie ging es dir körperlich?
Finde dafür die für dich passende Form heraus. Du kannst zum Beispiel dafür ein leeres Heft, einen Block oder eine Datei im Laptop nutzen. Falls du noch keine Idee hast, lass dich gerne von meiner Gelegenheiten-Tagebuch-Vorlage inspirieren und lade sie dir herunter. Wenn du willst, kannst du dieses „Gelegenheiten-Tagebuch“ gleichzeitig mit einem kleinen Dankbarkeitsritual verbinden. Dann schlägst du gleich 2 Fliegen mit einer Klappe.
Tipp 2: Analysiere deine Gelegenheiten
Wenn du Tipp 1 eine längere Zeit praktiziert hast, nimm dir Zeit und beobachte ganz genau, welche Muster sich in deinen bisher ergriffenen Gelegenheiten zeigen. Vergebe nach dem im blog-Artikel vorgestellten Skalenmodell von 1-10 deinen aufgeschriebenen Gelegenheiten die zutreffenden Kategorien. Schaue also, was passiert in deinem Tag ganz regelmäßig wie von allein? Wo musst du dich wie sehr anstrengen, um diese Gelegenheit zu ergreifen? Wie funktioniert dein Alltag, deine Freizeit? Was fällt dir dabei auf? Gibt es tägliche Gelegenheiten in deinem Gelegenheiten-Tagebuch, bei denen immer dieselbe Zahl auftaucht?
Befinden sich alle deiner Gelegenheiten schon im 10er-Status? Wahrscheinlich noch nicht. Das ist ganz normal. Doch dort liegt auch deine Chance. Denn nichts passiert in deinem Leben zufällig. Du hast in jedem Moment die Wahl und so kommen wir zu Tipp 3.
Tipp 3: Verschiebe deinen Fokus
Wenn du den Mustern deiner Gelegenheiten auf die Spur gekommen bist, beginnt hier der nächste Schritt. Verändere deinen Fokus auf die Dinge, die dich umgeben oder die dir begegnen. Das wird dir am Anfang vielleicht nicht leichtfallen, denn wir Menschen lieben uns vertraute Gewohnheiten, die uns Sicherheit und Kontrolle geben. Doch es lohnt sich.
Beginne zum Beispiel einen anderen Weg zur Arbeit zu nehmen oder putze dir mit der anderen Hand die Zähne oder esse ab jetzt zum Frühstück etwas anderes. Stelle dir vor, was du alles noch nie gemacht hast, probiere Dinge neu aus oder tue so als würdest sie noch einmal zum ersten Mal tun. Das hilft dir, deine Aufmerksamkeit neu zu erwecken und kreativ zu schulen. Du wirst erstaunt sein, was du auf einmal alles anderes sehen wirst.
Tipp 4: Finde deine Ziele
Wenn du nicht weißt, was du willst, wirst du auch keine 10er Gelegenheiten sehen und ergreifen. Daher nimm dir die Zeit und frage dich, wohin sich dein Leben in all seinen Bereichen in der Zukunft entwickeln soll. Erforsche deine Ziele und schreibe sie auf. Da alles in deinem Leben miteinander verbunden ist, visualisiere zum Beispiel einen großen Kreis mit 8 Unterteilungen für die Bereiche: Arbeit/Beruf, Beziehung/Kinder, Finanzen, Wohnen, Familie/Freunde, Freizeit/Hobbies, Lernen, Spirit.
Was wünschst du dir in diesen Bereichen? Denke dabei ohne Begrenzungen und so detailliert wie möglich. Erträume dir somit das schönste Bild für all diese Bereiche. Das gibt dir die Möglichkeit, immer wieder in kleinen Schritten auf sie hinzuarbeiten und genau die Gelegenheiten zu ergreifen, die du zu ihrer Erfüllung brauchst.
Tipp 5: Trainiere deinen Gelegenheiten-Muskel
Für das Ergreifen von 10er Gelegenheiten braucht es Training. Denn in den seltensten Fällen fallen einem diese Gelegenheiten einfach in den Schoß.
Daher: Beobachte deine Gedanken. Immer wenn du zum Beispiel Sätze wie: „Das geht nicht“, „Das würde ich nie tun“, „Dafür bin ich zu alt“ „Das lohnt sich ja doch gar nicht“ oder „Das können andere besser“ in dir hörst, sei achtsam! Denn dahinter könnte sich eine 10er Gelegenheit verstecken. Aus eigener Erfahrung kenne ich diese Sätze und mein Zauber-Mantra heißt in solchen Fällen oft: „Scheiß egal, ich mach es trotzdem.“ Damit trainierst du deinen MUT-Muskel. Zur Vorbereitung kannst du dir auch vorab kurz eine Pro- und Kontra-Liste überlegen. Zum Beispiel: Was wäre das Schönste und Schlimmste, wenn ich es einfach tun würde? Oder: Was wäre das Schönste und Schlimmste, wenn ich es nicht tun würde. Damit kannst du leicht feststellen, ob sich diese Gelegenheit wirklich für dich lohnt.
Fazit
Du kannst jeden Tag daran arbeiten, das Level deiner Gelegenheiten zu erhöhen, indem du dir Zeit fürs Aufschreiben des bisher Erreichten nimmst, deine Aufmerksamkeit schulst, deinen Fokus auf neue Möglichkeiten des Handelns ausrichtest, somit immer wieder kleine Schritte zum Erreichen deiner langfristigen Ziele gehst und deinen Muskel für Veränderungen trainierst.
Über kurz oder lang werden dadurch dir immer schönere Gelegenheiten begegnen und du wirst immer mutiger sein, sie auch zu ergreifen. Ich wünsche dir dabei viel Glück und denn schon Leonardo da Vinci sagte: „Mut wird immer vom Leben belohnt“.
Gelegenheiten-Tagebuch
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